Kaleidoskop06. Januar 2024

»Mary Poppins«-Star Glynis Johns gestorben

von dpa/ZLV

Die aus dem US-amerikanischen Musical-Fantasyfilm »Mary Poppins« von 1964 bekannte britische Schauspielerin Glynis Johns ist tot. Sie starb am Donnerstag (Ortszeit) im Alter von 100 Jahren in Los Angeles in einem Heim für betreutes Wohnen, sagte ihr langjähriger Manager Mitch Clem dem Sender CNN und anderen Medien in den USA und in Britannien. »Heute ist ein dunkler Tag für Hollywood. Wir trauern nicht nur um unsere liebe Glynis, sondern auch um die letzten Funken des goldenen Zeitalters Hollywoods«, schrieb er.

Johns glänzte in dem oscarprämierten Disney-Musical mit Julie Andrews in der Rolle der Winifred Banks, einer energischen Mutter und Frauenrechtlerin. Sie engagiert die von Andrews gespielte Nanny, die mit ihrem Regenschirm bei der reichen Londoner Familie landet und das Leben der Kinder Michael und Jane mit viel Fantasie auf den Kopf stellt. In dem Film singt Johns das Stück »Sister Suffragette«. Die Suffragetten traten Anfang des 20. Jahrhunderts in Britannien und den USA vor allem mit passivem Widerstand und Störungen offizieller Veranstaltungen bis hin zu Hungerstreiks für ein allgemeines Frauenwahlrecht ein.

Die 1923 in Pretoria in der damaligen britischen Kapkolonie (heute Südafrika) geborene Johns entstammt einer Schauspielerfamilie. Schon mit zwölf Jahren stand sie zum ersten Mal mit einem Ballett auf der Bühne. Ihre erste Filmrolle hatte sie 1938 im Streifen »South Riding«. In ihrer mehr als sechs Jahrzehnte währenden Laufbahn spielte sie in Dutzenden Kino- und TV-Filmen sowie Theaterstücken mit.

1960 wurde sie für ihre Rolle in dem Familiendrama »The Sundowners« neben Deborah Kerr und Robert Mitchum als beste Nebendarstellerin für einen Oscar nominiert. 1973 erhielt sie für die Rolle der Desiree Armfeldt in dem Broadway-Stück »A Little Night Music« einen Tony Award. Sie sang dort den Klassiker »Send In the Clowns«.

An ihrem 100. Geburtstag zeigte sie sich in einem Interview des Senders zur Walt Disney Company gehörenden US-amerikanischen Senders ABC 7 noch recht schlagfertig. Das Alter habe für sie keinen Unterschied gemacht, sagte sie damals: »Ich sah in jedem Alter sehr gut aus.«