Luxemburg06. März 2026

Kein Klo am Ende der Linie

Busfahrer kämpfen seit Jahrzehnten um Würde und Hygiene

von KP

Es ist ein Problem, das seit Jahren ungelöst bleibt, obwohl es die Würde und Gesundheit von hunderten Busfahrern betrifft: Toiletten an Endstationen. Während die Politik und die Verantwortlichen sich in Verzögerungstaktiken üben, wird die Situation für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr immer unhaltbarer. Der OGBL-Landesverband hat nun mit einer Mahnwache am Terminus Pfaffenthal auf dem Kirchberg auf die skandalösen Missstände aufmerksam gemacht.

Busfahrer der RGTR, AVL und TICE – aber auch kommunale Busfahrer – stehen täglich vor demselben Dilemma: Nach stundenlangen Fahrten erreichen sie ihre Endstation – und müssen feststellen, dass es keine Toiletten gibt. »Man kann nicht in Versprechungen kacken«, bringt es Sven Graas, Gewerkschaftssekretär des OGBL, auf den Punkt. Besonders für die zunehmende Zahl von Busfahrerinnen ist das Fehlen von sanitären Einrichtungen eine doppelte Belastung, da sie nicht nur mit den körperlichen Bedürfnissen kämpfen müssen, sondern auch mit einer diskriminierenden Situation, die ihre Arbeit zusätzlich erschwert.

Die Gewerkschaften beklagen seit Jahrzehnten diese Zustände, doch es gibt keine Verbesserungen. Stattdessen erleben die Fahrer eine Abfolge von leeren Versprechen. »Wir sind es leid, dass uns immer nur Verständnis entgegengebracht wird, es aber nie zu konkreten Maßnahmen kommt«, so Graas. Es ist ein Systemversagen, das die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten gefährdet.

Am Donnerstagmorgen versammelten sich Busfahrer und Gewerkschaftsvertreter am Terminus Pfaffenthal, um auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam zu machen. Die Mahnwache sollte die Öffentlichkeit wachrütteln und Druck auf die Verantwortlichen ausüben.

»Grundrechte müssen gelten – auch für Busfahrer!«, betonte Graas. Die Forderungen der Gewerkschaft sind klar: »Wir brauchen sofort Toiletten an allen Endstationen.« Als Übergangsmaßnahme wären auch mobile Dixi-Toiletten akzeptabel, doch langfristig muss eine dauerhafte Lösung her. Zudem muss der Zugang zu Toiletten für alle Busfahrer gewährleistet sein, unabhängig davon, ob es sich um Linien- oder Reisebusse handelt.

Ohne uns gibt es keine Mobilität!

Die Bedeutung der Busfahrer für das öffentliche Leben kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. »Ohne uns gibt es keinen öffentlichen Transport, keine sanfte Mobilität«, so Graas. Doch trotz ihrer systemrelevanten Rolle werden ihre grundlegenden Bedürfnisse ignoriert.

Der LCGB unterstützt die Forderungen des OGBL. Die aktuelle Situation ist untragbar: Im RGTR-Netz gibt es nur 36 Sanitäranlagen – bei vergleichsweise wenigen Endstationen mit Toiletten. Die meisten Busfahrer müssen ohne jede Möglichkeit auskommen, ihre Notdurft zu verrichten. Wenn überhaupt Toiletten vorhanden sind, sind diese oft nur zu bestimmten Öffnungszeiten zugänglich oder erfordern eine Genehmigung, was die Situation zusätzlich erschwert.

Die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Zustände werden von den Gewerkschaften scharf kritisiert. Das ständige Ausharren ohne Zugang zu Toiletten führt zu körperlichem Stress und kann langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen. »Das ist eine Gesundheitsgefahr!«, warnen die Gewerkschaften.

Die Verantwortung für diese Situation liegt bei den Kommunen und dem Staat. Der OGBL betont, dass es die Aufgabe der Städte und Gemeinden ist, für die Bereitstellung von Toiletten zu sorgen. Der Staat bietet zwar Zuschüsse von bis zu 50 Prozent an, doch viele Kommunen drücken sich vor ihrer Verantwortung. Sollten die Kommunen diese Aufgabe nicht wahrnehmen, muss der Staat selbst für eine Lösung sorgen.