• Kultur02. Mai 2019

    Pete Seeger – zum 100. Geburtstag

    If I had a hammer

    Nur wenige Menschen sind in der politischen Songbewegung so bekannt wie Pete Seeger. Gemeinsam mit seinen Zeitgenossen Paul Robeson, Woody Guthrie und anderen verkörpert Seeger die Macht des Liedes, das die gemeinsame Sache betont, Mut macht und Widerstand anregt. Das Lied war ihre Waffe im Kampf für eine gerechte und friedliche Gesellschaft.

    Pete, geboren am 3. Mai 1919 in Patterson im USA-Bundesstaat New York, wuchs in einer musikalischen Familie auf – sein Vater Charles war Musikwissenschaftler und Dozent, der seine Stellung verlor, als er sich gegen die Beteiligung der USA am Ersten Weltkrieg wandte. Auch seine Mutter Constance, eine Geigerin, hatte sozialistische und pazifistische politische Ansichten. Seine Eltern ließen sich scheiden, als Pete noch ein kleines Kind war. Charles heiratete wieder und schloß sich einem Komponistenkollektiv an, das Lieder für Streikende und Arbeitslose sang. Die Familie bereiste das Land, spielte Musik und nahm an vielen Volksfesten teil. In diesem Zusammenhang hörte Pete Banjomusik und von da an ließ ihn das Banjo nie wieder los.

    Pete Seeger trat 1936 im Alter von 17 Jahren dem Kommunistischen Jugendverband bei, der Young Communist League, und wurde 1942 Mitglied der Communist Party of the USA, die er aber 1949 wieder verließ. 1938 schrieb sich Seeger für einen Soziologiekurs in Harvard ein, in der Hoffnung, Journalist zu werden, beendete das Studium jedoch nicht. Er zog nach New York, wo er Woody Guthrie, Alan Lomax, Leadbelly und andere traf und sich intensiv mit traditioneller US-amerikanischer Musik beschäftigte. Im Dezember 1940 gründeten sie gemeinsam die »Almanac Singers«. Mit Gewerkschaftsliedern und Songs gegen Rassismus und Krieg betrat Seeger mit der Band die aktive politische Volksliedszene. Die Band trat vor Streikenden auf mit Songs wie »Talking Union« und sang über die Kämpfe für die Organisierung von Industriearbeitern in ihren Gewerkschaften.

    Die USA waren nach dem Angriff auf Pearl Harbour im Dezember 1941 in den Krieg getreten. Die »Almanac Singers« konzentrierten sich nun auf antifaschistische Lieder. Im Juni 1942 trat Seeger in die USA-Armee ein, um den Faschismus zu bekämpfen.
    Er arbeitete zunächst an Flugzeugtriebwerken in Mississippi und wurde später nach Saipan im westlichen Pazifik versetzt, um Truppen musikalisch zu unterhalten. Der militärische Geheimdienst hielt ihn aufgrund seiner »kommunistischen Sympathien und seiner zahlreichen kommunistischen und anderweitig unerwünschten Freunden« für ungeeignet »für eine Position des Vertrauens oder der Verantwortung« und beschrieb die »Almanac Singers« als Verbreiter »kommunistischer und antifaschistischer Propaganda durch Lieder und Aufnahmen«.

    Seeger war ein glühender Verfechter des Republikanischen Spanien gegen Franco und nahm 1943 mit gleichgesinnten Musikern mehrere spanische Lieder des Spanischen Krieges auf. Das Album trug den Titel »Songs of the Lincoln Battalion«.
    Nach dem Krieg gründete Seeger »People’s Songs Incorporated« (PSI): »Ich hoffe, daß es Hunderte, Tausende, Zehntausende von Gewerkschaftschören geben wird. So wie jede Kirche einen Chor hat, warum nicht jede Organisation?« Bald schon hatte die PSI zweitausend Mitglieder und wuchs schnell weiter, und das FBI legte eine Akte über die Organisation an.

    Im November 1948 gründete Pete Seeger mit anderen die Folk-Gruppe »The Weavers«. Die Gruppe verdankte ihren Namen dem Drama Gerhart Hauptmanns über den schlesischen Weberaufstand, das die Zeilen enthält: »Und das muß anderscher wern, … Mir leiden’s ni mehr, mag kommen, was will.« Die Gruppe nahm die Platte »Goodnight Irene« auf, einen Song von Seegers Freund Leadbelly.
    Zensurbestimmungen diktierten, daß der Refrain von »I’ll get you in my dreams« auf »I’ll see you in my dreams« geändert werden mußte. Diese Aufnahme lag 1950 an der Spitze der Charts. Die Band popularisierte auch Woody Guthries »This Land Is Your Land« und andere linke Songs wie »If I had a Hammer«.

    Pete Seegers Unterstützung für Bürger- und Arbeiterrechte, Rassengleichheit, Völkerverständigung und Frieden hatte ihn in den Augen des Staates seit etwa 1940 suspekt gemacht. Während der McCarthy-Hexenjagd wurden Seeger und sein »Almanac Singers«-Kollege Lee Hays 1955 als Mitglieder der Kommunistischen Partei identifiziert und vor den Ausschuß für unamerikanische Aktivitäten geladen, um auszusagen. Pete Seeger weigerte sich unter Berufung auf den ersten Zusatzartikel der USA-Verfassung (Redefreiheit, Religionsfreiheit), auf die Anklage zu erwidern. Er war der erste, der nach der Verurteilung der »Hollywood Ten« 1950 so handelte. Der Ausschuß befand Seeger der Mißachtung des Gerichts für schuldig, mußte diese Verurteilung jedoch 1961 aus technischen Gründen aufheben.

