Kaleidoskop18. März 2025

Schleusen verhindern Flutwelle in Florenz

von dpa/ZLV

Florenz – In Italien ist die Stadt Florenz dank Schleusen von den Überschwemmungen in der Toskana verschont geblieben. Der Scheitelpunkt des Flusses Arno sei überschritten worden, ohne daß in der Stadt selbst etwas Gravierendes passiert sei, teilte Regionalpräsident Eugenio Giani am Sonntag mit. Zugleich betonte er, in der Umgebung von Florenz und in Richtung Pisa sei die Lage in mehreren Städten weiter kritisch. Daher werde er die Regierung in Rom auffordern, den nationalen Notstand auszurufen.

Heftige Regenfälle haben in den vergangenen Tagen in der Toskana und der Emilia-Romagna für großflächige Überschwemmungen gesorgt. In Florenz hatten die Fluten schon fast die Bögen des Ponte Vecchio – der mittelalterlichen Brücke – und den Eingang zu den Uffizien – der weltberühmten Gemäldesammlung – erreicht. Allein in der Toskana wurden die Sachschäden auf mindestens 100 Millionen Euro geschätzt. Schwer betroffen ist auch die nördlich angrenzende Emilia-Romagna mit der Hauptstadt Bologna und der Adriametropole Ravenna.

In Florenz waren am Freitag innerhalb von nur sechs Stunden 70 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, was dort dem Durchschnitt eines ganzen Monats entspricht. Der Wasserstand des Arno war gefährlich gestiegen, seit Samstag aber wieder gesunken. Flußabwärts in Pisa war die Lage ebenfalls kritisch. In Fauglia bei Pisa mußten Feuerwehrleute zwei Familien mit Schlauchbooten aus ihren vom Wasser eingeschlossenen Häusern retten.

Auch im Gebiet der Siave, eines Nebenflusses des Arno, gab es schwere Überschwemmungen. »Die Siave ist über die Ufer getreten, und der Schlamm ist überall eingedrungen. In 40 Jahren haben wir noch nie so einen Regen gesehen, es schien wie eine Mauer aus Wasser«, zitierte die Tageszeitung »La Repubblica« Bewohner des Ortes San Piero a Sieve nördlich von Florenz.

Der Meteorologe Bernardo Gozzini bezeichnete die Niederschläge als für die Jahreszeit ungewöhnlich. »Ein solches Unwetter ist eher typisch für den November, wenn das Meer noch warm ist, und Wasser verdunstet«, sagte er »La Repubblica«. »Man kann fast sagen, daß es keinen Winter gab. Das Mittelmeer konnte sich nicht abkühlen«, fügte er hinzu. Es sei vielleicht etwas gewagt, die Unwetter von heute mit Sicherheit dem Klimawandel zuzuschreiben. Aber 2024 sei das wärmste Jahr aller Zeiten gewesen.