Weinproduktion sinkt auf historischen Tiefpunkt
In diesem Jahr könnte die weltweite Weinproduktion nach einer Branchenschätzung auf den niedrigsten Stand seit 60 Jahren zurückgehen. Wie die Organisation Internationale de la Vigne et du Vin (OIV) in Dijon mitteilte, wird in der EU ein Produktionsvolumen erwartet, das acht Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegt.
In Deutschland, dem viertgrößten Erzeugerland Europas, rechnen die Fachleute mit einem leichten Zuwachs. Italien und Spanien verzeichneten aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen, die zu Mehltau und Dürre führten, einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu 2022. Frankreich werde in diesem Jahr zum weltgrößten Weinerzeuger mit einem Volumen, das leicht über seinem Fünfjahresdurchschnitt liege.
Wieder einmal hätten extreme Wetterbedingungen wie Frühfrost, starke Regenfälle und Trockenheit einen erheblichen Einfluß auf die Weinproduktion gehabt, teilte die OIV weiter mit. Vor dem Hintergrund des weltweit sinkenden Weinkonsums und der hohen Lagerbestände in vielen Teilen der Welt könne die erwartete geringe Produktion jedoch das Gleichgewicht auf dem Weltmarkt wiederherstellen. Global wird in diesem Jahr nach mittlerer Schätzung eine Weinproduktion von gut 244 Millionen Hektolitern erwartet. Diese läge damit sieben Prozent unter dem bereits unterdurchschnittlichen Volumen von 2022.
Für die USA deuten erste Prognosen auf ein Produktionsvolumen hin, das nicht nur über dem Niveau von 2022, sondern auch über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen werde, erklärte der Verband. In Ländern wie Australien, Argentinien, Chile, Südafrika und Brasilien wird wegen ungünstiger Wetterbedingungen allerdings eine schwächere Weinproduktion als 2022 erwartet.

