Luxemburg07. November 2025

Bei den Geschäftszahlen, an der Börse und zunehmend an den Kriegsfronten dieser Welt:

SES läßt’s krachen

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Der auf Schloß Betzdorf ansässige Satellitenbetreiber SES läßt es ordentlich krachen: bei den Geschäftszahlen, an der Börse und in zunehmendem Maße an den Kriegsfronten dieser Welt. Diente das 1985 als »Société Européenne des Satellites« gegründete Unternehmen den Kriegsplanern von NATO-, EU- und mit diesen verbündeten Staaten seit jeher als Bildlieferant, so können Fotos, Videos und andere militärische Aufklärungsdaten mittlerweile direkt und in »Echtzeit« von Satelliten zu einzelnen Kampfflugzeugen, Kriegsschiffen und Bodenfahrzeugen in Bewegung geschickt werden.

Für solche »End-to-End-Lösungen« will der Satellitenbetreiber eigenem Bekunden zufolge vor allem die Streitkräfte kleinerer Länder in Europa als Kunden gewinnen, doch wurde in diesem Sommer auch ein Zuliefervertrag mit dem Pentagon geschlossen. Für 89,6 Millionen US-Dollar (77,7 Millionen Euro) soll die USA-Armee fünf Jahre lang mit besonders abhör- und jammingsicheren Satellitenkommunikations- und Geolokalisierungsdaten versorgt werden. SES gehört außerdem zu den fünf Unternehmen, die einen vier Milliarden US-Dollar schweren Fünfjahresvertrag mit der USSF, der »United States Space Force«, im Rahmen deren globalen Programms zum Schutz taktischer Satellitenkommunikation (Protected Tactical Satellite Communications-Global, PTS-G) geschlossen haben. Das Programm zielt laut Mitteilung »darauf ab, robuste, störungsfreie Kommunikation für taktische Militäroperationen bereitzustellen.«

Von Januar bis September 2025, wurde in der Nacht zum Donnerstag mitgeteilt, habe sich der Umsatz des Satellitenbetreibers im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf 1,75 Milliarden Euro erhöht, während der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Jahresvergleich um elf Prozent auf nun 849 Millionen Euro gestiegen sei. Seit Jahresbeginn seien neue Aufträge und Vertragsverlängerungen im Wert von 1,4 Milliarden Euro hinzugekommen, der kombinierte Bruttoauftragsbestand liege nun bei 7,1 Milliarden Euro. Dazu heißt es im Kommuniqué: »Wir verfügen über eine robuste Pipeline an Regierungsaufträgen, die durch erhöhte Verteidigungsausgaben in Europa und den NATO-Ländern unterstützt wird.« Dies werde den Jahresumsatz 2025 wohl auf 2,6 bis 2,7 Milliarden Euro erhöhen, das bereinigte EBITDA auf rund 1,2 Milliarden Euro.

Die in diesem Juli erfolgreich lancierten – und vom USA-Konzern Boeing gebauten – modernen Satelliten vom Typ »O3b mPOWER« würden ihren Betrieb voraussichtlich Anfang kommenden Jahres aufnehmen und nach der im Juli abgeschlossen Übernahme des ebenfalls luxemburgischen Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmens Intelsat verfüge man nun über eine Flotte von 120 Satelliten, davon 90 in einer geosynchronen und die übrigen 30 in einer mittleren Erdumlaufbahn. Wie es gestern weiter hieß, sollen die Aktionäre der SES, unter denen sich nach wie vor der Luxemburger Staat befindet, für 2025 neben der bereits im Oktober ausgezahlten Zwischendividende in Höhe von 104 Millionen Euro (0,25 Euro pro A-Aktie; 0,10 Euro je B-Aktie) im April 2026 eine Schlußdividende »von mindestens 0,25 Euro je A-Aktie und 0,10 Euro je B-Aktie« erhalten. Auf den in Aussicht gestellten Reibach reagierten die »Anleger« laut Mitteilung »positiv«: die SES-Aktie stieg um über sieben Prozent.