Kaleidoskop10. September 2026

WHO warnt: Viel zu wenige Betten für Ebolapatienten

von dpa/ZLV

Genf – Die Zahl der Betten für Ebolapatienten in der Demokratischen Republik Kongo reicht bei Weitem nicht aus. Es seien mehr als doppelt so viele Aufnahmeplätze für Patienten nötig – und vor allem müßten sie schnell auch außerhalb der ursprünglich betroffenen Provinz Ituri gebaut werden, berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Ebola ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt sowie Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.

Die WHO hatte den Ausbruch Mitte Mai bekanntgegeben. Zunächst war die Provinz Ituri im Nordosten der DR Kongo betroffen. Mittlerweile haben sich nach Behördenangaben bereits 6.686 Menschen infiziert, 3.226 sind an der hochansteckenden Infektionskrankheit gestorben. Nie zuvor hat sich das Virus so schnell verbreitet.

Nach Angaben des kongolesischen Instituts für nationale Gesundheit sind aktuell 819 Patienten in Behandlung oder in Isolierstationen – dabei sind die Bettenkapazitäten in den sechs betroffenen Provinzen unterschiedlich ausgelastet. Bei vielen Patienten ist nicht klar, wo sie sich angesteckt haben. Mittlerweile gibt es Fälle in sechs Provinzen des Landes.

Zurzeit gebe es 59 Behandlungszentren mit zusammen 1.400 Betten in dem nach seiner Fläche zweitgrößten Land Afrikas, mahnte der WHO-Logistikexperte Luca Fontana nach einem Einsatz in der DR Kongo. Nötig seien mindestens weitere 1.600. Die Zahl der Pflegekräfte müsse von 4.000 auf mindestens 9.000 erhöht werden. Die WHO arbeite daran.

Die Ausbildung laufe auf Hochtouren, aber es müsse auch sichergestellt werden, daß der Gesundheitsbetrieb außerhalb der Ebolazentren weiterlaufen könne. Unter anderem seien einige der gut 1.500 Patienten in der Ausbildung, die nach einer Ebolainfektion genesen sind.

Ein Behandlungszentrum mit 50 Betten zu unterhalten, koste umgerechnet mehr als 400.000 Euro. Allein die Schutzkleidung der Pfleger, die sie nur einmal tragen können, koste über 20 Euro pro Einsatz.

Der aktuelle Ausbruch ist auch deshalb so schwer einzudämmen, weil es für den Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Zwei antivirale Therapien und ein Impfstoff sind noch in der Testphase. Auch mißtrauen viele Menschen dem Gesundheitssystem. Dadurch kommen viele erst in die Behandlungszentren, wenn es schon fast zu spät ist.