Kaleidoskop22. Januar 2026

Hunderttausende von Hochwasser in Mosambik betroffen

von dpa/ZLV

Maputo – Derzeit erlebt der afrikanische Küstenstaat Mosambik eine sogenannte Jahrhundertflut. Seit Jahresende haben Überschwemmungen im Süden des Landes an der Ostküste Afrikas eine Katastrophe ausgelöst, von der mehr als 600.000 Menschen betroffen sind. Der nationalen Katastrophenschutzbehörde zufolge sind mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen, teilte das Notfallkoordinierungszentrum der EU-Kommission am Dienstagabend mit.

In den kommenden 24 Stunden würden weitere, teils sehr schwere Regenfälle im Süden Mosambiks erwartet, hieß es weiter. Betroffen sind demnach vor allem die Provinzen Gaza, Maputo, Inhambane und Sofala. Ungefähr 78.200 Menschen müßten weiter in provisorischen Notunterkünften ausharren, Tausende Häuser seien zerstört worden. Gesundheitseinrichtungen und andere wichtige Infrastrukturen seien stark betroffen, sagte die Leiterin des UNO-Nothilfebüros OCHA in Mosambik, Paola Emerson.

90 Prozent der mosambikanischen Bevölkerung lebe in Lehmhäusern, die »nach wenigen Tagen Regen praktisch schmelzen«, warnte Emerson. In neun Provinzen seien etwa 5.000 Kilometer Straßen beschädigt worden. Die Hauptstraße, die die Hauptstadt Maputo mit dem Rest des Landes verbinde, sei unpassierbar.

Der Fluß Limpopo ist über die Ufer getreten und hat ganze Ortschaften überflutet. Am Massingir-Staudamm an einem Hauptzufluß des Limpopo seien zum ersten Mal seit 1977 alle 14 Schleusen geöffnet worden, berichteten mosambikanische Zeitungen. Die aus dem Damm abgelassene Wassermenge sei innerhalb weniger Stunden von 10.000 auf 17.000 Kubikmeter pro Sekunde gestiegen. Auch die Stauseen in den Anrainerstaaten flußaufwärts seien randvoll.

Der Vizepräsident der nationalen Katastrophenschutzbehörde INGD, Gabriel Monteiro, warnte davor, daß das Hochwasser noch schwerer ausfallen könnte als die als »historisch« bezeichnete Flutkatastrophe im Jahr 2000, die Hunderte Menschenleben kostete. Die Situation sei diesmal noch schwerwiegender, da zusätzliche Provinzen betroffen seien, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur AIM. Das Land sei mittlerweile aber besser vorbereitet. Mehrere Unterorganisationen der UNO und ihre humanitären Partner leisten Nothilfe für die Betroffenen.

Auch die Nachbarstaaten Südafrika und Simbabwe erleben nach schweren Regenfällen derzeit Überschwemmungen. In Südafrika sei die Zahl der Toten seit Jahresende auf 30 gestiegen, teilte das Notfallkoordinierungszentrum der EU-Kommission weiter mit. Am stärksten betroffen seien die Provinzen Limpopo und Mpumalanga im Norden. Die Regierung in Pretoria rief deshalb am Sonntag den nationalen Katastrophenfall aus. In Simbabwe wurden bislang 70 Tote gemeldet.