    Der Antikommunismus grassierte jedoch bereits seit Beginn der McCarthy-Ära; die Band litt unter einem totalen Boykott durch das Establishment. Rechte Gruppen sabotierten ihre Konzerte und dies alles führte schließlich 1952 zur Auflösung der »Weavers«. 17 Jahre lang boykottierten die USA-Medien Pete Seeger. Er trat an Gymnasien und auf Hochschulgeländen sowie für kleinere Gewerkschaften auf. Das bedeutete ein kleineres Publikum, aber Pete Seeger erreichte dennoch viele Menschen, von denen einige später in der Gewerkschaftsbewegung Arbeit fanden, an Festivals, in Hollywood, im Radio oder am Broadway arbeiteten. Berühmte Bands popularisierten Seeger-Songs aus dieser Zeit, darunter »Where Have All the Flowers Gone«, ein Text, der ihm einfiel, als er Michail Scholochows »Der Stille Don« las.
    1957 lernte Pete an der Highlander Folk School in Tennessee ein anderes Opfer der FBI-Überwachung und Einschüchterung kennen, Martin Luther King. Hier nahm die Hymne der Bürgerrechtsbewegung »We Shall Overcome« ihren Anfang. Pete Seeger änderte die Hymne »I Will Overcome« nur geringfügig. 1963 sang er »We shall Overcome« auf dem 50-Meilen-Weg von Selma nach Montgomery, zusammen mit tausend Demonstranten.

    Pete Seeger, Mitbegründer des Musikmagazins »Sing Out!«, war eine führende Persönlichkeit in der Hootenanny-Bewegung der 1960er Jahre. Die Volksliedbewegung der Städte, die Seeger nach Guthrie »Woody’s Children« nannte, adaptierte traditionelle Lieder für politische Zwecke, was erstmals von der Gewerkschaft Industrial Workers of the World (Wobblies) in ihrem »Little Red Song Book« eingeführt worden war. Dieses Rote Liederbuch hatte der legendäre Gewerkschaftsorganisator Joe Hill zusammengestellt, es war ein Lieblingsbuch von Guthrie.

    Wie King war Pete Seeger ein ausgesprochener Kritiker des USA-Krieges in Vietnam und schrieb sehr populäre Anti-Kriegslieder wie »Waist Deep in the Big Muddy« und »If You Love Your Uncle Sam (Bring ‘Em Home)«. Am 15. November 1969 fand der Vietnam-Moratorium-Marsch nach Washington statt. Seeger führte eine halbe Million Demonstranten an, die John Lennons Friedenslied »Give Peace a Chance« sangen und Präsident Nixon im Weißen Haus aufforderten, ihre Forderungen zu hören: »Are you li­stening?«. 1972 besuchte Seeger mit seiner Familie Nordvietnam.

    Auch in der DDR war Pete Seeger sehr bekannt. Bei einem Konzert in der Volksbühne am Berliner Rosa-Luxemburg-Platz sagte er seinem Publikum im Januar 1967: »Ich habe die Moorsoldaten noch nie so gut von einem Publikum gesungen gehört wie hier.« Beim 16. Festival des Politischen Liedes im Februar 1986 war Pete Seeger ebenfalls dabei und wurde mit Stehapplaus gefeiert – in wahrhafter Anerkennung und Anteilnahme für den Vertreter des »anderen Amerika«.

    Pete Seeger und seine Frau Toshi Ohta lebten in einem Blockhaus mit Blick auf den Hudson River. Beunruhigt von der Verschmutzung des Flusses, gründeten sie gemeinsam mit anderen die Umweltinitiative »Hudson River Sloop Clearwater« und riefen das »Great Hudson River Revival Festival« ins Leben. So trugen sie entscheidend dazu bei, öffentliche Unterstützung für die Reinigung des Hudson River zu gewinnen. Das »Clearwater Festival« zieht nun jeden Sommer über 15.000 Menschen an, die den Fluß und die umliegenden Feuchtgebiete schützen wollen.
    Umweltinitiative Seeger blieb bis in die 90er Jahre hinein politisch aktiv. 2012 trat er mit Harry Belafonte, Jackson Browne und anderen auf, um sich aktiv für die Freilassung von Leonard Peltier vom »American Indian Movement« einzusetzen, der seit über 40 Jahren im Gefängnis sitzt.

    Pete Seeger starb am 27. Januar 2014 im Alter von 94 Jahren. Er spielte eine hervorragende Rolle in allen wichtigen Kämpfen des 20. und frühen 21. Jahrhunderts – für Frieden, für die Umwelt, für Bürger- und Arbeiterrechte. Die Erinnerung an ihn ist unauslöschlich in all denen, die zu den gleichen Bewegungen gehören, wenn sie »We shall Overcome« singen.

    Jenny Farrell

    Pete Seeger

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  • Kultur29. März 2019

    Nikzad Arabshahi: l’univers toilé

    Est-ce bien sérieux, qu’entamer une présentation d’artiste, un article culturel donc, par une faute de frappe, une erreur, l’oubli d’une lettre, l’omission du 1er «e» du mot «étoilé»? vous direz-vous sans doute! Pis encore, le rédacteur en chef, qui laisse passer ça! Du jamais vu! Mais non, rassurez-vous, ce n’est que de l’exceptionnel, mes amis, c’est à dire du quasi-normal parmi les artistes que je vous présente souvent dans ces colonnes et dont aucun n’est dans «la norme». Par contre, votre étonnement est tout-à-fait normal, lui, puisque vous n’avez sans doute jamais vu, ni moins encore pu admirer ou faire vôtre un tableau du peintre iranien Nikzad Arabshahi, qui parvient à représenter un univers, à le circonscrire, à se l’approprier, en faisant un univers toilé et non pas étoilé, comme diraient astronomes et poètes. C’est encore normal, car c’est créé, c’est prétendument abstrait, toute ressemblance avec des faits ou univers réellement existants étant purement fortuite. Mais loin de perturber madame Gila Paris, l’aimable galeriste de la Cultureinside gallery (1), c’est – je pense – justement l’unicité du phénomène, qui l’aura poussée à le choisir pour ouvrir brillamment la saison printanière.

