Stärkt den »Stoussnéckel«!
»Bricht die Welt zusammen, wenn weniger gearbeitet wird? LSAP und déi Lénk haben die Arbeitszeitverkürzung in ihrem Programm stehen. Die anderen Parteien – außer der KPL – reden lieber von Flexibilisierung«, kommentierte am Dienstag das »Tageblatt«.
Wenn die KPL nicht über Flexibilisierung redet, worüber dann? Das geht aus dem »Tageblatt« nicht hervor, obwohl die Pressekonferenz über das Wahlprogramm der KPL am 8. September eine der wenigen war, zu welcher das »Tageblatt« in den vergangenen Jahren erschienen war.
Dennoch bringt es der Kommentator offenbar nicht über sich, den Leserinnen und Lesern klar und deutlich mitzuteilen, dass auch die KPL eine Arbeitszeitverkürzung in ihrem Programm stehen hat. Unter der Überschrift »Die Schaffenden brauchen mehr Rechte« heißt es dort: » – die Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich« (www.kommunisten.lu).
Aber das werden die »Tageblatt«-Leser nie erfahren, denn die Zeitung, deren Herausgebergesellschaft mehrheitlich dem OGBL und dem Landesverband gehört, hat die KPL nicht zu ihren Rundtischgesprächen eingeladen, dafür aber so »gewerkschaftsfreundliche« Parteien wie das ADR, die Piraten, die DP, Fokus…
Es ist dies eines von vielen Beispielen dafür, wie die KPL, wenn sie nicht gerade totgeschwiegen wird, diskriminiert und ihre Alternativen nicht nur in Wahlzeiten bis zur Unkenntlichkeit verdreht werden.
Es ist aber auch ein Ausdruck dafür, dass die Parteien, die mehr oder weniger Teil der bürgerlichen Einheitspartei sind, gerne unter sich bleiben. Da stört es dann schon, wenn eine Partei wie die KPL versucht, den kapitalistischen Grundkonsens, den es zwischen diesen Parteien gibt, durcheinanderzuwirbeln, so dass ein Teil der Schaffenden mitbekommt, dass die Kommunisten eigentlich sehr vernünftige Vorschläge haben, ganz im Sinne der Lohnabhängigen.
Dazu hat die KPL leider viel zu wenig Gelegenheit, da sie von den meisten Rundtischgesprächen und Wahlsendungen ausgeschlossen bleibt, selbst aber weder geeignete Tribünen noch über entsprechende Finanzen verfügt, um ihre Argumente und Alternativen in einem solchem Umfang zu verbreiten, dass die große Mehrheit der Lohnabhängigen und Rentner das auch zur Kenntnis nehmen würden – im Gegensatz zu anderen Parteien, denen Hunderttausende Euro aus der Staatskasse und offenbar auch aus anderen Quellen zur Verfügung stehen.
Das ist die materielle Grundlage, die garantieren soll, dass es so weiter gehen kann wie bisher, und dass die Menschen ja nicht auf den Gedanken kommen, sich mit kommunistischen Vorschlägen auseinanderzusetzen, welche, würden sie umgesetzt, die wachsenden Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten beenden, und das System, das diese Ungerechtigkeiten immer wieder reproduziert, umkrempeln würden.
Das ist kein Lamento, weil die KPL von den Herrschenden und ihren politischen Wasserträgern als »Stoussnéckel« behandelt wird, sondern eine nüchterne Feststellung darüber, wie die herrschenden Verhältnisse funktionieren, die es zu ändern gilt.
Daher ist es im Interesse der schaffenden Menschen und fortschrittlicher Veränderungen in diesem Land notwendig, die KPL in allen Beziehungen zu stärken, am 8. Oktober, indem man den Kreis über Liste 11 schwärzt, aber auch darüber hinaus, damit ihre Stimme in den zukünftigen politischen und sozialen Kämpfen gehört wird.
