Boeing setzt Testflug zur ISS aus
Rund anderthalb Wochen nach dem kurzfristig abgesagten Start haben die NASA und der US-amerikanische Luft-, Raumfahrt und Rüstungskonzern Boeing entschieden, den »Orbital Flight Test-2« zur Internationalen Raumstation ISS auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Vor dem nächsten Versuch müsse das Antriebssystem der Kapsel von Boeing noch einmal überarbeitet werden. Außerdem sollen genauere Analysen durchgeführt werden. Dafür muß die Kapsel von der »Atlas-V«-Trägerrakete abmontiert und wieder zurück in Boeings Fabrik gebracht werden.
Zunächst hatten Ingenieure des Konzerns versucht, die geschlossenen Ventile der »Starliner«-Kapsel noch im montierten Zustand manuell zu öffnen, was aber nur bei neun von 13 Ventilen gelang. Die restlichen vier sollen nun in Boeings Fabrik in Florida auf ihr Fehlverhalten überprüft werden. Die insgesamt 24 Oxidationsventile kontrollieren den Fluß von Distickstofftetroxid als Teil des Antriebssystems der Kapsel, das in Notfällen und zum Manövrieren im Orbit benötigt wird.
Für den »Starliner« hätte es der zweite unbemannte Testflug sein sollen. Beim ersten hatte die »Atlas-V« die Kapsel zwar in den Orbit gebracht, nach der Abkopplung versagte aber der Antrieb, mit dem die Kapsel zur ISS manövrieren sollte. Ursache dafür war falsches Timing der Antriebszündung – und nicht die Ventile. Die Kapsel konnte die ISS nicht mehr erreichen und mußte zur Erde zurückkehren.