    En fait, c’était déjà en 2011, que Nikzad Arabshahi fut sélectionné lauréat d’une compétition internationale organisée par Cultureinside. Cette exposition de la compétition intitulée «Changes» présenta les oeuvres de 23 artistes provenant de 15 pays à travers le monde en coopération avec le Centre culturel de rencontre Abbaye de Neumenster. Idée de base: L’art est une épreuve du feu pour la liberté dans la société moderne. Si des images peuvent être créées et partagées de façon ouverte, les idées complexes sous-jacentes, souvent même consciemment inconnues, font partie du «Zeitgeist» (2) (esprit des temps, ou de l’époque). Ceci dit, Madame Paris nous présente aujourd’hui son nouveau poulain en des termes aussi compétents qu’enrichissants, dont je vous livre ici l’essence, agrémentée de mes propres considérations et réflexions, qui peuvent d’ailleurs s’en écarter quelque peu.

    Né à Téhéran en 1981, Nikzad Arabshahi s’est d’abord affirmé en Iran, puis à l’échelle internationale en tant qu’artiste autodidacte pluridisciplinaire, avant de s’établir à La Haye, où il exerce son art et suit des études d’«Art Science» à l’Académie Royale des Beaux-arts. En effet, déjà à Téhéran en 2000, Nikzad Arabshahi se focalisa sur la traduction visuelle des effets des formes organiques sur son imagination. Ses oeuvres peuvent évoquer l’idée de noeuds gordiens, de réminiscences d’anciennes graphies, où, comme esquissé plus haut, d’univers aussi insondables que les profondeurs de l’esprit. Ici à la recherche d’une cohérence graphique, de motifs méticuleux, ailleurs de symétries déchirées, de mondes explosés (gordiens tranchés ?) et devenus incontrôlables, peut-il espérer atteindre cette abstraction à laquelle son esprit semble aspirer tout en la fuyant?

    En constante mutation, Nikzad Arabshahi reste insaisissable, aussi est-il parfois difficile de croire que les peintures, dessins ou encore techniques mixtes constituant cette exposition panoramique dans le temps, sont toutes l’oeuvre d’un seul et même artiste. Comment le même fil d’Ariane pourrait-il relier en un dénominateur commun, associer des éruptions galactiques comme, par exemple, celle du vaste tableau annonçant le commencement de la fin, avec «Supernova nr.1» et ce dessin de ciel appelé «S2 no.1», dont ni Van Gogh ni Chagall n’eussent renié les tourments? Ou, plus difficilement encore, s’apparenter à ce monde qui, après une tentative de personnification avortée, se déchire les entrailles en enfantant une multitude de nouveaux êtres dans «Supernova nr.3», tableau qui ne semble abstrait qu’au spectateur superficiel, ignare ou indifférent?

    Certes, le connaisseur attentif ne s’y trompera pas et saura déceler l’unité de l’oeuvre dans sa diversité, ainsi que dans les polyvalences et apparentes contradictions d’un Nikzad fasciné par les ressources illimitées de l’esprit et de l’imagination. Son intérêt grandissant pour la psychologie et la physique quantique le pousseront à étudier la fluidité de l’esprit humain via les théories psychanalytiques. Ses univers – statiques, bouillants ou explosés – résultent de ses découvertes, ainsi que de ses réflexions sur l’esprit et sa place dans leur représentation picturale. Et voilà qui nous mène à essayer de définir, circonscrire ou, du moins, approcher l’abstraction selon... Selon qui? Selon Nikzad Arabshahi? Et pourquoi pas selon vous-mêmes, qui la contemplez, la pénétrez, tentez de faire vôtre cette abstraction qui ne l’est pas vraiment? Le cheminement d’une oeuvre d’art n’est jamais évident.

    Heureusement pour nous, l’artiste publie sur son site Internet un intéressant début d’explication sous le titre «Neurosis performance and Chlordiazepoxide Exhibition». Je cite en le traduisant librement et tant bien que mal de l’anglais: «Neurosis inclut une série de désordres mentaux n’ayant pas déjà atteint le niveau exigeant un traitement sérieux et intense par un psychologue. Confusion et stress cachés ou apparents sont parmi les facteurs majeurs de névroses. La culture et la manière de traiter les relations humaines dans nos sociétés contemporaines accroissent le stress des individus qui les forment. La névrose est donc un problème public, qui augmente avec le temps. Les hommes ont toujours combattu cette situation en recherchant paix et tranquillité, mais à défaut, aussi par des anxiolytiques comme le Chlordiazépoxide, afin d’atteindre une sorte d’oubli et d’insouciance».

    Voilà donc ce que Nikzad Arabshahi dit vouloir exprimer par ses abstractions, qui n’en sont en fin de compte pas vraiment. Loin en effet de ne rien représenter, comme toute forme ou formulation (3) abstraite qui se respecte, ses créations graphiques et picturales tentent de rendre ce qu’il ressent ou le meut inconsciemment, ainsi que ce que vous pouvez ressentir face à la création achevée. Cela est merveilleusement illustré dans les toiles «Eraser no.1» avec ses contorsions tourmentées rappelant celles d’un olivier millénaire ou d’un sarment de vigne et dans ses tableaux de la série «Chlordiazepoxide», cet aléatoire remède censé éviter l’explosion qu’illustre le te tableau «Supernova 2», dramatique page entre la 1ère et la 3ème. Certes, bien d’autres réalisations mériteraient d’être mentionnées, voudraient qu’on les raconte, qu’on en dévoile les gouffres dignes des tourments dépeints par Jérôme Bosch... Abstraction? Que non: rien que de l’inapparent! Convaincus? Pas encore? C’est normal. Comment pourrais-je espérer traduire en mots clairs l’inexprimable, l’obscur? Encore heureux que cet inexprimable ne soit pas invisible; alors, profitez-en!

