Aus den Betrieben17. Januar 2026

Acciaierie d’Italia: Italienische Staatskommissare fordern 7 Milliarden Euro Schadenersatz von ArcelorMittal

Ein »räuberischer Plan«?

von Ali Ruckert

Die bei der Acciaierie d’Italia eingesetzten Staatskommissare fordern vom früheren Besitzer des Stahlwerks, das einst den Namen Ilva trug sieben Milliarden Euro Schadenersatz.

Das Werk das 2024 in Konkurs ging, weil ArcelorMittal sich geweigert hatte, das Unternehmen und die 6000 Arbeitsplätze abzusichern, wurde anschließend unter staatliche Aufsicht gestellt.

Den italienischen Staatskommissaren zufolge soll der Konkurs das Resultat einer zwischen 2018 und 2024 umgesetzten »kohärenten, bewussten und langfristigen Strategie« gewesen sein. Es habe sich um einen »komplexen räuberischen Plan« gehandelt, der darauf abzielte, sämtliche Ressourcen auf ArcelorMittal zu übertragen.

ArcelorMittal hatte das Werk für 1,8 Milliarden Euro übernommen, musste dafür aber auf Order der EU-Kommission mehre Stahlbetriebe in europäischen Ländern verkaufen, darunter seine Verzinkungsanlage für Flachstahl in Düdelingen, die inzwischen als Teil von Liberty Steel in Konkurs ging.

Bemühungen, einen Käufer für die Acciaierie d’Italia zu finden scheiterten. Zum 1. Januar 2026 wurden die 6.000 Beschäftigten des ehemaligen Ilva-Werks entlassen.