Kaleidoskop03. Februar 2026

Portugal drohen neue Unwetter – Notstand bis Sonntag

von dpa/ZLV

Lissabon – Nach dem schweren Sturm »Kristin« und angesichts weiterer Regenfälle haben die portugiesischen Behörden große Wassermengen aus übervollen Stauseen abgelassen. Innerhalb von zwei Tagen seien ungefähr 500 Millionen Kubikmeter Wasser kontrolliert in Flüsse geleitet worden, berichtete der staatliche Fernsehsender RTP unter Berufung auf die Umweltschutzbehörde. Das entspreche dem Verbrauch im Großraum von Lissabon mit seinen drei Millionen Einwohner in drei Jahren.

Fast alle Flüsse des Landes führten bereits Hochwasser und für die kommenden Tage wurden weitere Unwetter mit Regen erwartet. Die Regierung verlängerte angesichts der widrigen Wetterverhältnisse den Notstand für das ganze Land bis Sonntag, 8. Februar. Dann soll auch die Stichwahl um das Präsidentenamt stattfinden.

Das neue Tiefdruckgebiet, das in der Nacht zum Montag über Portugal hinweg zog, brachte erhebliche Niederschläge. Die Böden sind jedoch schon durch die vergangenen Stürme sehr gesättigt und können kaum noch zusätzliches Wasser aufnehmen. Der Straßen- und Bahnverkehr war in mehreren Regionen durch Überschwemmungen und Erdrutsche behindert. An Portugals Küsten galt wegen stürmischer Winde und hohen Wellengangs die zweithöchste Alarmstufe Orange.

Die Behörde für Katastrophenschutz ANEPC registrierte zwischen Mitternacht und Montagmorgen 263 Einsätze im Zusammenhang mit dem Unwetter, die meisten davon in der Region Lissabon und dem Tejotal, so die staatliche Nachrichtenagentur Lusa. Die häufigsten Gründe seien umgestürzte Bäume, Überschwemmungen, Gebäudeschäden und Erdrutsche gewesen. Über neue Opfer wurde nichts mitgeteilt. Allerdings waren beim Sturm Kristin am Mittwoch vergangener Woche mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Seitdem gab es bei Aufräumarbeiten drei weitere Tote und Hunderte Verletzte.