Luxemburg01. Oktober 2026

17 Handlungsansätze der FLH

Cyberrisiken und Ressourcenengpässe in der Gesundheitsversorgung

Mit 17 Handlungsansätzen zeigt die »Fédération des Hôpitaux« (FLH) Wege zu einem lernfähigen, antifragilen Gesundheitssystem auf. Dazu heißt es: »Cyberrisiken und Ressourcenengpässe werden einer neuen Studie der Fédération des Hôpitaux Luxembourgeois (FHL) zufolge von den Befragten als besonders kritisch für das luxemburgische Gesundheitswesen eingeschätzt. Mit dem Bericht »Resilienz stärken, Antifragilität aufbauen – Perspektiven für den Krankenhaussektor und das luxemburgische Gesundheitssystem« legt die FHL zugleich 17 Handlungsansätze vor, mit denen die Versorgung auch unter schwierigen Bedingungen gesichert und das Gesundheitssystem dauerhaft weiterentwickelt werden kann.

Die von der FHL initiierte und mit Unterstützung von Antares Evidenze Health Consulting erarbeitete Studie soll zur Umsetzung der nationalen Resilienzstrategie beitragen und die Erfahrungen und Optionen des Krankenhaussektors in die gemeinsame Vorbereitung des Landes einbringen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Patientinnen und Patienten auch bei erheblichen Störungen des Systems verlässlich versorgt werden können.

Risiken gemeinsam bewerten und Prioritäten setzen

Die Untersuchung verbindet eine Analyse des nationalen und internationalen Umfelds mit Gesprächen mit zentralen Akteuren des Gesundheitswesens sowie einer Onlinebefragung im Krankenhaussektor und bei Patientenverbänden. Die 72 eingegangenen Antworten geben die Risikoeinschätzungen der Teilnehmenden wieder und ermöglichen es, gemeinsame Prioritäten sowie unterschiedliche Wahrnehmungen herauszuarbeiten.

Neben Cyberrisiken und Ressourcenengpässen untersucht die Studie gesundheitliche Notlagen, Umweltgefahren, wirtschaftliche und finanzielle Risiken, Desinformation sowie geopolitische Entwicklungen. Diese Risiken können sich gegenseitig verstärken und auf die Versorgung auswirken.

Fachkräfte sichern und strukturelle Abhängigkeiten verringern

Im Ausland ausgebildete Fachkräfte und grenzüberschreitend tätige Beschäftigte leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Luxemburg. Zugleich hängt die langfristige Personalverfügbarkeit wesentlich davon ab, ob Luxemburg auch künftig ausreichend qualifizierte Fachkräfte gewinnen und halten kann. Veränderungen auf den Arbeitsmärkten der Nachbarländer können diese Möglichkeiten beeinflussen.

Der Bericht spricht sich deshalb für eine integrierte nationale Fachkräftestrategie aus. Dazu gehören der Ausbau der Ausbildung in Luxemburg, eine vorausschauende Bedarfsplanung, attraktive Arbeitsbedingungen und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Die Krankenhäuser sollen als Akteure der klinischen Ausbildung, der Forschung und der kontinuierlichen Weiterbildung gestärkt werden.

Eine strukturierte grenzüberschreitende Zusammenarbeit ergänzt diese Anstrengungen. Auch eine bessere Aufgabenverteilung zwischen den Berufsgruppen und die Entlastung von administrativen Tätigkeiten können dazu beitragen, vorhandene Kompetenzen gezielter für die Patientenversorgung einzusetzen.

Cybersicherheit und einsatzfähige Reserven als Grundlage der
Versorgungssicherheit

Cyberangriffe können den Zugang zu Gesundheitsdaten, die Zusammenarbeit der Teams und den Betrieb wichtiger Versorgungseinrichtungen beeinträchtigen. Die Studie unterstreicht deshalb die Bedeutung sicherer digitaler Infrastrukturen, abgestimmter Notfallverfahren und regelmäßig getesteter Wiederanlaufprozesse.

Zur Vorbereitung gehören gesicherte Lieferketten, kritische Vorräte, anpassungsfähige Gebäude und mobilisierbare Reservekapazitäten. Zusätzliche Betten werden erst dann zu einer Versorgungskapazität, wenn auch Personal, Ausstattung und Logistik verfügbar sind.

Die FHL setzt sich dafür ein, neue Verpflichtungen mit einer klaren, dauerhaften und angemessenen Finanzierung zu verbinden. Dabei müssen neben Investitionen auch Betrieb, Wartung, Schulung, Übungen und die Aktivierung im Krisenfall berücksichtigt werden. Die Verantwortlichkeiten von Staat, CNS und Einrichtungen sind in Verbindung mit den jeweiligen Kosten zu klären.

Aus Erfahrungen lernen und das System
nachhaltig verändern

Die 17 Handlungsansätze verbinden drei Ebenen: nationale Rahmenbedingungen, Krankenhausmanagement und Zusammenarbeit sowie die tägliche Arbeit der Teams. Sie betreffen unter anderem koordinierte Versorgungspfade, Prävention, die gezielte gemeinsame Nutzung von Kompetenzen und Ressourcen sowie Forschung, Innovation und Patientenbeteiligung.

Antifragilität beschreibt dabei die Fähigkeit, Erfahrungen mit Störungen in dauerhafte Verbesserungen zu übersetzen. Krisen können erhebliche menschliche und gesundheitliche Schäden verursachen. Entscheidend ist deshalb, ihre Folgen zu begrenzen und die gewonnenen Erkenntnisse systematisch für eine bessere Vorbereitung und Versorgung zu nutzen.«