Statec präsentiert weitere Erkenntnisse aus dem Zensus 2021:
Jeder zweite Einwohner im Ausland geboren
Der Statec hat am Freitag weitere Erkenntnisse aus der coronabedingt gleich zweimal verschobenen 37. Volkszählung veröffentlicht, die schließlich im November 2021 erstmals »in hybrider Form« (via Internet oder klassisch per Papierfragebogen) stattfand. Unter anderem fanden die regierungsamtlichen Statistiker heraus, daß mittlerweile fast jeder zweite Bewohner des Großherzogtums (49,3 Prozent) im Ausland zur Welt kam, und daß fast drei von vier der im Land lebenden Menschen (73,7 Prozent) einen Migrationshintergrund haben.
Davon spricht der Statec, wenn man selbst (»direkter Migrationshintergrund«) oder wenn mindestens ein Elternteil (»indirekter Migrationshintergrund«) nicht in Luxemburg geboren wurde. Damit sind nur noch gut ein Viertel der Einwohner (26,3 Prozent) wie auch beide Eltern hier zur Welt gekommen. Luxemburgische Staatsangehörige sind dem Statistikamt zufolge noch gut die Hälfte (52,8 Prozent) der Einwohner, und fast vier von zehn (38,2 Prozent) seien in erster Linie Staatsbürger eines anderen EU-Landes.
Unter den Letztgenannten sind wiederum die meisten portugiesische Staatsbürger (14,5 Prozent) vor französischen (7,6 Prozent), belgischen (3,1 Prozent) und deutschen (2,0 Prozent). 2,7 Prozent haben die Nationalität eines anderen EU-Staats und lediglich 6,3 Prozent der Einwohner Luxemburgs haben die britische oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Landes außerhalb der EU.
Von der Bevölkerung sind 44,1 Prozent im Land geborene Luxemburger, 5,1 Prozent wurden in anderen EU-Mitgliedstaaten geboren und 1,3 Prozent in anderen europäischen Ländern. Das bedeutet, daß nur zwei Prozent der Luxemburger außerhalb Europas zur Welt kamen.
Gut jeder fünfte (20,8 Prozent) für den Zensus befragte Luxemburger gab an, eingebürgert worden zu sein. Mittlerweile gebe es ungefähr 70.800 »naturalisierte« Personen, wobei mehr als 50.000 davon angaben, erst in den letzten zehn Jahren – in denen das Einbürgerungsgesetz mehrfach im Sinne einer besseren Inklusion und Integration gelockert wurde – eingebürgert worden zu sein.
So habe die im April 2017 in Kraft getretene Reform »zu einem sofortigen Anstieg« der Einbürgerungen (um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr) geführt. In den beiden Folgejahren 2018 und 2019 habe sich dieser Trend – mit einer Verdoppelung der Einbürgerungszahlen im Vergleich zu 2016 – noch beschleunigt. Elf Prozent der Einwohner, so der Statec weiter, hätten mehrere Staatsangehörigkeiten: 10,5 Prozent hätten zwei und 0,4 Prozent drei oder mehr Staatsangehörigkeiten. Dies wurde mit der Reform 2008 ermöglicht. Nur wer eine fremde Staatsangehörigkeit vor 2008 aufgegeben hat oder wem sie entzogen wurde, der kann diese nicht mehr zurückerlangen.
44,1 Prozent (also fast die Hälfte) der eingebürgerten Luxemburger gab an, hier zur Welt gekommen zu sein. Die im Ausland geborenen Eingebürgerten hätten das Licht der Welt vor allem in Portugal (8,3 Prozent) erblickt, gefolgt von Jugoslawien oder eines seiner Nachfolgestaaten mit beachtlichen 6,5 Prozent. Erst dann folgen die Nachbarländer Frankreich (6,1 Prozent), Belgien (5,3 Prozent) und Deutschland (5,1 Prozent).
Der Statec betont, daß vier von fünf (80,4 Prozent) der ausländischen Einwohner die Staatsangehörigkeit anderer EU-Mitgliedstaaten besitzen, so daß sie sich ohne Visum hier im Land aufhalten können und formal die gleichen Rechte genießen wie Luxemburger.

