Kultur28. April 2021

Freundschaft, Mut und Zusammenarbeit

Vor 85 Jahren hörte man zum ersten Mal »Peter und der Wolf«

von Jenny Farrell

Sergej Prokofjew gehört zu den großen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Geboren wurde er vor 130 Jahren, am 23. April 1891, im ländlichen Sonziwka in der Ukraine. Das dörfliche Leben mit seinen Bauernliedern hinterließ einen bleibenden Eindruck. Die musikalische Mutter machte mit ihm schon als Kind Ausflüge zur Moskauer Oper. Prokofjews zehnjährige Studienzeit (1904 bis 1914) am Petersburger Konservatorium, unter anderem bei Rimski-Korsakow, war eine Zeit großen künstlerischen Wachstums.

1917 begann für Prokofjew eine neue Zeit; er komponierte viel. Im Sommer 1917 schloß er sich dem Rat der Arbeiter in der Kunst an. Wegen des Bürgerkriegs neun Monate lang im Kaukasus aufgehalten, kehrte er erst Anfang 1918 nach Petrograd zurück. In der Überzeugung, daß Musik nicht im Vordergrund des Rates stand, erwirkte Prokofjew die Genehmigung, eine Konzertreise ins Ausland zu unternehmen. Ab 1918 begann er, als Pianist und Dirigent durch die USA und Europa zu touren und blieb, vor allem wegen der Blockade der UdSSR, länger außer Landes als ursprünglich geplant. Er weilte fast zwei Jahre in den USA und kehrte mehrmals zu Konzertreisen dorthin zurück.

In Frankreich kam Prokofjew in engen Kontakt mit der musikalischen Avantgarde. Bereits in Rußland hatte er Stücke von Schönberg aufgeführt. Er studierte die Werke Strawinskys, vor allem die frühen Ballette, blieb aber kritisch gegenüber den Neuerungen seines Landsmannes, zu dem er ein gespanntes persönliches Verhältnis hatte. Ab 1922 verbrachte Prokofjew über anderthalb Jahre im bayrischen Ettal, bevor er nach Paris zurückkehrte. In Deutschland heiratete Prokofjew die spanischstämmige Sängerin Carolina Codina, die er in den USA kennengelernt hatte und mit der er zwei Söhne hatte.

 


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