Luxemburg01. April 2026

Mindestlohn-Kontrollen zeigen Wirkung

Doch die Horeca-Branche bleibt ein Dauerbrenner

von KP

Die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns steht in Luxemburg weiterhin im Fokus der politischen Debatte. Arbeitsminister Marc Spautz hat auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Mars Di Bartolomeo geantwortet und dabei ein klares Bild gezeichnet: Die »Inspection du Travail et des Mines«, kurz ITM, führt regelmäßig Kontrollen durch, um sicherzustellen, dass Arbeitgeber die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Die Zahlen der letzten Jahre zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Problembereiche.

Zwischen den Jahren 2020 und 2026 hat die ITM jährlich über tausend Kontrollen durchgeführt, um die Einhaltung des Mindestlohns zu überprüfen. Die Ergebnisse dieser Kontrollen sind vielschichtig. Während die absolute Anzahl der Kontrollen in den letzten Jahren stetig gestiegen ist, zeigt sich gleichzeitig ein Rückgang der Verstöße. Im Jahr 2020 wurden bei 1062 Kontrollen noch 40 Verstöße festgestellt, was einer Quote von etwa 3,8 Prozent entspricht. Bis zum Jahr 2025 sank diese Quote auf 1,9 Prozent bei 1367 Kontrollen. Im Jahr 2026 wurden bis zum 11. März bei 308 Kontrollen nur ein Verstoß registriert, was einer Quote von 0,3 Prozent entspricht. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die präventiven Maßnahmen der ITM zunehmend Wirkung zeigen.

Trotz dieser positiven Tendenz gibt es weiterhin Branchen, in denen Verstöße gegen den Mindestlohn häufiger vorkommen. Besonders die Horeca-Branche fällt dabei negativ auf. In den letzten Jahren wurden hier jährlich zwischen 16 und 38 Verstöße registriert, was diese Branche zum Spitzenreiter in Sachen Mindestlohnverstöße macht. Aber auch im Baugewerbe, im Handel und bei Reinigungsdiensten gibt es regelmäßig Probleme, wenn auch in geringerem Ausmaß. Andere Sektoren wie Finanzen, Immobilien oder der Gesundheitsbereich schneiden dagegen deutlich besser ab.

Die ITM setzt bei der Durchsetzung des Mindestlohns auf einen präventiven Ansatz. Erst wenn diese Maßnahmen nicht fruchten, kommen Geldstrafen zwischen 25 und 25.000 Euro oder strafrechtliche Verfahren zum Einsatz. Die Zahlen der letzten Jahre zeigen, dass dieser Ansatz erfolgreich ist.

Trotz der Fortschritte bleibt die Horeca-Branche ein Sorgenkind. Hier sind weitere Sensibilisierungsmaßnahmen notwendig, sowohl bei den Unternehmern als auch bei den Beschäftigten, die ihre Rechte oft nicht ausreichend kennen.