Luxemburg28. Oktober 2025

Konkursverschleppung in Kiew

Ukraine fordert weiter 120 Milliarden US-Dollar von Sponsoren des Krieges gegen Rußland

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Nachdem es EU-Chefin Ursula von der Leyen Ende vergangener Woche auf dem Herbstgipfel in Brüssel nicht gelungen ist, die Mitgliedstaaten zum gemeinschaftlichen Diebstahl russischer Staatsgelder zu bewegen, bleibt die Kiewer Forderung nach weiterer westlicher Unterstützung im Krieg gegen Rußland in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 103,2 Milliarden Euro) für das kommende Jahr bestehen. Zumindest bis zum Wintergipfel im Dezember wird es aus EU-Europa keinen weiteren zinslosen Milliardenkredit für die Ukraine geben und die USA-Regierung ist offensichtlich weiterhin nur dann zur Lieferung US-amerikanischer Waffen bereit, wenn die europäischen Verbündeten sie bezahlen. Gegenüber NATO-Generalsekretär Mark Rutte hatte USA-Präsident Donald Trump Mitte Juli erklärt, sein Land habe für den Krieg bereits 350 Milliarden US-Dollar (301 Milliarden Euro) ausgegeben und habe gerne, daß er endet.

Offenbar sind sich die Regierungen der 27 EU-Staaten noch nicht einmal darüber einig, für was die geplanten neuen Kredite an Kiew verwendet werden sollen. Während die deutsche und andere westeuropäische Regierungen die russischen Staatsgelder ausschließlich für den Kauf »europäischer« Waffen für die Ukraine ausgeben wollten, hatten vor allem die aus dem Osten und Norden der EU dafür plädiert, den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski allein entscheiden zu lassen, wo er neues Kriegsgerät einkaufen möchte, und sei es in den USA. Auch die Kiewer wollten mit den frischen Milliarden aus EU-Europa machen, was sie wollen. Unter anderem sollte der Sold der Soldaten deutlich erhöht werden, um Fahnenflucht einzudämmen und neue Freiwillige für den Kriegsdienst rekrutieren zu können.

Der Brüsseler Gipfel war gerade zu Ende, als das US-amerikanische »Wall Street Journal« berichtete, die im Februar lancierte Kampagne zur Rekrutierung freiwilliger Soldaten im Alter von 18 bis 24 Jahren sei weitgehend fehlgeschlagen, es hätten sich nur rund 500 junge Männer gemeldet – also sechs pro Tag. Gleichzeitig stoßen Zwangsrekrutierungen nach wie vor auf zum Teil heftige Gegenwehr. Erst am Freitag wurde der Tod eines 43-Jährigen bekannt, der nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit der Kiewer Rekrutierungsbehörde TZK an einer Kopfverletzung starb.

Zuvor ging ein Video aus dem westlichen Lwiw durchs Netz, auf dem eine Frau die Tür einer TZK-Camionette aufreißt und ihren Mann befreit. Es war nicht das erste Mal, daß Ukrainerinnen die Fahrzeuge der Rekrutierer umstellen, um ihre Männer oder Söhne wieder freizubekommen. Schon im vergangenen Jahr war »busifikazija« (»Busifizierung«) das »Wort des Jahres« in der Ukraine. Es ist eine beschönigende Umschreibung der gewaltsamen Verschleppung ukrainischer Männer durch Rekrutierungseinheiten der TZK, die meist von der Straße aufgegriffen und in Kleinbussen abtransportiert werden.

Aus Luxemburg sollen bislang 260 Millionen Euro in den Kiewer Korruptionssumpf geflossen sein. Laut Armeeministerin Yuriko Backes sollen noch in diesem Jahr weitere 90 Millionen Euro folgen und auch für das kommende Jahr seien bereits 80 Millionen Euro eingeplant.