Mysteriöser Tod eines italienischen Journalisten in den USA
Die italienische Öffentlichkeit erregt der mysteriöse Tod des Italienischen Journalisten Daniele Compatangelo am 20. Juli in den USA. Die Zweifel, daß er eines natürlichen Todes gestorben ist, erhielten Auftrieb, als am 1. September seine Leiche mit einem Flug aus Washington endlich in Rom eintraf. »Zwischen der Bestätigung seines Todes in den USA am 20. Juli und der Überführung seines Leichnams vergingen vierzig Tage – eine Zeit, die von Informationsmangel geprägt war und berechtigte Zweifel an den Umständen seines Todes aufkommen läßt«, vermerkte das kommunistische Magazin »Contropiano« am Tag der Ankunft.
»La Voce di New York«, eine täglich in Italienisch erscheinendes Online-Publikation, erinnerte daran, daß Compatangelo der Journalist war, dessen Interview mit dem USA-Präsidenten eine schwere politische Krise in den Beziehungen zwischen dem Weißen Haus und Premierministerin Meloni auslöste. »Wie geht es Ihrer Premierministerin? Wie macht sie sich?«, hatte Donald Trump den Korrespondenten gefragt, der den USA-Präsidenten um einen Kommentar zu dem Gespräch gebeten hatte, das er am Rande des Evian-Gipfels mit Meloni geführt hatte.
Donald Trump hatte behauptet, die italienische Ministerpräsident habe beim G7-Gipfel in Ankara auf einem gemeinsamen Foto bestanden. Das Interview, in Italien eine echte Sensation, wurde in der Sendung »La 7« ausgestrahlt und sorgte für großes Aufsehen. Bei dieser Gelegenheit hatte sich der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika über Premierministerin Giorgia Meloni so geäußert: »Sie bat mich inständig, ein Foto mit ihr zu machen. Sie wollte unbedingt ein Foto mit mir. Ich hätte es nicht gemacht, aber sie tat mir leid.«
Daniele Compatangelo starb laut offiziellen Berichten an einer plötzlichen Erkrankung infolge eines Herzinfarkts. Seine Mutter erklärte dagegen, daß Daniele keinerlei gesundheitliche Probleme gehabt habe, Sport trieb und auf seine Ernährung achtete, ohne zu rauchen oder anderen Lastern nachzugehen. »La Voce di New York« schreibt, daß sich in dem Zimmer, in dem die Leiche gefunden wurde, ein zerbrochenes Bett und eine an die Wand gelehnte Matratze befanden. Schließlich sei da noch die ungewöhnlich lange Autopsie-Zeit. Beamte des Arlington County Police Department (ACPD), die den Fall bearbeiteten, hatten berichtet, daß die Wartezeit auf eine endgültige Autopsie zwischen acht und zwölf Wochen betragen könne, die vorläufigen Ergebnisse der Autopsie, die etwa eine Woche nach dem Tod durchgeführt wurden, jedoch nicht eindeutig waren.
Es vergingen mehr als vierzig Tage zwischen seinem Tod und der Freigabe seines Leichnams zur Überführung nach Italien – viel zu lange, um einen Herzinfarkt zu diagnostizieren – und während dieser Zeit versäumten es die Behörden der USA auf allen Ebenen, seiner Familie oder seinen Kollegen Informationen zukommen zu lassen. Anzumerken ist auch, daß zu Compatangelos Arbeitgebern auch »Shams TV« gehörte, ein Sender im irakischen Kurdistan, das als »Zentrum vieler schmutziger Geschäfte« bezeichnet wird.
Geboren in Savona und aufgewachsen im Turiner Stadtteil Crocetta, lebte Daniele Compatangelo später in Rom, bevor er sich in den USA niederließ, wo er schließlich die Staatsbürgerschaft annahm. »Pollar News« aus den USA schreibt, daß er ein Vierteljahrhundert für »Sky«, »Il Secolo XIX«, »Mediaset«, das Schweizer Fernsehen RSI, Italiens Fernsehen Rai und für »La 7« arbeitete. Er berichtete von Olympischen Spielen, darunter Sydney 2000 und London 2012. Im Juni 2011 erhielt seine investigative Dokumentation »The Los Angeles Breakdown« eine lobende Erwähnung bei den 53. Southern California Journalism Awards.
Zum Zeitpunkt seines Todes war Daniele Compatangelo Präsident der White House Foreign Correspondents' Association (WHFCA), einer Organisation, die er aufgebaut hatte, um ausländische Journalisten zu vertreten, die über die Regierungspolitik der USA berichten.
David Parenzo, der eine politische Talkshow über seinen Kollegen bei »La 7«, moderierte, sagte nach Bekanntwerden des Todes von Compatangelo: »Er war nicht nur ein großartiger Profi, sondern auch ein wahrer Freund. Zu sagen, ich sei über seinen Tod schockiert, wäre eine Untertreibung«.