    Giulio-Enrico Pisani

    ***

    1) Cultureinside gallery, 8 rue Notre-Dame, coin rue des Capucins, Luxembourg centre, expo jusqu’au au 27 avril 2019. Ouvert du mardi au vendredi, de 14h30 à 18h, samedi, de 11h à 17h30, dimanche, lundi et jours fériés sur rendez-vous.

    2) Concept dont la paternité est attribuée au poète et philosophe Johann Gottfried Herder

    3) J’ajoute «formulation», car tout comme l’art, la musique et la parole écrite peuvent être formulés d’une manière abstraite, qu’il ne faut toutefois pas confondre avec des mises en musique ou en texte d’un abord difficile, comme c’est le cas pour l’œuvre de Nikzad Arabshahi.

    Supernova nr.2

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  • Kultur29. März 2019

    Nichts Neues aus Leipzig

    Die Buchmesse feiert nur einen Besucherrekord

    Neuer Besucherrekord: Über 280.000 Besucher gingen an den vier Tagen durch die Messehallen, das Interesse an den fast 3.000 Veranstaltungen auf der Messe und in der Stadt war groß, der reine Augenschein ließ sehen, wie viele gerade junge Menschen das (viel zu große) Angebot wahrnehmen. All das hielt die Bedenkenträger nicht von ihrer vorgefaßten Meinung ab, sie stimmten wieder das gleiche Lamento an, die Leute, wer auch immer das ist, lesen immer weniger, der Absatz von gedruckter Literatur geht zurück, der kulturelle Niedergang ist unvermeidlich.

    Die Leipziger Buchmesse, die am vergangenen Sonntag zu Ende ging, hatte Beiträge solcher Art in den bürgerlichen Feuilletons und den »Kultursendungen« der TV-Anstalten zuhauf. Mit dem Begriff »Lesen« wird völlig unreflektiert umgegangen, anscheinend zählt nur als Leserin und Leser, wer ein Buch der »schönen Literatur« liest, und dies auch nur dann, wenn es in gedruckter Form genutzt wird. Die wissenschaftlichen und Fachbuchverlage klagen darüber nicht, deren Publikationen erfreuen sich, trotz gestiegener Preise, weiterhin eines ungebrochenen Zuspruchs. Steigende Studierendenzahlen, die weltweite Vernetzung der »Science-Community« mit ihren Ansprüchen an neuen oder aktualisierten Texten, der Bedarf an Weiterbildungsliteratur über alle Branchen hinweg führt zu einem immer größeren Ausstoß an Printprodukten und natürlich an Online-Zugriffen. Die Behauptung, es würde immer weniger »gelesen«, ist überhaupt nicht zutreffend, sondern dem so sehr geliebten »Kulturpessimismus« geschuldet.

    An zwei Veranstaltungen soll hier erinnert werden: Lucas Zeise, als regelmäßiger Kolumnist auch den Lesern der »Zeitung« bekannt, stellte sein neues Buch »Das Finanzkapital« im Papyrossa Verlag vor. Der Historiker Volker Külow, der im letzten Jahr gemeinsam mit Wladislaw Hedeler Lenins Buch über den Imperialismus neu herausgegeben hatte, stellte am Messestand der »jungen Welt« eine weitere Neuausgabe vor, Lenins Arbeit über »Staat und Revolution«. Beide Veranstaltungen waren gut besucht, trotz vieler anderer, gleichzeitig stattfindender Verlagspräsentationen und Lesungen.

    Die Branche selbst hatte nur ein wirkliches Thema, das überall diskutiert wurde: Die Insolvenz des größten Zwischenbuchhändlers KNV verunsichert viele Verlage, gerade die mittleren und kleinen, die auf den Absatz über diese Firma angewiesen sind und Alternativen händeringend suchen. Sie wurden von der Insolvenz des Marktführers in diesem Segment besonders kalt erwischt. Ein Großteil der ihnen zustehenden Erlöse aus dem wichtigen Weihnachtsgeschäft, die üblicherweise in den folgenden Monaten auf den Konten landen, ist für sie dahin.

    Alle hoffen, daß KNV weitermacht, angeblich könne die Suche nach einem Investor positiv enden, obwohl im Dezember letzten Jahres ein solcher Deal geplatzt war. Vor allem die kleineren Verlage setzen bis zu 80 Prozent ihrer Bücher über die Zwischenbuchhändler ab, von denen es nur einen weiteren gibt, der bundesweit liefert, und einen »kleineren«, der bestimmte Regionen ausläßt. Der Geschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis, sagte – ganz der Lobbyist –, er sei optimistisch, daß »das Problem KNV gelöst« werde.

    Darüber, daß bei KNV in Erfurt unter Bedingungen gearbeitet wird, die denen bei Amazon ähneln, hörte man leider viel zu wenig auf der Messe. Amazon liefert das andere Stichwort der Diskussionen: Alle beklagen sich über die Marktmacht, die der Riese in der Buchwirtschaft errungen hat, dabei hat die Branche selbst dafür gesorgt. Nach einigen kläglichen Boykottaufrufen vor Jahren beliefern alle bekannten Verlage, besonders die mit den Bestsellern, den Großhändler mit Handelsspannen, die sie der »normalen« Buchhandlung nicht einräumen. Eine geschickte Strategie von Amazon ist, daß das große Zentrallager für Bücher in Bad Hersfeld nur wenige Schritte entfernt ist vom Hauptlager des zweiten Zwischenbuchhändlers der Branche, der Firma Libri. So kann Amazon eine schnelle Lieferfähigkeit nicht nur behaupten, sondern auch erfüllen, da man sich beim Nachbarn eindecken kann, wenn die Nachfrage plötzlich ansteigt.
    Die Leipziger Buchmesse vergibt, wie es sich anscheinend gehört, auch Geldpreise an Autorinnen und Autoren, diesmal bekam Anke Stelling für »Schäfchen im Trockenen« den Leipziger Buchpreis mit 15.000 Euro und medialer Aufmerksamkeit, einem Text über die Angst der sogenannten »Mittelschicht«, die aufsteigen möchte oder zumindest ihren Platz behaupten will und »nach unten« abrutschen kann. Der »Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung« 2019 ging an die russisch-US-amerikanische Journalistin und Schriftstellerin Masha Gessen für ihr Buch »Die Zukunft ist Geschichte«, ein Machwerk der besonderen Art über die Verhältnisse in »Putins Reich«, an denen die Menschen zu »zerbrechen drohen«. Auch dafür gab es ein hübsches Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro. Ansonsten nichts Neues aus Leipzig.

