Auslands-Nachrichten
Israels Kriegsminister droht Iran
Der israelische Kriegsminister Israel Katz hat dem Iran »im Fall eines Angriffs« mit einer »massiven Reaktion« gedroht. »Wir würden die gesamte nationale militärische und zivile Infrastruktur im Iran treffen – auch die Energieinfrastruktur – und den Iran tief in die Steinzeit und das Zeitalter der Finsternis zurückversetzen«, sagte Katz. »Ein iranischer Angriff auf Israel würde uns von jeglichen bestehenden Beschränkungen befreien.« Weiter erklärte er: »Wir beobachten Anzeichen dafür, daß der enorme wirtschaftliche Druck, unter dem der Iran steht, sowie die Angst vor einem Aufstand und dem Zusammenbruch des Regimes das Land zu verzweifelten Maßnahmen treiben könnten.«
Am Mittwoch hatte Katz bereits gesagt, daß sich Israel auf die Möglichkeit eines iranischen Angriffs während der anstehenden jüdischen Feiertage vorbereite. Der Iran »greift gerne an Feiertagen an«, zitierte die Nachrichtenseite »ynet« den israelischen Kriegsminister. Ab dem Abend des 11. September wird das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana gefeiert. Am Abend des 20. September beginnt Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag.
Auch USA-Präsident Donald Trump hatte während des Kriegs eine ähnlich lautende Drohung ausgesprochen. »Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören«, sagte er Anfang April. Unser Archivfoto zeigt Israels Kriegsminister Israel Katz bei einem Truppenbesuch im Südlibanon.
Norwegen kapert russisches Schiff
Auf der Inselgruppe Spitzbergen ist ein russisches Schiff von norwegischen Behörden beschlagnahmt worden – auf Antrag des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz. Als Grund wurde ein früherer Beschluß eines Schiedsgerichts gebannt, der Rußland zu Entschädigungszahlungen verpflichtet hatte. Rußland wirft Norwegen Piraterie vor. Die »Professor Moltschanow» wurde am Mittwoch beschlagnahmt und liegt nun bis auf weiteres im Hafen.
83. Filmfestspiele Venedig eröffnet
Mit der Ehrung von Hollywood-Star George Clooney sind die 83. Filmfestspiele Venedig eröffnet worden. Der 65-Jährige erhielt bei der Eröffnungsgala den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Eröffnet wurde das Festival mit dem neuen Film des britischen Regisseurs Danny Boyle. In »Ink« erzählt er davon, wie Rupert Murdoch und Larry Lamb Ende der 1960er Jahre das britische Boulevardblatt »The Sun« neu erfanden und damit eine neue Ära des britischen Journalismus einläuteten. Kriminalität, Sex und andere Themen, die sie als »lesernah« definierten, bekamen einen großen Stellenwert. Fundierte politische Beiträge wurden deutlich seltener.
Zudem feierte der Film »Das Mädchen mit der Leica« in Venedig Premiere. In dem Film der italienischen Regisseurin Alina Marazzi ist in der Hauptrolle Emilia Schüle zu sehen. Sie spielt die Fotografin Gerda Taro (1910-1937) – die erste Frau, die als professionelle Fotoreporterin direkt an einer Kriegsfront fotografierte. Gemeinsam mit ihren Partner, dem berühmten Fotografen Robert Capa, arbeitete sie als Berichterstatterin auf der Seite der Spanischen Republik im Krieg gegen die faschistischen Putschisten.
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Einig gegen Moskau
Weimar – Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens haben nach dem angeblichen »Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne« auf dem Flughafen Leipzig/Halle eine »geschlossene Reaktion auf hybride Bedrohungen aus Moskau« angekündigt.
»Gemeinsam wollen wir unsere europäische Friedensordnung, die wir als Europäer unter den größten Opfern im 20. Jahrhundert errungen haben, verteidigen und gestalten«, sagte der deutsche Außenminister Johann Wadephul nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Frankreich und Polen, Jean-Noël Barrot und Radoslaw Sikorski, in Weimar.
Man sei sich »einig, daß der Weg zu einem neuerlichen Frieden in Europa nur über eine entschlossene Unterstützung der Ukraine und einen konsequenten Druck auf Moskau führen kann«, sagte Wadephul. Das sogenannte Weimarer Dreieck aus Deutschland, Frankreich und Polen war vor 35 Jahren als Gesprächsformat von den damaligen Außenministern der drei Länder in Weimar gegründet worden. Es diente zunächst vor allem der Heranführung Polens und anderer osteuropäischer Staaten an die EU und an die NATO.
