FIFA-Pläne spalten die Fußballwelt
Die Fußballweltmeisterschaft 2030 soll in sechs Ländern stattfinden. In Uruguay, Argentinien und Paraguay soll – auch in Erinnerung an die erste WM 1930 in Uruguay – jeweils ein Spiel ausgetragen werden. In Marokko, Portugal und Spanien dann alle weiteren. Das hat der Council des Fußballweltverbands FIFA in einer Sitzung via Videokonferenz entschieden und am Mittwochabend mitgeteilt. Die Entscheidung des FIFA-Councils muß nun noch vom FIFA-Kongreß bestätigt werden, der erst nächstes Jahr wieder zusammenkommen wird. Eine weitere Bewerbung gibt es nicht. Damit wäre diese WM die erste, die auf drei Kontinenten ausgespielt werden wird.
Es ist nicht nur diese Lösung, die überraschend ist, sondern auch der Zeitpunkt, zu dem sie präsentiert wurde. Der finale Entschluß sollte eigentlich erst auf dem FIFA-Kongreß 2024 getroffen werden. Warum nun schon im Oktober 2023? In der Pressemitteilung des Verbandes wird »auf die Bedeutung des hundertjährigen Bestehens des FIFA-Weltmeister« verwiesen. Damit scheiterte auch das Vorhaben der südamerikanischen Verbände aus Uruguay, Argentinien und Paraguay, diese WM allein zu veranstalten.
Kritik kam auch von Fanverbänden, weil ihr Team im schlechtesten Fall Spiele in Südamerika, Europa und Afrika austragen muß. Das sorgt für lange und teure Reisen. Fraglich ist auch, ob bei diesen Distanzen überhaupt so etwas wie Fußballatmosphäre in den sechs Ländern aufkommt. »Die FIFA setzt ihren Teufelskreis der Zerstörung gegen das größte Turnier der Welt fort«, kritisierte die Vereinigung Europäischer Fußballfans FSE auf X. Auch die Mannschaften stehen vor einer logistischen Herausforderung, gerade was die Quartierfrage betrifft. Vor allem die sechs, die zuerst in Südamerika ranmüssen, haben es schwer.