    Gretchen Kallenberg

    Besucher gehen über die Treppe mit dem Logo der Leipziger Buchmesse in der Glashalle (Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa)

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  • Kultur22. März 2019

    «Plakeg !», le nu à cheval … des XIXe et XXe siècles

    Elle est passionnante, cette période charnière, aussi essentielle dans l’histoire du nu dans l’art, que transitoire et mal définie, située entre réalisme et expressionnisme et ouverte lato sensu par les impressionnistes, dont le musée Villa Vauban (1) expose actuellement un choix de nus! Le titre de l’exposition vous paraît bizarre? C’est voulu.
    En effet, plakeg signifie en luxembourgeois nu ou dénudé dans la vie courante et non dans la représentation artistique du corps humain, comme en sculpture, peinture, dessin, gravure ou photo. Aussi, le choix du musée comporte-t-il une pointe d’humour, d’ailleurs caractéristique de certains travaux de Lovis Corinth (1858–1925), le principal artiste exposé. C’est que le nu artistique se dit en luxembourgeois et en allemand «Akt». Mais cette adjectivisation luxembourgeoise du nu dans le titre, cet emploi d’un mot courant, simple et trivial, a une signification bien plus profonde, qui m’est apparue peu à peu durant la visite de presse, grâce à la plaisante présentation de notre charmante cicérone, Maité Schenten, conservateur adjoint au Musée Villa Vauban. M’enrichir de son érudition et me réjouir de son esprit compléta avec bonheur la couche fond dont je m’étais vite badigeonné sur le site Internet de l’exposition (2). Aussi, avant de vous livrer un zeste de mon apprentissage muséal, tout comme mes propres découvertes et réflexions, je vous donne à lire ci-dessous ce texte du musée.

    «Vers la fin du XIXe siècle», peut-on toutefois déjà lire «un changement profond s’opère dans la conception du nu. Une génération de jeunes artistes avant-gardistes entend rompre avec les traditions académiques de la représentation du corps nu : pour leur création, ils remplacent les copies d’après les statues antiques et les modèles en poses figées par des personnes – surtout des femmes – faisant partie de leur environnement personnel. Parallèlement au naturisme pratiqué par le mouvement de la Lebensreform, naît ainsi une perception entièrement nouvelle du corps dans l’art: sans le moindre embellissement et sans être limitée aux seuls motifs religieux, mythologiques ou historiques. L’exposition met l’accent sur des peintures, dessins et œuvres graphiques de l’artiste allemand Lovis Corinth (1858–1925), dans l’oeuvre duquel les variations du nu occupent une place centrale, de l’étude du modèle en atelier aux scènes sensuelles et intimes en passant par un regard ironique sur l’antiquité classique.

    Ensemble avec des oeuvres de certains contemporains de Corinth (Albert Weisgerber, Max Slevogt, Hans Purrmann, Auguste Renoir, Auguste Rodin et Edgar Degas), l’exposition présente une époque en transition. En complément, elle propose des photographies anciennes qui, à l’époque, ont influencé l’étude du nu. Elles furent utilisées dans les académies d’art afin de remplacer en partie le modèle vivant. Des photographies d’Edward Steichen dans le style pictorialiste servent de contrepoint à ces études anatomiques. Une sélection d’œuvres d’artistes luxembourgeois tels que Corneille Lentz, Joseph Kutter et Jean Schaack donne un aperçu de l’évolution du nu au XXe siècle; après leurs études dans les capitales européennes de l’art et inspirés par l’impressionnisme français, puis par l’expressionnisme allemand, ces artistes ont adopté les nouvelles approches en peinture de nu.».

    Si le choix de Lovis Corinth se prêtait particulièrement bien à cette exposition, «C’est qu’il est sans doute l’un des artistes de cette période, qui s’est le plus investi dans le nu», nous a expliqué Maité Schenten. À quoi il est bon d’ajouter, que Corinth Corinth a surtout grandement contribué à matérialiser sa représentation, à donner vie et corps aux corps. En effet, si le nu a été largement pratiqué, à l’exception de brefs intervalles de pruderie, depuis la Renaissance, il était principalement inspiré d’une antiquité gréco-romaine redécouverte, à quoi s’ajouteront au XIXe mythologie et histoire. Même durant la période précieuse du XVIIIe (fêtes galantes), sa sensualité nouvelle y était maniérée, peu naturelle, car recherchant surtout l’’esthétique, la beauté, ci et là une certaine malice. Retrouvant tout son classicisme entre fin XVIIIe aux premiers 15 ans du XIXe, puis s’idéalisant lors du romantisme, ce n’est que au 3ème tiers du siècle que peu à peu certains impressionnistes commencèrent à représenter les corps humain tel qu’il est et non tel voudrait le voir l’esthète ou le dramaturge.

