Kaleidoskop03. April 2026

Kleinere Tsunamiwellen nach schwerem Beben in Indonesien

von dpa/ZLV

Jakarta – Nach einem schweren Erdbeben haben die indonesischen Behörden am Donnerstag eine Tsunamiwarnung für die Inseln rund um die Molukkensee ausgesprochen. Das Beben hatte nach Angaben der Erdbebenwarte der USA eine Stärke von 7,4 auf der Richter-Skala und ereignete sich in einer relativ geringen Tiefe von 35 Kilometern.

Das Epizentrum lag demnach zwischen dem Norden Sulawesis und den Nord-Molukken, rund 130 Kilometer westnordwestlich der Stadt Ternate. In der Stadt Manado ‌kam mindestens ein Mensch ums Leben, als er von herabfallenden Trümmern getroffen wurde, meldete der indonesische Sender Metro TV.

Laut dem Tsunamiwarnsystem der USA bestand zunächst die Möglichkeit von Flutwellen im Umkreis von bis zu 1.000 Kilometern. Für Teile der indonesischen Küste wurden Wellen von 30 Zentimetern bis zu einem Meter über dem normalen Pegel prognostiziert. Meßstationen ermittelten eine Stunde nach dem Beben allerdings nur Wellen von 20 bis 30 Zentimetern. Auch Küsten in den Philippinen und in Malaysia könnten betroffen sein, hieß es. Die Gefahren wurden jedoch als gering eingestuft.

Die indonesischen Behörden gaben die Stärke des Bebens zunächst sogar mit 7,6 an. Erste Messungen zu Stärke und Tiefe eines Bebens weichen oft leicht voneinander ab und können später manuell korrigiert werden.

Der weltgrößte Inselstaat Indonesien liegt auf dem pazifischen Feuerring, einer geologisch sehr aktiven Zone mit vielen Vulkanen und tektonischen Platten. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort deshalb sehr häufig. Speziell in Indonesien kommt es oft zu Naturkatastrophen.

Am 26. Dezember 2004 hatte ein unterseeisches Beben der Stärke 9,1 vor der Küste von Sumatra eine riesige Flutwelle ausgelöst. Ungefähr 230.000 Menschen kamen in mehreren Ländern ums Leben, 170.000 allein in Indonesien.

Erst am Mittwoch hatte ein starkes Erdbeben den Großraum der japanischen Hauptstadt Tokio erschüttert. Durch die Erschütterung der Stärke 5,0 bestehe jedoch keine Gefahr durch einen Tsunami, gab die nationale Meteorologiebehörde bekannt. Das Erdbebenzentrum lag in Tokios Nachbarpräfektur Ibaraki in 50 Kilometern Tiefe. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es nicht.