Interessantes Graffiti an der Fassade des »Lëtzebuerg City Museum«
Die Fassade des »Lëtzebuerg City Museum« wird seit Ende März durch ein interessantes Graffiti der spanischen Multidisziplinärkünstlerin Galletamaria (María Martínez Nicolás) aufgewertet. Sie hat im Rahmen der LE MUR Luxembourg-Reihe ein großflächiges Graffiti geschaffen, das Normen herausfordert und Grenzen sprengt. Die in Valencia ansässige Künstlerin, die seit über 17 Jahren in den Bereichen Street Art, Muralismus und Illustration arbeitet, verbindet in ihren Werken spielerische Ästhetik mit politischer Schärfe – und setzt damit auch in Luxemburg ein kraftvolles Zeichen.
Galletamaria, Absolventin der Schule für Bildende Künste an der Polytechnischen Universität Valencia, schafft Werke, die Körperlichkeit, Raumaneignung und Gemeinschaftsdialog in den Mittelpunkt stellen. Ihre unverwechselbare Bildsprache – farbenfroh, humorvoll und narrativ – dient dazu, Stereotype zu hinterfragen und unterrepräsentierte Perspektiven sichtbar zu machen. Ihr jüngstes Projekt, der Graphic Novel »Superbollo contra el código binario« (»Superdyke gegen den Binärcode«), geschrieben von Parole de Queer, feiert queere Identitäten und dekonstruiert binäre Denkmuster mit einer explosiven visuelle Ästhetik.
In Valencia arbeitet sie im Kollektiv »Febra Estudi«, das sie mit den Künstlern Exaesisa und PdePiera gegründet hat. Hier stehen Kollaboration und gesellschaftliches Engagement im Zentrum – Prinzipien, die auch ihr Luxemburger Mural prägen. »Kunst sollte nicht nur schmücken, sondern zum Nachdenken anregen«, sagt Galletamaria. »Meine Arbeit ist eine Einladung, die Grenzen zwischen Kunst, Aktivismus und Alltag neu zu denken.«
Für LE MUR Luxembourg – eine Initiative von I Love Graffiti und der Stadt Luxemburg – hat die Künstlerin ein Werk geschaffen, das lokal verortet ist, aber globale Themen aufgreift. Ihr Graffiti am City Museum spielt mit den architektonischen Gegebenheiten und setzt gleichzeitig ein politisches Statement für Inklusion und Vielfalt. »Öffentlicher Raum gehört allen – und Kunst kann ihn zu einem Ort des Dialogs machen«, erklärt sie.
Galletamaria hat bereits an internationalen Festivals wie Hola Utopía, Més Que Murs oder Muro Crítico teilgenommen. Ihre Fähigkeit, lokalen Kontext mit universellen Botschaften zu verbinden, macht ihr Werk in Luxemburg zu einem Hingucker mit Tiefgang – ein Farbenrausch, der zum Umdenken auffordert.