    La percée fut difficile dans une société, où la libéralisation politique et surtout économique naissante n’allait guère de pair avec celle des mœurs, de l’esprit et, par conséquent, des beaux arts. Les moeurs se voyaient hypothéquées, tout au contraire, par un certain académisme conservateur hypocrite hérité de la révolution et de l’Empire et surtout de la Restauration! Bien sûr, il y avait eu des précurseurs, des exceptions, certains romantiques. Je pense, par exemple, à Eugène Delacroix qui provoqua déjà un scandale en 1827 avec sa «Mort de Sardanapale» (3), où, en dépit de sa référence au mythe et à l’antiquité les nombreux nus très humains, réalistes, charnels, tourmentés, n’ont rien d’idéal, d’académique, ou d’abstrait. l’oeuvre fut rejetée par la majorité des critiques, Victor Hugo étant l’un des rares qui en reconnût la grandeur et la «modernité».

    La deuxième moitié du XIXe siècle et l’impressionnisme venus, les Manet et Courbet firent occasionnellement scandale à leur tour. Mais peu à peu, les Rodin, Camille Claudel, Toulouse-Lautrec, Renoir, Purrmann, Seimetz, Weisgerber et tant d’autres comme, justement Lovis Corinth, parvinrent à confirmer et à faire admettre cette libération (4). Et l’historienne de l’art Nathalie Becker le définit fort bien en écrivant, que «Corinth met souvent en lumière les thèmes de l’amour, du sexe ou de la mort par le biais du nu…» et, plus loin, qu’il «... saisit à bras le corps la chair, la sensualité avec une touche véhémente et une palette exaltée. Sa pratique du nu dialogue dans l’exposition avec celle d’artistes qui, comme lui, à la fin du XIXe siècle, auront une perception entièrement nouvelle du corps.».

    Toujours concernant Lovis Corinth, madame Schenten accentue de son côté le fait que, s’éloignant progressivement des représentations classiques, dont il a commencé par s’inspirer, il s’oriente surtout durant ses études parisiennes (5) d’abord vers une peinture du nu conventionnelle. À partir de là il aurait évolué vers cette représentation plus proche de la vie réelle, qui deviendra sa marque. Mais les voies de l’art sont impénétra.

    bles. En effet, si William Bouguereau, dont Corinth fréquentait l’atelier à l’Académie Julian de Paris, était un peintre hors pair, l’art de ce grand maître du nu était encore absolument académique et, si Corinth lui doit beaucoup de son savoir-faire pictural, ce ne sera certes pas le cas de sa libération du classicisme. Une petite digression (par rapport à notre expo) nous permettra d’ailleurs de parfaitement illustrer, amis lecteurs, cette rupture entre les deux écoles et de conclure en même temps cet article.

    C’est la différence entre la perfection léchée de «La Baigneuse» (6) (1870) de Bouguereau et ce «Nu debout» (1881) à la pose comparable, mais combien plus frémissante de vie, du réaliste Lovis Corinth, exposé aujourd’hui Villa Vauban! C’est porcelaine versus chair ; c’est joli versus attachant.

    Giulio-Enrico Pisani

    ***

    1) Jusqu’au 16 juin 2019 au Musée d’art de la ville de Luxembourg, Villa Vauban, 18 Avenue Emile Reuter. Fermé le mardi, ouvert vendredi de 10-21 h et tous les autres jours 10-18 h.

    2) https://villavauban.lu/exhibition/plakeg/

    3) voir https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/33/Eug%C3%A8ne_Delacroix_-_La_Mort_de_Sardanapale.jpg

    4) Libération du corps dans l’art, qui est loin d’être une valeur acquise, puisque de nos jours revient la tendance hypocrite à le salir et à le diaboliser, comme dans les réseaux sociaux, où des gendarmes de la «morale» et leurs algorithmes, ignorent les appels au meurtre et illustrations sadiques, mais bloquent, effacent ou pénalisent le simple nu.

    5) De 1884 à 87, où il étudie à l’Académie Julian et particulièrement dans l’atelier de Bouguereau, l’un des professeurs dont s’était entouré Rodolphe Julian.

    6) voir
    www.wikiart.org/fr/william-bouguereau/baigneuse-1870

    Lovis Corinth : Bacchanale

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  • Kultur21. März 2019

    Freiheitsliebend und exzentrisch

    Fanny Ardant wird 70

    Fanny Ardant setzt sich über Moralnormen und Denkverbote hinweg. In ihrem jüngsten Film spielt sie eine abgedrehte und exzentrische Frau. Eine Rolle, in der sich die »Grande Dame« des französischen Kinos teilweise selber spielt.

    Sie trägt Leder, vorzugsweise Schwarz, färbt ihre Haare hellblond und ist ziemlich abgedreht. In ihrem jüngsten Film spielt Fanny Ardant eine Mutter, für die sich ihr erwachsener Sohn schämt, denn sie kommt auf die verrücktesten Ideen, wie die, Drogen zu verkaufen, um aus ihren Schulden herauszukommen. Eine Rolle, in der sich Ardant, die am 22. März 70 Jahre alt wird, streckenweise selber spielt.

    Sie sei wie sie, eine temperamentvolle Frau, die Konventionen sprenge und sich nicht unterkriegen lasse, erklärte der französische Film- und Theaterstar vor dem Erscheinen von »Ma mère est folle« Anfang Dezember in Interviews. Und ergänzte: »Die Person mag für ihr Umfeld nervig sein, doch ist sie eine wunderbar lebendige Frau.« Wie Fanny Ardant.

    Leidenschaftlich, exzentrisch, authentisch, unkonventionell und entschlossen: So schaffte sie 1981 auch ihren internationalen Durchbruch in »Die Frau nebenan« von François Truffaut. In dem Drama spielt sie eine verheiratete Frau, die sich in eine leidenschaftliche Affäre mit dem Nachbarn einläßt, die tödlich endet.

    Fanny Ardant war Truffauts letzte Geliebte und Muse. Mit dem Autorenfilmer, der eine unverhohlene Leidenschaft für schöne Frauen hatte, drehte sie noch »Auf Liebe und Tod«, in dem sie eine Sekretärin spielt, die sich als Prostituierte verkleidet, um einen Mordfall aufzudecken. Der 1983 erschienene Krimi war Truffauts letzter Film, bevor er ein Jahr später mit 52 Jahren an einem Gehirntumor starb.

