Luxemburg14. Januar 2022

Lob der Wissenschaft

Regierung macht 1,7 Milliarden Euro für öffentliche Forschung locker. Ressortchef Meisch lobt Beitrag der Wissenschaft zur Pandemiebekämpfung

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Im Hochschul- und Forschungsministerium wurden am Donnerstag Konventionen mit der Universität, den öffentlichen Instituten Luxembourg Institute of Health (LIH), Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) und Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER) sowie dem Nationalen Forschungsfonds (FNR) unterzeichnet, denen zufolge die Regierung in den vier Jahren bis 2025 1,7 Milliarden Euro für die öffentliche Forschung lockermacht. Das seien nochmals 17,6 Prozent mehr als in der letzten Förderungsperiode, erklärte Ressortchef Claude Meisch auf einer Pressekonferenz.

Über 16,9 Prozent mehr Forschungsgelder kann sich die Universität freuen, die mit 908 Millionen Euro gestern am meisten bedacht wurde. 294 Millionen Euro fließen zunächst in den Forschungsfonds ( 9,6 %), 219 Millionen gehen ans LIST ( 16,8 %), fast 183 Millionen ans LIH ( 20,3 %) und 62 Millionen Euro ans LISER ( 25,7 %). Die übrigen 35 Millionen Euro sind für herausragende wissenschaftliche Forschungsleistungen im Sinne der EU vorgesehen.

Erstmals wurden in den mehrjährigen Konventionen gemeinsame Forschungsziele für die Uni und die drei Institute benannt, und zwar in vier Gebieten: »Die Digitalisierung im Dienste der personalisierten Medizin«, »Die Finanztechnologien der Zukunft«, »Bildung, Ausbildung und Kompetenzen im 21. Jahrhundert« und »Die Herausforderungen in den Bereichen Klima und Energie«.

Ressortchef Meisch zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung des »Forschungsstandorts Luxemburg« in den vergangenen zwei Jahrzehnten und erklärte, man sei zumindest in einzelnen Bereichen mittlerweile »international sichtbar« und werde immer attraktiver für Forscherinnen und Forscher aus dem Ausland. »Wir sind absolut konkurrenzfähig«, so Meisch.

Ausführlich lobte der Minister den Beitrag der hiesigen Forschungsgemeinschaft bei der Pandemiebekämpfung in der Coronakrise. Das habe der Regierung »enorm geholfen, ein Gleichgewicht zwischen der Freiheit des Einzelnen und der Wirtschaftsaktivitäten auf der einen, und der Viruseindämmung auf der anderen Seite zu finden«.

So habe das LIH ganz zu Beginn der Coronakrise richtig eingeschätzt, »daß wir von einer Herdenimmunität damals noch ganz weit entfernt waren, und daß wir das Virus nur durch konsequentes Impfen besiegen können«. Wertvolle Dienste habe auch das LIST mit seiner Überwachung der Viruslast im Abwasser geleistet. Dank dieses »Corona-Frühwarnsystems« habe das Infektionsgeschehen in Luxemburg bis zu zwei Wochen im Voraus vorhergesagt werden können. So habe man Ausbruchssituationen schneller erkennen und damit rasch reagieren können, um zu verhindern, daß größere Ausbrüche stattfinden.

Auch kann das Analyseverfahren die verschiedenen Varianten des Coronavirus unterscheiden und auch nicht erkannte Infektionen werden bei der Abwasseruntersuchung erfaßt. Zwar läßt sich nicht die genaue Zahl der Infizierten bestimmen, dafür aber Trends. Als Frühwarnsystem hilft es der Regierung, die dann besser entscheiden kann, ob die Coronamaßnahmen verschärft oder gelockert werden sollten.