Kultur05. September 2026

Luxemburg als Ehrengast bei der »Vienna Design Week«

Luxemburg wird bei der 20. Ausgabe der »Vienna Design Week«, die vom 25. September bis zum 4. Oktober in Wien stattfindet, als Ehrengast zugegen sein.

Diese Einladung kommt nicht von ungefähr. Die luxemburgische Designszene hat in den letzten Jahren sowohl hinsichtlich ihrer Sichtbarkeit als auch ihrer professionellen Strukturierung einen bedeutenden Aufschwung erfahren.

Anlässlich der Design-Messe präsentiert Kultur | lx – Arts Council Luxembourg in Zusammenarbeit mit Design Luxembourg ein spezielles Programm, das die Vielfalt der luxemburgischen Designpraxis in den Vordergrund rückt. Mit einer Abfolge, die Designer und Fachleute aus vielen Ecken der Welt zusammenbringt, wird diese Initiative die Ansätze und Perspektiven der Szene hervorheben und dazu beitragen, ihre Präsenz in der europäischen Designlandschaft zu stärken.

»Two-O-Eight: Designing Voices«

Die von Anna Loporcaro in Zusammenarbeit mit Design Luxembourg kuratierte und von Kultur | lx organisierte Ausstellung »Two-O-Eight: Designing Voices« wird einen zentralen Platz im Programm Luxemburgs während der »Vienna Design Week« einnehmen.

In einer Zeit, in der Designausstellungen weitgehend durch die ausgestellten Objekte definiert werden, verlagert diese Ausstellung den Fokus von der Sichtbarkeit hin zur Vermittlung: nicht »Wie sieht postmodernes Design aus?«, sondern vielmehr »Welche Stimme hat es?«.

Benannt wurde sie nach der historischen Mittelwellenfrequenz von 208 Metern von Radio Luxembourg.

In Großbritannien und in Teilen Europas war »The Mighty Two-O-Eight« (Die mächtige 208) legendär. Der kultige Spitzname des englischsprachigen Programms bezog sich auf die Wellenlänge von 208 Metern im Mittelwellenrundfunk (Frequenz: 1440 kHz). Ab den 1950er-Jahren liefen hier vor allem nachts beliebte Musik- und Pop-Sendungen. »The Mighty Two-O-Eight« wurde 1991 auf Grund finanzieller Engpässe abgeschaltet.

Als Hommage an die Sendung wurde »Two-O-Eight: Designing Voices« als »radio-agora« konzipiert. Rund dreißig Designer, Lehrer, Kritiker und Institutionen kommen in Podcasts zu Wort, die in Zusammenarbeit mit dem Radiosender Radio 100,7 produziert wurden.

Das Programm reicht vom historischen Kontext und der grafischen Identität über Produktdesign und Sammlerstücke bis hin zu sozialem Design, Klang und internationalen Entwicklungen. Im Ausstellungsraum wird neun Tage lang ein temporärer Radiosender Live-Gespräche und Hörsitzungen ausstrahlen. Die Besucher sind nicht bloße Zuschauer, sondern werden zu Teilnehmern einer vielstimmigen Komposition:

Dank der von Rachel Hoffmann (Studio Abricot) entworfenen Inszenierung schlüpft der Besucher in die Rolle eines Moderators und entscheidet selbst, welcher Stimme er zuhören möchte, in welcher Reihenfolge und wie lange.

Die Podcasts sind vor Ort auf Schallplatten erhältlich und werden ab dem 24. September auch auf den Websites von Radio 100,7 und Design Luxembourg veröffentlicht.

Der Start ist am 25. September um 12 Uhr – Christophe de la Fontaine, Designer und Christophe und Wolfgang Köchert (Juweliere A.E.Köchert) diskutieren über »Passionswege«.

A.E. Köchert, 1814 von Emmanuel Pioté und Jakob Heinrich Köchert gegründet, gehört seitdem zu den renommiertesten Juwelieren Österreichs. Das Stammgeschäft befindet sich seit 1873 am Neuen Markt 15 in Wien, im Dezember 2005 wurde ein weiteres Geschäft am Alten Markt 15 in Salzburg eröffnet. Heute führen Christoph, Wolfgang und Florian Köchert das Unternehmen in sechster Generation.

Die »Passionswege« sind das älteste und bekannteste Format der »Vienna Design Week«. In diesem Jahr feiert das Festival sein 20-jähriges Jubiläum, weshalb die »Passionswege« in diesem Herbst eine besondere Mischung aus neuen Projekten und einer großen Retrospektive bieten.

»Vienna Design Week«: Freitag, 25. September bis Sonntag, 4. Oktober, täglich, 11 bis 19 Uhr. Hauptquartier, Hietzinger Kai 101, Wien-Hietzing.

Als größtes Designfestival Österreichs verwandelt sie Wien in ein riesiges Labor für zeitgenössisches Design. Zehn Tage lang finden in verschiedenen Stadtteilen Ausstellungen, Installationen, Fachveranstaltungen und partizipative Formate statt. Mit mehr als 40.000 Besuchern und fast 200 Veranstaltungen bei jeder Ausgabe hat sich die VDW als wichtige Plattform für Austausch und die Verbreitung von Design auf europäischer Ebene etabliert.