Kaleidoskop07. November 2025

Cour des Comptes kritisiert Sicherheitsmängel im Louvre

von dpa/ZLV

Paris – Der Louvre sollte seine Mittel nach Ansicht der Cour des Comptes effizienter nutzen und mehr Geld für die Sicherheit und die Renovierung des meistbesuchten Museums der Welt bereitstellen. In den Jahren 2018 bis 2024 habe sich der Louvre besonders um öffentlichkeitswirksame Maßnahmen gekümmert. Technische Installationen zum Beispiel zur Sicherheit sowie die Erhaltung und nötigenfalls Renovierung der Gebäude wären dahinter zurückgetreten.

»Der Diebstahl der Kronjuwelen ist ein starkes Alarmsignal für die viel zu langsame Renovierung der Sicherheitseinrichtungen des Museums«, sagte der Präsident des französischen Rechnungshofs, Pierre Moscovici. Die Investitionen in den Schutz der Kunstwerke seien jedoch unerläßlich, um den dauerhaften Betrieb des Museums sicherzustellen.

Der nun vorgestellte Bericht war bereits vor dem Einbruch Mitte Oktober erstellt worden. Rechnungshofpräsident Moscovici verwies jedoch auch auf eine Sicherheitsprüfung zwischen 2015 und 2017, die auf viele Mißstände aufmerksam gemacht hatte. Die damals ausgesprochenen Empfehlungen seien jedoch noch immer nicht umgesetzt worden.

Der Bericht der Cour des Comptes, der in Teilen schon vorab veröffentlicht worden war, umfaßt den Zeitraum von 2018 bis 2024. In dieser Zeit habe das Museum nur ungefähr drei Millionen Euro für Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben – erforderlich seien insgesamt 83 Millionen Euro.

Für die Instandhaltung gab das Museum demnach etwa 27 Millionen Euro aus, für Restaurierungsarbeiten waren es 60 Millionen Euro. Für die Anschaffung von insgesamt 2.754 Kunstwerken hingegen hätten 105 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Hinzu komme: Nicht einmal jedes vierte dieser Werke sei überhaupt ausgestellt worden. Die Museumsleitung habe »falsche Prioritäten« gesetzt, resümiert der Rechnungshof.

Der Louvre erklärte, den meisten Empfehlungen des Berichts Folge leisten zu wollen. Kulturministerin Rachida Dati hatte bereits angekündigt, noch in diesem Jahr neue Sicherheitsmaßnahmen einrichten zu lassen.

Der Rechnungshof äußerte sich auch zu den Plänen von Staatspräsident Emmanuel Macron, den Louvre tiefgreifend umgestalten zu lassen. Demnach soll das Museum unter anderem einen neuen Eingang bekommen, da die Glaspyramide im Hof den Besucherzahlen nicht mehr gewachsen ist. Zudem soll die Mona Lisa von Leonardo da Vinci in einem eigenen Raum ausgestellt werden, der auch unabhängig vom Rest des Museums besucht werden kann.

Nach Einschätzung der Cour des Comptes werden die geplanten Umbauten mindestens 1,1 Milliarden Euro kosten, deutlich mehr als die bis zu 800 Millionen, die der Elysée-Palast bislang veranschlagt hatte.

Die bei dem Louvre-Diebstahl entwendeten Kronjuwelen im Materialwert von 88 Millionen Euro sind bislang weiter unauffindbar. Derzeit sind drei Männer und eine Frau im Alter von 34 bis 39 Jahren in Untersuchungshaft. Die Männer sollen direkt an dem Diebstahl beteiligt gewesen sei, die Frau ist die Partnerin eines von ihnen.