Weniger ist mehr
Das nationale BancŌmat-Netzwerk ist auf den Kunden zugeschnitten
Wo früher so ziemlich jedes Finanzinstitut sein eigenes Bankautomatennetz unterhielt, haben sich 2023 die Sparkasse (BCEE), die BIL, die BNP-BGL, die Raiffeisen und die POST zusammengetan und ein gemeinsames Unternehmen gegründet: die LuxConstellation S.A. Sie hält die Markenrechte am Namen »BancŌmat« und betreibt fortan alle in Luxemburg betriebenen Geldautomaten.
Die neuen Geräte entsprechen dem neuesten Stand der Technik, sorgen für mehr Sicherheit und einen barrierefreien Zugang — und bleiben für die Kunden der Partnerbanken gebührenfrei. Viele der neuen BancŌmat erlauben zudem Einzahlungen und bieten am Terminal nahezu alle bekannten E-Banking-Dienste an; auch dieser erweiterte Service soll für die genannten Kunden ohne Kosten bleiben.
Klingt gut, und generell lässt sich behaupten: Der Gedanke eines gemeinsamen Netzes ist in vieler Hinsicht sinnvoll. Nicht leicht wird es gewesen sein, fünf Konkurrenten unter einen Hut zu bringen — am Ende haben wohl die wirtschaftlichen Argumente überwogen. Die LuxConstellation S.A. will jedenfalls über die nächsten sieben Jahre bis zu 70 Millionen Euro in das Projekt investieren.
Ein Geben und Nehmen
Von den aktuell rund 400 betriebenen Geräten werden nach Abschluss der Umstellung noch 237 das Land abdecken. Trotz dieses empfindlichen Rückbaus soll jeder Einwohner Zugang zu einem BancŌmat haben: Der angegebene Radius beträgt fünf Kilometer, am Ende soll die Abdeckung im Land 97 Prozent betragen. Bisher steht in einer Geschäftsstraße mit drei oder vier Banken entsprechend eine ebenso große Zahl an Automaten; künftig werden diese Standorte intelligent zusammengelegt.
Es macht also Sinn, den jeweils »besten« Platz für die Automaten zu nutzen. Weniger Fahrten zum Befüllen und für den Unterhalt sparen Kosten und schonen die Umwelt. Für Automatenknacker wird es fortan komplizierter: Alle Geräte sind gut gesichert, und falls es doch zum Gau kommt, sorgen Farbbomben für die Entwertung des Geldes. Weitere Details gäbe es durchaus — die betreffen freilich weniger den ehrlichen Kunden als die Kriminellen.