Die deutsche Bundesregierung in Berlin macht Rußland für den – bisher mit keinerlei Beweisen behaupteten – »versuchten Angriff von Leipzig« verantwortlich. Zu Äußerungen aus Moskau, laut denen Rußland am Stand der diplomatischen Beziehungen festhalten wolle, sagte Wadephul: »Deutschland ist illusionsfrei, was unsere Beziehungen angeht.«
Der polnische Außenminister sagte, Polen unterstütze die deutschen Entscheidungen gegenüber Rußland. Auch Warschau habe den Vertreter Rußlands einberufen, »um zu zeigen, daß wir gegen den russischen Terrorismus sind«.
Außenminister Jean-Noël Barrot sagte, auch Frankreich habe »als Reaktion auf das Vorgehen Rußlands in Leipzig« den russischen Gesandten einbestellt. Es sei »ein gravierender Akt, wenn im Herzen Europas Transportinfrastrukturen angegriffen werden«. Frankreich, Deutschland und Polen seien »mehr denn je entschlossen, gemeinsam zu handeln für ein souveränes, sicheres, florierendes Europa, das stolz auf seine Werte ist«, betonte Barrot an.
Rußland kritisiert ukrainische Attacke auf Flugverkehr
Wladiwostok – Der russische Präsident Wladimir Putin hat auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok die vom ukrainischen Präsidenten Selenski angedrohte Blockade des russischen Luftraums kritisiert, Im Westen gebe es bisher keine Reaktionen darauf. Die westlichen Verbündeten »werden auf diese Weise zu Mitteilnehmenden am internationalen Terrorismus«, sagte Putin. Zudem würden dadurch mögliche Verhandlungen über ein Ende des Krieges erschwert.
Der russische Präsident kritisierte zudem Angriffe der Ukraine auf Fracht- und Handelsschiffe sowie die Beschlagnahme von Schiffen durch westliche Staaten auf den Weltmeeren.
Selenski hatte Fluggesellschaften anderer Länder aufgefordert, nicht mehr nach Rußland zu fliegen, weil der Luftraum wegen der Drohnen nicht sicher sei. Davor hatte er auch angekündigt, pro Tag 1.000 statt bisher 300 Drohnen für Attacken auf Rußland einzusetzen.
Zur Aussicht von Verhandlungen zwischen Rußland und der Ukraine sagte Putin, daß es seiner Meinung nach Chancen für eine Konfliktlösung gebe. Vor allem Rußland und die Ukraine müßten sich untereinander einigen. Andere Länder seien bereit, dabei zu unterstützen. Rußland sei allen Ländern dankbar, die versuchten, einen Beitrag dazu zu leisten. Dabei nannte er vor allem die USA und China. Laut Putin gibt es auch weiterhin vor allem auf Ebene der Geheimdienste direkte Kontakte zwischen den Kriegsparteien.
Rußland will ungeachtet der von Deutschland angekündigten Schließung des Konsulats in Bonn am bisherigen Stand der diplomatischen Beziehungen festhalten. Moskau selbst werde nicht der Initiator sein von einer Herabstufung der diplomatischen Beziehungen, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow am Rande des Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok. Dagegen seien von deutscher Seite heute alle möglichen »absurden Schritte« zu erwarten.
Dmitri Peskow kritisierte erneut die von der Bundesregierung angedrohten Maßnahmen. Die Schließung des Generalkonsulats in Bonn sei »absurd« mit Blick darauf, daß Deutschland keine Beweise präsentiert habe für eine Schuld Rußlands.
Peskow warf Bundeskanzler Friedrich Merz vor, ungeschickt und mit »quasi drastischen Schritten« gegen Rußland innenpolitisch Punkte zu sammeln. Er kritisierte auch, daß nach den Sprengungen an den deutsch-russischen Ostsee-Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 zwar Ukrainer als Täterverdächtige gefaßt worden seien. Es gebe auch Ermittlungen. Aber Strafmaßnahmen gegen die Ukraine gebe es keine. »Bislang waren alle, die in den letzten Jahren etwas Deutsches in die Luft gesprengt haben, Ukrainer, die von den Deutschen selbst überführt wurden«, sagte Peskow.
Deutsche Drohnen für Kiew in Serienproduktion
München – Die Massenproduktion von mehr als 5.000 weitreichenden Kampfdrohnen für die Ukraine hat im Großraum München begonnen. Wie das deutsch-amerikanische Rüstungsunternehmen Auterion und sein ukrainischer Joint-Venture-Partner Airlogix mitteilten, sind die ersten Flugkörper gefertigt worden. Mitte 2027 soll der Auftrag der Bundesregierung abgearbeitet sein. Der Auftrag hat einen Wert von etwa 300 Millionen Euro. Die Drohnen sind Teil der deutschen Unterstützung für die Ukraine.
