Unter Strom
Steuervorteile für klimafreundliche Dienstwagen sollen reformiert werden
Rechtzeitig zum diesjährigen Autofestival (vom 24. Januar bis 5. Februar) hat Mobilitätsminister François Bausch am Dienstag den Entwurf der Regierung für die Neuregelung der steuerlichen Begünstigung von klimafreundlichen Dienstwagen mit Elektromotor oder Hybridantrieb vorgestellt. Um das hochgesteckte Ziel von 49 Prozent E-Autos bis zum Ende des Jahrzehnts zu erreichen, hat die Regierung die rund 11.000 Dienstwagen ins Visier genommen, die laut der zuständigen Behörde SNCA in den vergangenen drei Jahren jährlich in Luxemburg zugelassen wurden.
Von den zum 1. Januar 2022 in Luxemburg zugelassenen 443.301 Autos waren laut SNCA 40.000 bis 50.000 Dienstwagen, also nicht mehr als zehn Prozent. Es gelte, so der Ressortchef gestern, die mit der Steuerreform der Dreierkoalition von 2017 nicht beseitigten steuerlichen Vorteile für Dienstwagen mit einem Kohlendioxidausstoß von mehr als 110 Gramm pro gefahrenem Kilometer, die leider noch immer »die große Mehrheit« der besserverdienenden Schaffenden von ihrem Patron zur Verfügung gestellten Fahrzeuge ausmachten, »kurzfristig« abzuschaffen.
Geplant ist Bausch zufolge auch eine steuerliche Differenzierung ab Dienstwagen mit einem Kohlendioxidausstoß von mehr als 80 Gramm pro Kilometer. Solche mit einem Kohlendioxidausstoß von mehr als 130 Gramm pro Kilometer (derzeit: 150 g/km) sollen steuerlich schlechter gestellt werden. Doch auch bei den E-Dienstwagen soll es künftig eine Differenzierung des Steueramtes geben – je nachdem, ob er mehr oder weniger als 18 Kilowattstunden (kWh) pro 100 gefahrene Kilometer Strom verbraucht. Diese geplante Veränderung stehe in Einklang mit der im April vergangenen Jahres reformierten Kaufprämie für reine Elektroautos.
Was die Ladestationen für E-Autos anbelangt, sieht der Mobilitätsminister Luxemburg im Vergleich mit den anderen EU-Staaten gut aufgestellt. In »Stadt und Land« gebe es bereits rund 1.300 Stromtanksäulen und die Regierung aus DP, LSAP und Grünen unterstütze hiesige Betriebe großzügig, die neue Ladestationen für ihre Mitarbeiter installieren. Bis Ende nächsten Jahres soll es landesweit sogar an 19 Stromtankstellen 88 sogenannte »Supercharger«-Ladestationen geben. Dank einer Leistung von 160 bis 320 Kilowatt wird die Ladedauer der E-Auto-Batterie damit erheblich verkürzt.
