Aus den Betrieben09. Dezember 2023

OGBL mobilisiert für den Kollektivvertrag im Bauwesen

Für höhere Löhne, aber gegen weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten

von Ali Ruckert

Der Kollektivvertrag für die rund 20.000 Beschäftigten im Bau lief zum 31. Dezember 2021 aus, aber die Verhandlungen zwischen der Vereinigung der Bauunternehmer und den Gewerkschaften brachte bisher keine Einigung über den Abschluss eines neuen Kollektivvertrags, da die Unternehmer die gewerkschaftlichen Forderungen rundherum ablehnen und am liebsten eine Nullrunde abschließen würden.

OGBL-Zentralsekretär Jean-Luc De Matteis erinnerte anläßlich der von der Gewerkschaft einberufenen Kundgebung für die Bauarbeiter, am Donnerstag dieser Woche im Gewerkschaftscasino in Bon­ne­weg, an die Forderungen, welche die Gewerkschaft verwirklicht sehen will: Erhöhung der kollektivvertraglichen Löh­ne, 20 Prozent mehr Jahresendprämie für jeden, die Ausweitung des Urlaubs auf sechs Wochen und ein Recht auf Fortbildung für alle Bauarbeiter.

Er machte darauf aufmerksam, dass die Gewerkschaft im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen nicht nur höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und sichere Arbeitsplätze durchsetzen will, wie das auf der Tagesordnung stand, als der OGBL die Kundgebung vor sechs Wochen plante, sondern inzwischen auch gegen die von der neuen CSV/DP-Regierung angekündigte Flexibilisierung der Arbeitszeiten in der Bauwirtschaft mobilisiert.

Mit einer verschärften Flexibilisierung der Arbeitszeiten will die Regierung den Bauunternehmern noch weiter entgegenkommen, die genau das fordern, um die Ausbeutung der Bauarbeiter und ihre eigenen Profite noch weiter zu erhöhen.

Aus dem gleichen Grund wollen die Bauunternehmer, unterstützt vom LCGB, einen sektoriellen »Plan de maintien dans l’emploi« durchsetzen. Das aber lehnt der OGBL ab.

Die Gewerkschaft verweist darauf, dass die seit Jahren von den Unternehmern und Investoren in eigenem Interesse hochgetriebenen Preise für Neubauwohnungen und die anschließenden Zinserhöhungen eine Krise im Bereich der Neubauwohnungen auslösten, von der knapp ein Viertel aller Bauunternehmen betroffen sind.

Ihnen soll laut OGBL gezielt geholfen werden, aber die Gewerkschaft lehnt es ab, dass öffentliche Gelder mit der Gießkanne an den gesamten Bausektor, also auch die Mehrheit der Unternehmen gehen, die keineswegs in der Krise sind, sondern deren Auftragsbücher prall gefüllt sind und die nach wie vor Gewinne machen.