Spione bitten zum Gaming
BND umwirbt Nachwuchs auf Gamescom
Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) intensiviert bei der Computerspiel-Messe Gamescom seine Bemühungen, junge Leute für seine Spionagetätigkeit zu gewinnen. Der Auslandsgeheimdienst stellte an seinem Messestand in Köln ein Upgrade eines Computerspiels vor, mit dem das Interesse an der Arbeit der Auslandsspione geweckt werden soll. Bei dem Spiel »BND-Legenden: Operation Blackbox« ist der Gamer als Agentin AJ in geheimer Mission in virtuellen Welten unterwegs.
Unabhängig von dem Spiel haben Besucher an dem Messestand die Möglichkeit, ihre Hacking- und Coding-Fähigkeiten in kurzen Spielsequenzen unter Beweis zu stellen und dabei mit echten BND-Leuten ins Gespräch zu kommen.
Man sei mit der Resonanz auf das Spiel zufrieden, sagt eine BND-Sprecherin. »Bei Gamern kommt es gut an, daß sich der Dienst nicht nur als solcher präsentiert, sondern auch ein Spiel mitgebracht hat.« Das Publikum auf der Gamescom sei interessant für den BND als Arbeitgeber. »Die Gamer sind technikaffin, sie schlüpfen gern in andere Rollen und begeben sich auf Missionen: Nichts anderes macht der Bundesnachrichtendienst.«
Wie andere Behörden auch brauche man Nachwuchs und wolle diesen für die Arbeit beim BND begeistern. Der BND werde vermehrt IT-Talente etwa für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (Agentic AI) und Softwareentwicklung suchen. Der BND hat nach eigenen Angaben rund 6.800 Beschäftigte, die Zentrale ist in Berlin und ein weiterer großer Standort in Pullach bei München.
Die Talente, die jetzt angeworben werden, würden in einem neuen BND starten, sagt die Behördensprecherin mit Blick auf die unlängst auf den Weg gebrachte Gesetzesreform. Sie soll dem Bundesnachrichtendienst mehr Befugnisse »für die Aufklärung von Terrorismus und geheimdienstlichen Aktivitäten anderer Staaten« geben. Dazu gehört erstmals auch die Möglichkeit, aktiv einzugreifen, zum Beispiel bei einem von staatlicher Seite gesteuerten Hacker.