    Für Fanny Ardant, die 1983 ihre gemeinsame Tochter Joséphine zur Welt brachte, war die Begegnung mit Truffaut wegweisend. Er habe ihr Dasein als Frau und Schauspielerin völlig auf den Kopf gestellt, wie sie später sagte. Zwischen Truffauts Filmen und »Ma mère est folle« liegen eine über 30-jährige Karriere und Rollen, die ihr freigeistiges Denken widerspiegeln.

    Eine Bürgerliche in einem klassischen Drama zu spielen, hat sie deshalb nie interessiert. In »Die schönen Tage« liegt sie als 60-jährige Rentnerin mit einem Joint und einem viel jüngeren Mann im Bett. In »Auch Männer mögen’s heiß«, eine Komödie über Homosexuelle aus dem Jahre 1996, spielt sie eine Clubbesitzerin, und in dem 2017 erschienenen »Lola Pater« ist sie als eine aus Algerien stammende Transsexuelle zu sehen. Der Film habe sie sehr fasziniert, denn sie habe sich dabei aufs Glatteis begeben, erklärte sie. Wie sie betont, will sie mit solchen Rollen nicht überraschen, sondern Seiten in ihr entdecken, die sie noch nicht kenne.

    Dazu gehört auch, daß sie 2009 mit »Cendres et Sang« erstmals auch hinter der Kamera stand. Eine Erfahrung, die sie 2017 mit »Le Divan de Staline« wiederholte, einem Film, in dem sie die Beziehung Stalins zur Kunst hinterfragt. Darin spielt Gérard Depardieu die Hauptrolle. Zu dem Urgestein des französischen Kinos unterhält sie seit Jahren schon ein ganz besonderes Verhältnis, denn er sprengt Konventionen – so wie sie.

    Der einzige Planet, mit dem sie ständig auf einer Wellenlinie sei, sei Gérard, erzählte sie jüngst. Sie lache gern mit ihm zusammen und hasse wie er Drehs, auf denen es wie in der Schule oder bei der Armee zugehe. Was sie über seine Rolle als Steuerflüchtling und Russe halte? »Ich hasse Lynchjustiz. Ich liebe freie Menschen und Provokateure.«
    Sie selbst stammt aus einer altehrwürdigen Bürgerfamilie. Ihr Vater war Militärgouverneur von Monaco, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Im südfranzösischen Aix-en-Provence studierte sie Politikwissenschaft, bevor sie nach Paris ging, um Schauspielunterricht zu nehmen.

    Gespielt hat sie mit den größten der Branche, darunter Volker Schlöndorff, Alain Resnais, Claude Lelouch und Costa-Gavras. 2009 hat sie der Italiener Franco Zeffirelli als Hauptdarstellerin in »Callas Forever« ausgewählt. Darin verkörpert Fanny Ardant die berühmte griechisch-amerikanische Sängerin, mit der sie wegen ihrer rauen und unverkennbaren Stimme auch gerne verglichen wird.

    Traditionelle Sitten und Moralnormen überschreitet sie auch in ihrem Privatleben. Ihr bewegtes Leben, drei uneheliche Töchter von drei Vätern, beschreibt sie bildhaft als »Rock’n’Roll«. Als Anhängerin der Untreue bezeichnet sie sich, weil ein Seitensprung eine Ehe durchaus wieder anspornen könne, und weil sie Lügen haßt. Sie habe übertrieben gelebt, so ihr Geständnis.

    Sabine Glaubitz, Paris (dpa)

    Fanny Ardant im August 2017 auf dem 70. Internationalen Filmfestival in Locarno (Schweiz) (Foto: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa)

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  • Kultur15. März 2019

    Mignonne, allons voir si la rose…

    ... eussé-je pu dire, comme à son temps Ronsard dans son «Ode à Cassandre» et poursuivre: «...qui ce matin avait déclose...», ces deux vers devenus depuis un temps l’immortel symbole de la femme fleur. Car c’était bien la femme aux moult fleurs qui me jaugeait, imaginai-je, mystérieuse entre ses cils mi-clos et couronnée d’un immense bouquet, depuis cette invitation titrée Laura Bofill et «Dialogue with nature» reçue il y a peu de la Galerie Schortgen (1). «Tiens», me suis-je dit, «Voilà que Jean-Paul Schortgen a découvert un nouveau talent! Et je n’en doutai pas un instant. Tout me faisait croire, en effet, en voyant les splendides ensembles floraux, la subtile harmonie des couleurs, la finesse quasi-féérique des visages féminins très stylisés, voire à peine esquissés, qui illustraient ce carton, tout me donnait donc à penser qu’il nous présentait une nouvelle artiste, une découverte. Peut-être la découverte de l’année...

    Cependant, au fur et à mesure que les jours passaient en attendant la date du vernissage et que je regardais le carton d’invitation posé sagement sur le buffet de mon living, un doute s’insinua peu à peu dans mon esprit. Certes, cette sorte peinture et ce dessin très particulier étaient pour moi du jamais vu. Pourtant, ce nom, Laura Bofill, ne m’était pas inconnu. Une homonymie? C’est fréquent dans l’art. Alors, ne voulant pas attendre le vernissage pour en avoir le coeur net, j’entrepris de fouiller mes archives... Et voilà que parmi mes articles de l’été 2017 m’apparaît le titre «Laura Bofill à la tête du triangle catalan?». Et là, je retrouvai également mention de deux de ses précédentes expos: «Dos pensamientos naturales» ou même sa «Féminidad natural». Vrai qu’elles eussent pu me faire pressentir la Laura Bofill d’aujourd’hui ; mais de là à m’en souvenir...

