Kaleidoskop22. September 2026

»La Bola Negra« gewinnt Publikumspreis beim Filmfest Toronto

von dpa/ZLV

Toronto – Beim Internationalen Filmfestival in Toronto ist das spanische Drama »La Bola Negra« vom Publikum als bester Film gekürt worden. Mit der Preisverleihung endete am Sonntagabend die bereits 51. Ausgabe des kanadischen Filmfestes. Der Siegerfilm von Javier Calvo und Javier Ambrossi verwebt die Schicksale dreier Männer in unterschiedlichen Epochen Spaniens, die aufgrund ihrer Homosexualität mit gesellschaftlicher Unterdrückung konfrontiert sind.

Auf Platz zwei der People's Choice Awards kam »I Play Rocky« über den steinigen Weg Sylvester Stallones zum ersten »Rocky«-Streifen. Den dritten Platz belegte »Being Heumann«. Die Filmbiografie über die US-amerikanische Behindertenrechtsaktivistin Judy Heumann hatte das Filmfestival eröffnet.

Der International People's Choice Award wurde an Simon Stones »Elsinore« vergeben. Darin spielt Andrew Scott den schottischen Schauspieler Ian Charleson, der Ende der 80er Jahre trotz seiner AIDS-Erkrankung als Hamlet auf einer Londoner Theaterbühne stand. Auf den weiteren Plätzen landeten Lee Chang-dongs »Possible Love« und Hur Jin-hos »The Assassin(s)«.

Als besten Dokumentarfilm wählte das Publikum »Darlene Love: I Know Where I've Been« von Barry Avrich. Die Doku zeichnet die bewegte Karriere der lang unterschätzten Sängerin nach, die erst im Kirchenchor sang und später oft ohne Namensnennung an einigen der größten Hits der 60er Jahre beteiligt war. Der Publikumspreis der Midnight-Madness-Reihe ging an Matthew Rankins für »Ladies and Gentlemen, Brian Mulroney«.

Neben den Publikumspreisen wurden in Toronto aber auch Juryauszeichnungen vergeben. Den Platform Prize gewann Theja Rio für »Angh« aus Indien. Die Auszeichnung hat in diesem Jahr zusätzliche Bedeutung: Erstmals kann sich ein nicht-englischsprachiger Gewinnerfilm damit direkt für das Auswahlverfahren zum Oscar als bester internationaler Film qualifizieren.

Das kanadische Kino wurde ebenfalls geehrt. Cody Lightnings »Smudge the Blades« über ein indigenes Eishockeyteam im Norden Albertas gewann als beste heimische Nachwuchsproduktion. Der Preis für den besten kanadischen Spielfilm ging an die Coming-of-Age-Komödie »Sunburn«.

Während der vergangenen elf Tage präsentierte das TIFF 294 Filme aus 72 Ländern. Anders als bei Festivals wie Cannes oder Venedig werden in Toronto die Gewinnerfilme nicht von einer Jury gewählt. Stattdessen stimmen die Zuschauer für ihre Lieblingsfilme ab.