Kaleidoskop11. September 2026

August war wärmster jemals gemessener Monat

von dpa/ZLV

Bonn – Der vergangene Monat ist der wärmste August seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Mit einer globalen durchschnittlichen Lufttemperatur von 16,96 Grad war er zudem der wärmste jemals gemessene Monat – gleichauf mit dem Juli 2023, teilte der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus am Donnerstag im westdeutschen Bonn mit.

Im vergangenen Monat erreichten außerdem die Weltmeere einen Hitzerekord. Die Oberflächentemperatur der Ozeane lag im Monatsdurchschnitt bei 21,07 Grad, damit wurde der bisherige Augusthöchstwert von 20,98 Grad aus dem Jahr 2023 übertroffen. Die Werte beziehen sich auf die Weltmeere außerhalb der beiden Polarregionen. Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Meere war den weiteren Angaben zufolge gleichauf mit der vom März 2024 »die höchste aller betrachteten Kalendermonate«.

Ursache für die Rekordtemperaturen sind Copernicus zufolge die globale Erwärmung infolge der Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie die rasch steigenden Oberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik, die in diesem Jahr mit einer starken El-Niño-Lage zusammenhängen. El Niño ist ein alle paar Jahre natürlich vorkommendes Klimaphänomen, das auch die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen erhöht.

Weltweit waren die Sommermonate Juni, Juli und August in diesem Jahr genauso heiß wie der Sommer 2024, der bisherige Rekordhalter. Für Europa war es der drittwärmste Sommer, hinter 2024 und 2022. Westeuropa erlebte den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Laut Samantha Burgess, der strategischen Leiterin für Klima bei Copernicus, lagen die globalen Temperaturen im August 1,65 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Das zeige, wie der Klimawandel sowohl in der Erdatmosphäre als auch in den Weltmeeren »extreme Entwicklungen« vorantreibe. »Die Auswirkungen dieser Bedingungen sind für Gesellschaften, Volkswirtschaften und Ökosysteme überall auf der Welt zunehmend spürbar.«

Für Westeuropa wurde in diesem Sommer der bisherige Hitzerekord aus dem Jahr 2003 übertroffen. Die außergewöhnliche Serie extremer Hitze hatte regional bereits im Mai begonnen, auch im August kam es wieder zu Hitzewellen. In der Umgebung Europas erreichten die Oberflächentemperaturen entlang der Atlantikküste und im westlichen Mittelmeer Rekordwerte.

Laut Copernicus waren im August weiterhin große Teile Westeuropas sowie einige Gebiete Mittel- und Osteuropas von verbreiteter Trockenheit betroffen – es gab auch viele Waldbrände. Schwere Dürrebedingungen seien aus Frankreich, Britannien, Ungarn, Rumänien und Serbien gemeldet worden. Die Wasserstände der großen Flüsse in den trockenen Teilen Europas waren außergewöhnlich niedrig, beispielsweise an Donau und Rhein.

Im Westen der Iberischen Halbinsel, im Süden Griechenlands, in der Südtürkei, auf Zypern sowie in Nordosteuropa war es hingegen in diesem Sommer feuchter als der Durchschnitt. Speziell im August war es im Alpenraum und in der Osttürkei zudem feuchter. In mehreren Gebieten, so Copernicus, hätte Starkregen zu Überschwemmungen geführt.