    J’implore votre indulgence, amis lecteurs, car ce qui m’avait alors impressionné et qui m’était resté en mémoire, c’était qu’en dépit des premiers rôles tenus ci ou là par des personnes, celles-ci s’inséraient alors dans des ensembles industriels ou architecturaux leur servant de faire-valoir. Immeubles, gratte-ciels, ponts, rues, rails avec leur fuite ici divergente, là convergente, ailleurs parallèle ou spatiale, donc paysages citadins réceptacles de l’homme qu’ils semblaient parfois écraser ou déterminer, la plupart de ses tableaux étaient empreints d’une certaine sévérité. Sévérité? C’est du passé, enfin, presque, car celle-ci a aujourd’hui cédé à la luxuriance, à l’exubérance, à la floraison de la féminité triomphante, mais d’une féminité qui, malgré sa luminosité florale ne perd rien de sa finesse, de son charme, de son mystère et de sa séduction.

    Bien qu’elle n’ait pas renoncé à son inspiration architecturale et géométrique, que vous retrouverez encore dans des oeuvres comme «Dos chicas en la via», «Arquitectura de angulos», «Celo geometrico» ou «Tres en el circul», qui nous rappellent la celle de 2017, c’est une autre Laura Bofill qui vient à nous aujourd’hui. Impossible de faire le tour de la galerie sans penser au printemps qui s’approche. Que dire en effet de ces riches mais chromatiquement sobres buissons floraux formant comme des allégories printanières ou automnales avec des portraits de femmes très stylisés, parfois à peine esquissés que sont «Una mujer explosiva», «Tapada por su naturaleza», «Con-sus-flores» ou autres «Despareciendo II»? Tenez, et pourquoi cette dernière oeuvre ne constituerait-elle pas dans l’esprit de l’artiste une transition vers le nec-plus-ultra, vers «Mujer en la naturaleza», la femme dépouillée de tout décor, artifice, de tout ce qui n’est pas elle? Qui sait? Va savoir ce qui germe, qui passe, qui s’épanouit dans l’esprit de l’artiste! Quoiqu’il en soit, cette scène en noir et blanc, dépouillée, à peine piquée ci et là de bleu ciel, la fleur ayant cédé au fruit devenue femme, sa nature même, promesse et nostalgie tout en un, nous appelle à la suivre, sans cure des branches d’hier qui tendent vers elle leurs bras décharnés comme pour la retenir. Personnellement (des goûts et des couleurs...), j’y vois un pur chef-d’oeuvre!

    Pour le reste, vous souvenez-vous encore que Laura Bofill, née en 1983 à Barcelone et dont l’intérêt pour la peinture se manifesta très jeune en profondeur, développa, grâce à la tradition d’une famille toute d’artistes, ce goût pour l’art qui devint sa seconde nature? Simple rappel: après avoir suivi en 2001-2002 une formation à la «Escola Industrial» et des cours de peinture à la «Davinci escola d’art», puis de 2003 à 2006 des études de peinture à l’université «Escola Massana» et de 2007 à 2009 de cinéma à la «Escola de Mitjans Audiovisuals, EMAV», toujours à Barcelone, elle quitte l’Espagne pour Londres. Le paysage urbain, les formes et les volumes des villes deviennent un temps le sujet central de l’artiste. Mais déjà en 2005, son intérêt grandissant pour l’effervescence des métropoles la pousse à s’envoler pour New York, où elle s’inscrit aux cours de dessin de la «School of Visual Arts». La Grosse Pomme deviendra dès lors la clé de son travail. Graphique, mouvante, mystérieuse, elle imprégnera sa démarche, l’éclectisme d’une pratique qui décline aussi bien les médiums (photo, peinture, dessin) que les matériaux (acryl, huile, cire, encre, papier, toile, bois, résine), permettant à l’artiste de multiplier les effets de matière, texture et fini.

    Son travail présent n’est toutefois pas absolument simple à comprendre. Certes, on peu se contenter de jouir du résultat, ce qui n’est déjà pas si mal. Beaucoup s’en satisferont. Mais approcher vraiment son ouvrage, le pénétrer, l’épouser le temps d’une expo, ou plus longtemps, offre un bien plus grand plaisir, car cette géniale artiste espagnole ou, plus précisément, catalane, dont les tableaux attendent votre visite, constitue un réel phénomène. Ses réalisations n’impliquent pas seulement une brillante mise en scène artistique de ses idées. Les techniques picturales et graphiques mixtes, qu’elle met en oeuvre (photo, collage, dessin et peinture, ici monochrome, là aux couleurs riches, mais harmonieuses et sans violence, puis glaçure, appliqués, pour cette expo, sur bois, autant d’outils maîtrisés quasi-parfaitement), y contribuent grandement. Sa vision, enfin – admettons-le – parfois énigmatique, fait le reste et vous laisse toute liberté de compréhension.

    Au-delà de la saisissante beauté de ses tableaux, la représentation de sa pensée paraît aussi claire au premier abord qu’elle est mystérieuse en profondeur. Le spectateur a du mal à en détacher le regard, une fois saisi par l’esprit – constat ou message? – que l’artiste lui transmet. Certes, en être saisi, captivé, voire ému, ne signifie pas encore avoir compris Laura Bofill. Mais c’est partiellement en cela que réside le charme de ses créations. Esthétiquement parfaites – tout simplement belles, jolies, charmantes –, à l’humain omniprésent, ici au premier plan, là subordonné à ses rêves de bâtisseuse, elles accrochent d’emblée le regard et invitent à pénétrer dans les premiers cercles de leur âme. Et elles font mieux encore: charment le spectateur, le captivent et enfin l’attirent de plus en plus profondément entre les spires de la pensée et de la personnalité de l’artiste, où se reflète la femme en général avec sa complexité et ses contradictions que je vous laisse découvrir.

    Giulio-Enrico Pisani

    ***

    1) Galerie Schortgen Artworks, 24, rue Beaumont, Luxembourg centre. Exposition mardi à samedi de 10h30 à 12h30 et de 13h30 à 18h. jusqu’au 6 avril.

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