CFL: Rekordumsatz und hohe Investitionen
Die Eisenbahngesellschaft CFL, deren Hauptaktionär der Luxemburger Staat ist, verzeichnete im Jahr 2023 einen Rekordumsatz von 1,13 Milliarden Euro und machte einen Nettogewinn von 18,3 Millionen Euro.
Über den staatlichen Eisenbahnfonds wurden im vergangenen Jahr Gesamtinvestitionen in Höhe von 256,3 Millionen Euro für die Modernisierung und den Ausbau des Schienennetzes getätigt, aber auch die CFL investierten 140,5 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.
34 neue Coradia-Personenzüge
Dazu zählt die Anschaffung von 34 Coradia-Personenzügen, die zwischen 2024 und 2026 schrittweise in Betrieb genommen werden sollen und die in die Jahre gekommenen Triebwagen der Serie 2000 ersetzen werden. Damit werden die Sitzplätze um fast die Hälfte erhöht. Zudem wurden zehn Triebwagen TER2N-ng modernisiert und in Bonneweg wurde eine neue Halle in Betrieb genommen, in der vornehmlich die Coradia-Züge gewartet und instandgesetzt werden sollen. Nahe den Bahnhöfen in Mersch und Rodange wurden zudem 2.000 neue Parkplätze geschaffen.
Die neuen Coradia-Züge, die 2018 und damit viel zu spät beim französischen börsennotierten Konzern Alstom bestellt wurden, sind bitter notwendig und längst überfällig, damit verhindert werden kann, dass es in noch größerem Maße als bisher zu Pannen und Zugausfällen bei Personenzügen kommt, bedingt durch den Verschleiß des Materials.
Das hat auch negative Auswirkungen auf die Pünktlichkeit, vorausgesetzt Züge fallen wegen technischer Probleme nicht vollständig aus, wie das öfter vorkommt. Dazu muss man wissen, dass Verspätungen bei den CFL erst als solche gelten, wenn ein Zug einen Rückstand von mehr als sechs Minuten auf den Fahrplan hat.
2023 zeichnete sich denn auch dadurch aus, dass mit 28,7 Millionen Menschen eine Rekordzahl an Fahrgästen transportiert wurde – 6,7 Millionen mehr als 2022. Hinzu kamen 3,5 Millionen Fahrgäste in den 80 CFL-Bussen, die Teil des öffentlichen Transportangebots sind.
Insgesamt legten die Züge der CFL im Personentransport 7,3 Millionen Kilometer zurück. Die Bahnlinie Luxemburg-Esch/Alzette-Rodange bleibt die meistbefahrene Strecke im Personenverkehr, aber auf der grenzüberschreitenden Strecke Luxemburg- Bettemburg-Metz/Nancy wurden 45 Prozent mehr Fahrgäste befördert. Das ist darauf zurückzuführen, dass immer mehr Grenzgänger aus Frankreich in Luxemburg arbeiten und ein immer größerer Teil von ihnen vom Auto auf den Zug umsteigt.
Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Staat und die CFL, die inzwischen mehr al 5.100 Beschäftigte zählen, im vergangenen Jahr einen neuen öffentlichen Dienstleistungsvertrag für den Zeitraum 2025-2039 unterzeichneten.
In Konkurrenz zur Lkw-Lobby
Im Gegensatz zur stürmischen Entwicklung im Personentransport über die Schiene, war der Umsatz im Frachtgeschäft der CFL, der 262,2 Millionen Euro betrug, im vergangenen Jahr leicht rückläufig. Dennoch wurde ein Nettogewinn von 600.000 Euro erzielt. Im Frachtbereich sind 1.200 Lohnabhängige bei den verschiedenen Tochtergesellschaften beteiligt.
Eine wichtige Rolle im Logistikbereich kommt der Gesellschaft Lorry-Rail zu, ein Gemeinschaftsunternehmen von CFL und der französischen staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF. Das Unternehmen organisiert den Schienentransport von Sattelzuganhängern ohne Fahrer und Zugmaschine über 1.050 Kilometer von Bettemburg nach Perpignan an der spanischen Grenze, steht aber in einem harten Konkurrenzkampf mit der Lkw-Lobby.
2023 wurden die CFL zudem Aktionär der Luxport-Gruppe, der Betreibergesellschaft des Merterter Hafens, so dass sie nun auch kombinierte Zug- und Schiffstransporte anbieten können.