Man erwarte Folgeaufträge und eine langfristige Beauftragung, hieß es beim erst im Februar gegründeten Gemeinschaftsunternehmen. Neben dem namentlich nicht genannten Standort bei München soll noch an einem weiteren Standort in Ostdeutschland produziert werden. Es geht um zwei verschiedene Modelle – eins hat eine mittlere Reichweite und das andere eine größere Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern.
Bei den Drohnen liefert Auterion die Software samt Betriebssystem, Airlogix die Hardware. Es handelt sich um »Kamikaze-Drohnen«, da die mit Sprengstoff beladenen Flugkörper nicht zurückkommen sollen – ihr Ziel ist es, beim Gegner zu explodieren und diesem größtmöglichen Schaden zuzufügen. Dabei kommt auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz, damit die Drohne nicht durch elektronische Gegenmaßnahmen gestört wird.
Neue Gewalt im Westjordanland
Ramallah – Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Soldaten und Palästinensern im Westjordanland hat es in der Nacht zum Donnerstag Tote gegeben. Das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah meldete, zwei Palästinenser im Alter von 16 und 19 Jahren seien durch Schüsse des israelischen Militärs getötet worden.
Die Nachrichtenagentur WAFA sprach von einem von Soldaten begleiteten Siedlerangriff auf das Dorf al-Mughajir in der Nähe der Stadt Ramallah. Die Israelis hätten dabei auch Schafe gestohlen, meldete WAFA unter Berufung auf den Vorsitzenden des Dorfrats. Palästinensische Einwohner hätten sich ihnen entgegengestellt.
Nach der jüngsten Gewalt in dem seit mehreren Wochen belagerten palästinensischen Dorf Kusra im besetzten Westjordanland ist ein erster beteiligter Siedler festgenommen worden. Der 19-Jährige werde verdächtigt, am vergangenen Samstag an einem Angriff in dem Ort beteiligt gewesen zu sein, teilte Israels Polizei mit. Die Ermittlungen in dem Fall dauerten an, um weitere Tatverdächtige zu finden.
Am Samstag hatten sich Dutzende israelische Randalierer in einem von Palästinensern bewohnten Haus in dem Dorf verschanzt und Bewohner angegriffen. Sie warfen Steine auf die Palästinenser. Palästinensische Medien berichteten, die Siedler seien bei den Angriffen von israelischen Soldaten geschützt worden. Mehrere Palästinenser seien durch Pfefferspray verletzt worden, das Siedler gegen sie eingesetzt hätten.
In Kusra belagern radikale Siedler seit mehr als drei Wochen mehrere Häuser palästinensischer Einwohner.
Kiewer Geheimdienste beschießen einander
Kiew – Der ukrainische Präsident Selenski hat eine Schießerei zwischen seinen Geheimdiensten kritisiert. Er sprach von einer »absolut skandalösen Situation«. Der Generalstaatsanwalt müsse klären, warum sich Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes SBU und des Militärgeheimdienstes GUR in Kiew einen Schußwechsel mit Verletzten geliefert hätten, sagte Selenski. »Hier in der Ukraine darf nur auf russische Besatzer geschossen werden, um die Ukraine zu verteidigen«, sagte er.
Der SBU teilte am Mittwoch zunächst mit, gemeinsam mit dem GUR sei es gelungen, »einen aus Moskau gesteuerten Anschlag auf einen russischen Oppositionellen« zu verhindern. Nach Kiewer Medienberichten soll es sich dabei um einen Offizier des Russischen Freiwilligenkorps RDK handeln, das auf Seiten der Ukraine am Krieg gegen Rußland teilnimmt.
Später schrieb der SBU, seine Einsatzkräfte seien bei einer Ermittlungsaktion »von Unbekannten angegriffen« worden. In einem Schußwechsel seien mehrere Angreifer verletzt worden. Sie hätten sich als Armeeangehörige herausgestellt. Die Aufsicht über die russischen Söldner führt der Militärgeheimdienst GUR, der sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall äußerte.
Mehrere Tote in Gaza
Gaza – Die israelische Armee hat im Norden des Gazastreifens drei Palästinenser getötet, die »eine Bedrohung für die eigenen Soldaten« darstellten. Die Palästinenser hatten die sogenannte gelbe Linie überschritten, die den Übergang zu von Israel kontrolliertem Gebiet markiert, und »sich israelischen Soldaten genähert«, hieß es. Die Armee bezeichnete die drei getöteten Palästinenser als Terroristen.
Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA meldete zwei Tote und mehrere Verletzte durch israelische Schüsse in der Stadt Beit Lahia im Norden des Küstengebiets, nachdem Israels Armee eine Gruppe angegriffen hatte. Die Schifa-Klinik teilte mit, ein Todesopfer in Beit Lahia sei erst 13 Jahre alt gewesen.
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