Kollektivvertragsverhandlungen in der Sackgasse
Protestaktion bei Coca-Cola Luxemburg
»Ich klage Coca-Cola an, keinen Respekt gegenüber den eigenen Beschäftigten zu haben, die hiesigen Steuervorteile in Anspruch zu nehmen, sich aber zu verweigern, wenn es darum geht, die Löhne der Beschäftigten anzuheben und deren Kaufkraft zu stärken.« Das erklärte die beigeordnete OGBL-Zentralsekretärin Pauline Meiresonne am Donnerstag anläßlich einer Protestaktion der Beschäftigten des Konzerns vor dem Betrieb von Coca-Cola in Howald.
Die Verhandlungen zur Erneuerung des Kollektivvertrags für die knapp 70 Beschäftigten der Luxemburger Niederlassung wurden vor fast einem Jahr aufgenommen, befinden sich aber gegenwärtig in der Sackgasse, da der Konzern, der allein im Jahr 2022 einen Nettoprofit von 276 Millionen Euro zu verzeichnen hatte, die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft mit einem Almosen abspeisen will.
Coca-Cola Luxemburg vermochte seine Einnahmen während der vergangenen Jahre stetig zu erhöhen und wies im Jahr 2022 einen Umsatz von 68 Millionen Euro auf, lehnt aber eine Lohnerhöhung von etwa 85 Euro für jeden Beschäftigten ab 2024 kategorisch ab. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 erwirtschaftete jeder Beschäftigte des Konzerns 15.000 Euro im Monat, welche in die Taschen des Unternehmens flossen!
Dennoch kündigte die Geschäftsleitung an, sich nur »symbolisch« bei den Beschäftigten bedanken zu wollen und drohte der Gewerkschaft und den Personalvertretern mit dem Abbruch der Kollektivvertragsverhandlungen, als diese feststellten, das sei inakzeptabel und auf ihren Lohnforderungen beharrten.
Auch nachdem die Gewerkschaft im Juni das Nationale Schlichtungsamt eingeschaltet hatte, bewegte die Geschäftsführung von Coca-Cola sich kaum in Richtung der gewerkschaftlichen Forderungen. Das führte zur Protestaktion von Donnerstag, der weitere gewerkschaftlichen Proteste folgen dürften, sollte der Konzern seine Blockadehaltung nicht aufgeben und sich weiterhin weigern, den Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft Zugeständnisse zu machen.
Der Präsident der Personalvertretung von Coca-Cola, Pierre Van Kakerken zeigte sich gestern davon überzeugt, dass die Beschäftigte weiter an einem Strang ziehen werde und warnte die Geschäftsführung davor, Druck auf Belegschaftsmitglieder auszuüben, um sie davon abzuhalten, sich solidarisch zu wehren.
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