China bemüht um bessere Beziehungen mit der EU
Während die designierte Botschafterin der USA in Luxemburg, noch bevor sie jemals luxemburgischen Boden betrat oder gar ihr Akkreditierungsschreiben überreichen konnte, sich erdreistete, bei ihrer Anhörung im Senat Luxemburg wider jegliche diplomatische Gepflogenheiten wegen dessen Beziehungen zu China auf heftigste Weise zu diskreditieren, ist die chinesische Diplomatie eher darum bemüht, die Wogen zu glätten.
Unbeeindruckt von den Ausfällen der Wunschkandidatin Trumpf für den Botschafterposten im Großherzogtum sprach am Mittwoch der Außenminister der Volksrepublik China, Wang Yi, in Brüssel mit führenden Vertretern der Europäischen Union. Wie die Chinesische Agentur Xinhua berichtet, bekundeten dabei die Gesprächspartner ihre Bereitschaft, die Zusammenarbeit zu vertiefen und globale Herausforderungen gemeinsam anzugehen.
Wang, der auch Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ist, wies bei seinen Begegnungen mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Ratspräsident António Costa und der für Außenpolitik zuständigen Kommissarin Kaja Kallas darauf hin, daß in diesem Jahr sowohl der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und der Europäischen Union als auch der 80. Jahrestag der Gründung der Organisation der Vereinten Nationen begangen werde.
Je komplexer und herausfordernder die internationale Lage werde, desto mehr müßten China und die EU »als zwei große Zivilisationen und wichtige Kräfte« die Kommunikation verstärken, das gegenseitige Vertrauen ausbauen, Verantwortung übernehmen und als Kräfte für globale Stabilität und Sicherheit fungieren, sagte Wang.
Er rief dazu auf, den Multilateralismus und den freien Handel aufrechtzuerhalten, die internationalen Regeln und die internationale Ordnung zu wahren, die friedliche Beilegung internationaler Streitigkeiten zu fördern und gemeinsam globale Herausforderungen wie den Klimawandel anzugehen.
Der Außenminister bekräftigte zudem, daß China sich weiterhin zu einer qualitativ hochwertigen Entwicklung und einer Öffnung auf hohem Niveau bekenne. China sei bereit, mit der EU zusammenzuarbeiten, um die Positionierung als Partner aufrechtzuerhalten, die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit zu vertiefen, die gegenseitige Offenheit zu erweitern und Differenzen durch Konsultationen angemessen zu behandeln, um einen gegenseitigen Nutzen und für beide Seiten positive Ergebnisse zu erzielen.
Nach einem Gespräch mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul betonte Chinas Außenminister in einer Pressekonferenz den chinesischen Standpunkt zur Ukraine-Krise. China setze sich für Friedensgespräche und gegen die Lieferung tödlicher Waffen an die Konfliktparteien ein. Zudem werde eine strikte Kontrolle über Materialien für militärische und zivile Nutzung gefordert.
Wang betonte, daß China eine konstruktive Rolle für den Frieden in Europa spielen möchte und den internationalen Dialog, auch mit Ländern des Globalen Südens, fördert. China hoffe auf die Schaffung eines stabilen und nachhaltigen Sicherheitsrahmens in Europa.

