Ausland14. September 2021

Auslands-Nachrichten

von dpa/ZLV

Lebensmittelkrise in Afghanistan

UNO fordert »Rettungsring«

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres (Foto) hat bei einer Geberkonferenz für Afghanistan schnelle Hilfe angesichts der massiven Lebensmittelkrise in dem Land gefordert. »Die Menschen in Afghanistan brauchen einen Rettungsring«, sagte Guterres am Montag in Genf. Mehr als 600 Millionen Dollar seien notwendig, um Hunger zu bekämpfen und den drohenden Kollaps des Landes zu verhindern.

Afghanistan ist nach 20 Jahren Krieg der USA und der NATO auf humanitäre Hilfe angewiesen. Laut UNO-Zahlen haben 93 Prozent der Haushalte in Afghanistan nicht genug zu essen. Vielen Menschen könnten ohne Hilfe schon Ende September das Essen ausgehen, die Grundversorgung steht vor dem Zusammenbruch.

Anläßlich der Geberkonferenz haben die Taliban die internationale Gemeinschaft zur Kooperation aufgefordert. »Die Welt sollte mit uns zusammenarbeiten«, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid. »Die Sicherheit im Land wurde aufrechterhalten, und die Menschen sind in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Lebensmittel sind knapp, Medikamente sind knapp.« Mudschahid versprach Sicherheit für Hilfsorganisationen. Es werde in vollem Umfang garantiert, daß alle Hilfsgüter auf transparente und sichere Weise bereitgestellt werden. »Wir bieten den Hilfsorganisationen Sicherheit und sorgen für Transparenz, und wir werden keine Korruption bei der Bereitstellung von Hilfe und Hilfsleistungen zulassen.«

 

Israelische Angriffe auf Gaza

Den dritten Tag in Folge hat Israels Luftwaffe Ziele im Gazastreifen beschossen. »In der Nacht zum Montag wurde eine weitere Rakete vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet gefeuert«, gab die israelische Armee zur »Begründung« an. »Als Reaktion« hätten israelische Kampfjets »einen militärischen Posten der Hamas« angegriffen sowie ein schweres Maschinengewehr, mit dem in Richtung Israel geschossen worden sei. Unser Foto zeigt ein zerstörtes Gebäude nach dem jüngsten Angriff.

 

Gedenken in Chile

Am 48. Jahrestag des faschistischen Militärputsches in Chile haben mehrere tausend Menschen in der Hauptstadt Santiago der Opfer der Faschisten gedacht. Zu der Demonstration hatten politische Parteien und Organisationen aufgerufen, darunter die Kommunistische Partei Chiles. Die Demonstranten zogen am Samstag in einen langen Zug am Präsidentenpalais La Moneda vorbei, in dem sich Präsident Allende zusammen mit einer Gruppe Mitarbeiter bis zur letzten Patrone gegen die Putschisten verteidigt hatte. Am 11. September 1973 hatte General Augusto Pinochet mit Unterstützung der CIA gegen die demokratisch gewählte Regierung der Unidad Popular Präsident Salvador Allende geputscht. Während seiner Diktatur bis 1990 folterten und töteten die Militärs tausende politische Gegner. Die meisten Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen.

 

Pariser Bürgermeisterin kandidiert

Rouen – Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, will Frankreichs nächste Präsidentin werden. Die 62 Jahre alte Sozialistin gab am Sonntag im nordfranzösischen Rouen offiziell ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im April 2022 bekannt. »Ich will, daß alle Kinder Frankreichs dieselbe Chance bekommen, die auch ich bekommen habe«, sagte Hildago. »Ich bin Kandidatin, um unseren Kindern, all unseren Kindern eine Zukunft zu bieten.« Hidalgo, Tochter eines Arbeiters und einer Näherin, wurde in Spanien geboren. Seit 2014 ist sie Bürgermeisterin der Hauptstadt.

Auf diesem Posten hat sie sich den Ruf einer Vorkämpferin für mehr Umweltschutz erarbeitet. Sie ließ die Fahrradwege ausbauen und führte fast flächendeckend Tempo 30 ein. In ihrer Rede sagte Hidalgo, ein Leitmotiv ihrer möglichen Amtszeit wäre Respekt vor dem Planeten und der Menschenwürde. Lehrern, Pflegekräften, Polizisten und Feuerwehrleuten stellte sie Lohnerhöhungen in Aussicht. Dem amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron warf sie vor, die Gesellschaft gespalten zu haben.

 


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