Kaleidoskop16. September 2026

Niederländisches Museum zeigt seine gesamte Van-Gogh-Sammlung

von dpa/ZLV

Otterlo – Das niederländische Kröller-Müller Museum, das eine der größten Sammlungen Vincent Van Goghs besitzt, stellt zum ersten Mal seit mehr als vier Jahrzehnten all seine Bilder des weltberühmten Malers aus. Es handle sich um »eine der größten Van-Gogh-Ausstellungen dieses Jahrhunderts«, erklärte das Kunstmuseum im Nationalpark De Hoge Veluwe nahe Otterlo nordwestlich von Arnheim anläßlich des Ausstellungsbeginns am Dienstag.

Zu den 88 gezeigten Werken gehören weltberühmte Bilder wie »Terrasse du café le soir« aus dem Jahr 1888 oder »De Aardappeleters« (Die Kartoffelesser, eine Darstellung des damaligen bäuerlichen Lebens) von 1885. Eine Gesamtschau seiner Van-Gogh-Werke gab es dem Museum zufolge schon seit dem Jahr 1984 nicht mehr.

Die deshalb schon jetzt aufsehenerregende Ausstellung soll bis zum 3. Januar 2027 zu sehen sein. Alle 88 gezeigten Werke Van Goghs stünden im Zusammenhang »mit den drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe«, erklärte das Museum. Diese Themen hätten in Leben und Werk des Ausnahmemalers eine große Rolle gespielt. Durch seine Kunst habe Van Gogh »anderen Menschen Hoffnung und Trost geben« wollen.

Im Laufe seines leider nur sehr kurzen Schaffens hat Van Gogh ca. 900 Bilder gemalt. Er starb am 29. Juli 1890 im französischen Auvers-sur-Oise (im Département Val-d’Oise) im Alter von erst 37 Jahren, zwei Tage nachdem er sich aufgrund seiner psychischen Probleme selbst in die Brust geschossen hatte.

Die meisten Bilder im Kröller-Müller Museum, die nun unter dem Titel »Van Gogh. All unsere Bilder« gezeigt werden, waren von 1908 bis 1930 von der Museumsgründerin Helene Kröller-Müller zusammengetragen worden.

Zu den weiteren Besonderheiten der Ausstellung gehört, daß Van Goghs berühmtes Gemälde von der Brücke im südfranzösischen Arles nicht nur betrachtet, sondern auch »ertastet und akustisch erkundet« werden kann: »Ein spezielles Tastmodell eröffnet einen ganz neuen Zugang zu dem Kunstwerk, so daß auch Besucher mit einer Sehbehinderung das Gemälde erleben und die Brücke mit ihren Händen erkunden können.«