Ausland05. Juni 2026

USA-Sanktionen vertreiben Hotelketten aus Kuba

von dpa/Minrex/ZLV

Nach der Androhung weiterer Sanktionen durch die USA-Regierung verliert Kuba Geschäftspartner in der Hotelbranche. Die Regierung Kubas bezeichnete die Maßnahmen Washingtons in einer Erklärung am 2. Juni als die bisher »größte, übermäßigste und gefährlichste Eskalation in der jüngeren Geschichte der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten«.

Laut Medienberichten haben Hotelketten wie Iberostar aus Spanien, Royalton aus Kanada (früher Blue Diamond) und Archipelago International aus Indonesien begonnen, sich teilweise aus Kuba zurückzuziehen. Iberostar bestätigte am Dienstag, die Verwaltung von zwölf Hotels in Kuba aufzugeben, die zur Hoteltochter Gaviota von GAE gehören. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben bislang die zweitgrößte Hotelkette des Landes und betreibt dort insgesamt 18 Hotels.

Die Regierung von USA-Präsident Trump hatte Anfang Mai neue Sanktionen mit dem deklarierten Ziel verhängt, »der kommunistischen Militärführung und den Eliten des Landes den Zugang zu Vermögenswerten zu entziehen«. Auch ausländischen Banken und Unternehmen drohen ab dem 5. Juni Sanktionen, falls sie weiterhin mit der Unternehmensgruppe GAE zusammenarbeiten.

Kubas Regierung kritisierte die neuen Sanktionen scharf kritisiert. »Das erklärte Ziel besteht darin, das Land diplomatisch, wirtschaftlich, finanziell und im Energiebereich zu isolieren«, hieß es. »Die GAE ist keine undurchsichtige Struktur und auch nicht parallel zum kubanischen Staat; im Gegenteil, sie ist eine artikulierte und bewährte Antwort auf die Wirtschaftsblockade, die in der Vergangenheit versucht hat, die kubanische Revolution zu ersticken.«

»Die GAE wurde während der Sonderperiode gegründet, um dem Wirtschaftskrieg mit einer kreativen, einzigartigen und genuin kubanischen Vision zu begegnen, heißt es in einer Erklärung der kubanischen Regierung. »Ihr Ziel war und ist es, Unternehmen zusammenzubringen, die in der Lage sind, die Devisen und Ressourcen zu erwirtschaften, die der Staat benötigt, um soziale Errungenschaften zu erhalten und weiterzuentwickeln sowie zum Wachstum verschiedener Sektoren und Bereiche des nationalen Lebens beizutragen.«

Die materiellen und finanziellen Beiträge ließen sich »an zahlreichen Beispielen veranschaulichen: der Bau von über 10.000 Häusern in verschiedenen Provinzen des Landes, die Einrichtung eines Pionierlagers und von Ferienprogrammen für Kinder sowie die Unterstützung der kubanischen Wirtschaft während der COVID-19-Pandemie«.

Weiter heißt es: »Die Erträge aus dieser Geschäftstätigkeit wurden auch für Investitionen in das Wärmekraftwerk Lidio Ramón Pérez (Felton) in Holguín sowie für die Planung und den Ausbau großer Wasserbauprojekte, darunter die Ost-West- und Nord-Süd-Wasserumleitungsprojekte, zum Wohle von Millionen Kubanern verwendet. Darüber hinaus wurden Investitionen und Sanierungen an Polikliniken, Arztpraxen und Schulen vorgenommen. Alle diese Aktivitäten wurden der Parteiführung, dem Staat und der Regierung systematisch gemeldet und unterlagen in jedem Fall der strengsten Kontrolle und Aufsicht durch die zuständigen Behörden und Mechanismen.«

»Die GAE ist weder ein Produkt der Geheimhaltung noch der Eliten und schon gar kein Mittel zur Bereicherung einiger Weniger. Im Gegenteil, sie ist eines der vielen Beispiele, die uns auf unserem Weg ermöglicht haben, der ständigen Aggression der USA-Regierung zu widerstehen«, betont Kubas Regierung in ihrer Erklärung.