Aus den Betrieben22. Juli 2023

Billigflieger Wizz Air:

Preiskampf zu Lasten der Schaffenden

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Seit diesem Sommer ist die ungarische Wizz Air, laut Eigenwerbung eine »Ultra-Low-Cost-Airline«, auf dem Findel vertreten. Via Internet werden »Billigflüge von Luxemburg ab 25 EUR« nach Rom-Fiumicino, Skopje und Bukarest-Otopeni angeboten. Doch dieser Preiskampf geht in erster Linie zu Lasten der Mitarbeiter und in zweiter zu Lasten der Flugsicherheit, so die Gewerkschaften OGBL und LCGB sowie die Vereinigung der Linienpiloten ALPL am Freitag in einem gemeinsamen Pressekommuniqué.

An der Spitze des mit 170 Maschinen drittgrößten europäischen Billigfliegers steht der ungarische Geschäftsmann József Váradi, der sich laut Kommuniqué öffentlich damit brüstet, »eine Fluggesellschaft ohne Gewerkschaften« zu führen. In Rumänien sei Wizz Air von einem Arbeitsgericht wegen Diskriminierung verurteilt worden, »nachdem sie Beschäftigte entlassen hatte, die sich gewerkschaftlich organisiert hatten«. Was die Reduzierung von Sozialstandards im Luftverkehr für die Schaffenden und die Flugsicherheit bedeute, so die Salariatsvertreter weiter, habe sich beispielsweise gezeigt, als CEO Váradi von seinen Piloten gefordert habe, »über die zulässigen Ermüdungsgrenzen hinaus zu arbeiten«.

In Luxemburg, so OGBL, LCGB und ALPL weiter, werde Wizz Air, deren Muttergesellschaft sicher nicht zufällig in der britischen Steueroase Jersey sitzt, »keine Arbeitsplätze schaffen« und »weder Sozialabgaben noch Steuern zahlen«. Angesichts von Ticketpreisen, die sogar noch unter den bei jedem Flug fälligen Flughafengebühren lägen, fliege Wizz Air offenbar »systematisch mit Verlust«. Die Salariatsvertreter fordern, das »Sozialdumping« zu beenden und einen »Kurswechsel in der Liberalisierungspolitik« im EU-europäischen Luftverkehr.