Kaleidoskop21. Oktober 2026

Viele Tote bei Einsturz einer Goldmine in Kolumbien

von dpa/ZLV

Bogotá – Bei einem Erdrutsch in einer Goldmine im Südwesten Kolumbiens sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am Montag in einem ländlichen Gebiet der Gemeinde Santa Bárbara de Iscuandé an der Pazifikküste des Departements Nariño. Die abgelegene Gemeinde ist von dichtem Regenwald umgeben und nur mit Booten oder aus der Luft zu erreichen.

Mindestens sieben Menschen seien zudem verletzt worden, sagte der Sekretär für Frieden und Menschenrechte des Departements, Álex González. Nach Angaben örtlicher Medien arbeiteten zum Zeitpunkt des Einsturzes gut 40 Menschen in der Mine. Die genaue Ursache des Erdrutsches war zunächst unklar. González verwies jedoch auf die generell mangelnde Regulierung des Bergbaus im kolumbianischen Pazifik.

Der Goldabbau ist in Kolumbien für viele Menschen eine wichtige Einkommensquelle. Zugleich wird das Edelmetall oft ohne die hierzu erforderlichen Genehmigungen und vor allem Sicherheitsvorkehrungen abgebaut, weshalb es immer wieder zu schweren Unfällen kommt. Laut einem Bericht der Regierung und des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung waren 2025 drei Viertel der erfaßten Flächen, auf denen Gold aus Flußablagerungen gewonnen wurde, nicht für derlei Zwecke freigegeben.

Nariños Gouverneur, Luis Alfonso Escobar, schrieb auf der Plattform X, die betroffene Goldmine sei ein »informeller« Betrieb. Escobar forderte die Regierung, die Nationale Bergbaubehörde sowie das Ministerium für Bergbau und Energie auf, »den Legalisierungsprozeß für illegale und kleinindustrielle Bergleute zu beschleunigen«, um Arbeitsbedingungen und Sicherheitsstandards in den Minen zu verbessern.

Erst im August waren bei einem ähnlichen Grubenunglück in der Gemeinde Policarpa im selben Departement 13 Menschen ums Leben gekommen.