Kaleidoskop13. Januar 2024

Daten bestätigen: 2023 war wärmstes Jahr

von dpa/ZLV

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat die rekordhohe globale Durchschnittstemperatur für das Jahr 2023 offiziell bestätigt. Sie gab den Wert nach Auswertung von sechs verschiedenen Meßreihen am Freitag mit 1,45 Grad über dem vorindustriellen Niveau (1850 bis 1900) an. Alle sechs Institute hätten 2023 als heißestes Jahr eingestuft. Die neue Generalsekretärin der WMO, die Argentinierin Celeste Saulo, warnte, daß dieses Jahr einen neuen Rekord bringen könnte.

Bislang galt 2016 als das heißeste Jahr seit der Industrialisierung. Damals lag die globale Durchschnittstemperatur rund 1,29 Grad höher. 2022 war es 1,15 Grad wärmer als vor der Industrialisierung.

Der EU-Klimadienst Copernicus hatte die global gemittelte Durchschnittstemperatur für 2023 diese Woche mit 1,48 Grad angegeben. Die WMO hat für ihre Berechnung zusätzlich Meßreihen von drei US-amerikanischen und zwei britischen Instituten ausgewertet. Die Meßunsicherheit gibt sie jeweils mit plus/minus 0,12 Grad an. Die tatsächliche Durchschnittstemperatur dürfte WMO-Berechnungen zufolge bei 15,09 Grad gelegen haben. Dabei sei die Meßunsicherheit aber merklich größer.

WMO- Generalsekretärin Saulo verwies darauf, daß das Wetterphänomen El Niño die Temperaturen im vergangenen Jahr beeinflußt hat. Es sorgt alle paar Jahre für einen Anstieg der Wassertemperaturen in Teilen des Pazifiks und höhere Lufttemperaturen. Gegenstück La Niña drückt die Temperaturen. »Daß bis Mitte 2023 aus dem abkühlenden La Niña ein wärmender El Niño wurde, zeigt sich deutlich im Temperaturanstieg des letzten Jahres«, sagte Saulo. »Da El Niño normalerweise die größten Auswirkungen auf die globalen Temperaturen hat, nachdem er seinen Höhepunkt erreicht hat, könnte es 2024 noch heißer werden.« Die Wetterbehörde der USA rechnet mit einem Abschwächen des El Niño im Laufe des Frühjahrs.

Saulo rief die Staatengemeinschaft auf, den Klimawandel entschiedener einzudämmen. Dazu seien deutlich drastischere Einschnitte bei den klimaschädlichen Treibhausgasemissionen und ein schnellerer Übergang zu erneuerbaren Energien nötig. »Der Klimawandel ist die größte Herausforderung für die Menschheit«, sagte die Argentinierin.