Herstellung und Verkauf von Laborfleisch in Italien verboten
Rom – Italiens Rechtsregierung hat Herstellung und Verkauf von Laborfleisch verboten. Mit den Stimmen der Mehrheitsparteien verabschiedete die Abgeordnetenkammer in Rom einen entsprechenden Gesetzentwurf, der bereits zuvor vom Senat angenommen worden war. Die Diskussion über synthetisches Fleisch spitzte sich zuletzt in Italien zu. Die Opposition lehnte ein Verbot vehement ab. Italien ist der Nachrichtenagentur ANSA zufolge damit das erste Land in Europa, das ein solches Verbot einführt.
Für die Herstellung von Fleisch im Labor werden lebenden Tieren Stammzellen entnommen, die in einer Kulturflüssigkeit aus Fetten, Aminosäuren, Vitaminen, Mineralien und Zucker landen. Dort vermehren sie sich und wachsen zu Muskelgewebe heran. Für Fleisch aus dem Labor müßten keine Tiere getötet werden, was von Tierschützern befürwortet wird. Auch der Umweltaspekt wird oft hervorgehoben.
Politiker der Regierungsparteien zeigten sich nach der Abstimmung im Parlament erfreut. »Uns geht es dabei um den Schutz unserer Tradition, unserer Produkte und vor allem der Gesundheit der Italiener«, sagte zum Beispiel Davide Bergamini von der faschistischen Lega. Von der Opposition hagelte es dagegen Kritik. Insbesondere die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes wird von ihr bezweifelt. Es könne zudem mit einem pauschalen Verbot gegen internationales Recht sowie EU-Vorschriften verstoßen, so daß ein Konflikt mit der EU-Kommission drohen könnte.
Verstöße sollen dem Gesetz zufolge mit Geldstrafen von bis zu 60.000 Euro sowie der Beschlagnahmung der Waren geahndet werden. In den USA ist der Verkauf von Fleisch aus dem Labor hingegen seit diesem Sommer erlaubt, zunächst aber nur in Restaurants. Die Lebensmittelbehörde FDA befand 2022: Das Fleisch sei »genauso sicher wie vergleichbare Lebensmittel, die mit anderen Methoden hergestellt wurden«. Auch in Singapur sind Verkauf und Verzehr von Laborfleisch erlaubt.

