Ausland28. Dezember 2024

Golfstaaten fordern Israel zum Rückzug aus Syrien auf

Israelische Soldaten schießen auf demonstrierende Zivilisten

von dpa/ZLV

Kuwait – Die arabischen Golfstaaten haben Israel zum Rückzug aus Syrien aufgefordert. Die Besatzung stelle einen schweren Verstoß gegen das internationale Völkerrecht dar, hieß es in der Abschlußerklärung eines Gipfeltreffens des Golf-Kooperationsrates in Kuwait.

Die internationale Gemeinschaft sei in der Verantwortung, die Angriffe auf syrisches Territorium zu stoppen und sich dafür einzusetzen, daß Israel sich aus den von ihm besetzten syrischen Gebieten zurückziehe.

Israels Armee war nach dem Sturz von Syriens Präsidenten Baschar al-Assad vor gut zwei Wochen in die Pufferzone zu Syrien auf den Golanhöhen eingedrungen und erwägt offensichtlich eine längerfristige Kontrolle des Gebiets. Die Soldaten drangen dabei in ein Gebiet vor, das gemäß dem Waffenstillstandsabkommen von 1974 unter Überwachung der UNO steht. Die Führung in Jerusalem angeblich »verhindern, daß bewaffnete Gruppen von dem Höhenplateau aus Israel angreifen können«. Das Gebiet diesseits der Waffenstillstandslinie hatte Israel im Sechstagekrieg 1967 erobert und 1981 einseitig annektiert.

Am Mittwoch sind israelische Soldaten weiter in syrisches Territorium eingedrungen. Nach bisher vorliegenden Angaben schossen israelische Soldaten auf demonstrierende Zivilisten in den Orten Suweisa und Dawaja, die gegen den israelischen Vormarsch protestierten. Fünf Menschen, darunter eine minderjährige Person, seien verletzt worden.

Das israelische Militär erklärte, daß sich Demonstranten den Soldaten genähert hätten. Sie seien aufgefordert worden, sich zurückzuziehen. Als die Warnungen unbeachtet blieben, seien »Warnschüsse« abgegeben worden. Berichte über verletzte Zivilisten würden »geprüft«, hieß es.