Drei Gaukler auf Werbe-Tour
Man müßte lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Ein Staatspräsident und zwei Regierungschefs, die der Meinung sind, den »harten Kern« der Europäischen Union mit ihren »Werten« und ihrer »regelbasierten Ordnung« zu repräsentieren, suchten am Mittwoch das kleine Moldawien heim. Ihr erklärtes Ziel: kurz vor den Parlamentswahlen die Moldawier heim ins Reich zu holen und vor dem bösen Russen zu schützen.
Was sie bei ihren öffentlichen Auftritten zu bieten hatten, waren nichts als leere Worte, das Vorgaukeln von Vorzügen des »goldenen Westens« und eimerweise Haß – sowohl auf die zur hochgelobten Präsidentin in Opposition stehenden Parteien als auch auf den russischen Bären, der sich bekanntlich anschickt, sich das ganze ach so friedliebende »Europa« einzuverleiben.
Hinter verschlossenen Türen hatten sie sicher einige Ratschläge, wie es wieder einmal mit etlichen Tricks gelingen könnte, ein genehmes Wahlergebnis zu erzielen und die Präsidentenpartei weiter an der politischen Macht zu halten, die es bei den vorigen Wahlen nur mit allerlei Wahlbetrug und vor allem mit den Stimmen der ins westliche Ausland emigrierten Moldawier knapp geschafft hatte. Nicht auszuschließen, daß die netten Onkel aus dem Westen auch mit dem Scheckbuch gewunken haben, wie vor den vorigen Wahlen die EU-Chefin, die riesige Geldsummen versprochen hatte, falls das »richtige« Wahlergebnis gemeldet wird.
Den drei Herren aus dem Abendland war es auch gar nicht peinlich, den Menschen den Himmel auf Erden zu versprechen, falls sie sich definitiv GEGEN Rußland und FÜR »Europa« entscheiden. Da sprach der Staatschef Frankreichs, dessen Land keine gewählte und in zwei Wochen höchstwahrscheinlich gar keine Regierung haben wird. Der Premierminister Polens, dessen Handlungsfähigkeiten zugunsten der segensreichen EU durch einen zwar rechtskonservativen, jedoch jüngst vom Volk gewählten Präsidenten arg beschränkt sind. Und der deutsche Bundeskanzler, der vor wenigen Tagen verkündet hat, daß »der Sozialstaat nicht mehr zu halten« sei – angesichts der Milliardenausgaben wegen massiver Aufrüstung – und der Deutschland wieder (!) zur führenden Militärmacht Europas machen will.
Alle drei Länder haben Schuldenberge, die kein Mensch mehr überblicken kann, und sie häufen neue Milliardenschulden an, um eine nicht existierende »Bedrohung aus dem Osten« abzuwehren. Zusätzlich wird den moldawischen Wählern vorgegaukelt, ihr Land würde schon bald in die EU aufgenommen, dann fließen Milch und Honig, und wir sind alle eine Familie.
Da kommen Erinnerungen auf an die Zeit vor 2014, als die Menschen in der Ukraine vor die Wahl gestellt wurden, sich entweder für Rußland ODER für die EU zu entscheiden. Das Ergebnis war ein von den USA mit fünf Milliarden Dollar finanzierter Maidan-Putsch und die Einsetzung einer nicht gewählten Regierung – interessanterweise mit persönlicher Patenschaft von Ministern aus Frankreich, Deutschland und Polen –, die als eine der ersten Amtshandlungen die Rechte der russischsprachigen Ukrainer massiv einschränkte. Als sich die Leute im Donbass das nicht gefallen lassen wollten, schickte Kiew gedungene Banditen, Nationalisten und Faschisten, denen mindestens 14.000 ukrainische Bürger zum Opfer fielen.
Die Herren Macron, Tusk und Merz wissen das, haben es aber auf ihrer Werbetour wieder einmal unter den Teppich gekehrt.