Reichverziertes Grab aus dem Alten Ägypten entdeckt
Tschechische Forscher haben im ägyptischen Abusir unweit von Kairo ein reichverziertes Grab eines Würdenträgers entdeckt. Das teilte die Karls-Universität in Prag am Montag mit. Das Schachtgrab habe einem königlichen Schreiber, einem gewissen Djehutiemhet, gehört, erläuterte Ägyptologieprofessor Ladislav Bareš. Der neue Fund trage dazu bei, ein Licht auf die turbulente Zeit des Alten Ägyptens im 5. und 6. Jahrhundert v.u.Z. zu werfen.
Der Hauptschacht führt den weiteren Angaben zufolge in rund 14 Metern Tiefe zu einer gut drei Meter langen Grabkammer aus Kalkstein. Die Wände seien mit Inschriften versehen, darunter seien religiöse Sprüche, die gegen Schlangenbisse helfen sollten. Ein steinerner Sarkophag sei mit Hieroglyphentexten aus dem ägyptischen Totenbuch geschmückt, ergänzt um Darstellungen der Gottheiten Isis und Nephthys.
Die tschechischen Altertumswissenschaftler gehen davon aus, daß Grabräuber die Kammer bereits vor langer Zeit geplündert haben. Untersuchungen der verbliebenen Skelettreste durch ägyptische Experten hätten ergeben, daß Djehutiemhet im jungen Alter von nur rund 25 Jahren gestorben sei. Er sei einer sitzenden Arbeit nachgegangen und habe an schwerem Knochenschwund gelitten. Die Karls-Universität in Prag führt bereits seit mehr als vier Jahrzehnten Ausgrabungen im Pyramidenfeld von Abusir durch. Die Fundstätte gehört seit 1979 zum Welterbe der UNESCO.

