Kaleidoskop27. Oktober 2023

China schickt bislang jüngste Taikonauten ins All

von dpa/ZLV

Mit dem Raumschiff »Shenzhou 17« (Magisches Schiff) hat China am Donnerstag seine bislang jüngste Taikonautencrew ins Weltall geschickt. Planmäßig hob es um 11.14 Uhr Ortszeit mit der Trägerrakete »Langer Marsch 2F« vom Kosmodrom Jiuquan in der Wüste Gobi im Nordwesten der Volksrepublik ab. Ihr Flug sollte sechseinhalb Stunden dauern, sagte der Vizedirektor der Chinesischen Agentur für bemannte Raumfahrt (CMSA), Lin Xiqiang, vor dem Start.

Etwa ein halbes Jahr sollen die drei Männer auf der chinesischen Raumstation »Tiangong« (Himmelspalast) bleiben. Es ist Chinas zwölfter bemannter Raumflug. Die drei Taikonauten lösen die Mannschaft von »Shenzhou 16« nach deren fünfmonatigem Aufenthalt im Weltraum ab. Kommandant der neuen Mission ist der 48-jährige Tang Hongbo, der vor etwas mehr als zwei Jahren nach einem dreimonatigen Aufenthalt im All mit »Shenzhou 12« zur Erde zurückgekehrt war. Mit ihm fliegen Tang Shengjie (33) und Jiang Xinlin (35) zum ersten Mal in den Weltraum.

Alle drei Taikonauten sind Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas. Gemessen am Durchschnittsalter ist es die jüngste Mannschaft, die die CMSA bislang ins All geschickt hat. Er sei »unvergleichlich glücklich«, hatte Debütant Tang Shengjie am Mittwoch vor dem Raketenstart gesagt. Laut CSMA werden die Raumfahrer während ihres Aufenthalts verschiedene wissenschaftliche Experimente durchführen. Geplant sind demnach auch Außeneinsätze, um die Raumstation zu warten.

Die drei »Shenzhou 17«-Taikonauten begäben sich zum ersten Mal auf Weltraumspaziergänge, was eine »überaus herausfordernde Aufgabe« sei, hatte CMSA-Vizedirektor Lin gesagt. Die Wartungsarbeiten seien nötig, weil »Tiangong« durch Weltraumschrott beschädigt worden sei.

Bis zum Ende des Jahrzehnts will China Taikonauten zum Mond schicken. Vor dem Start von »Shenzhou 17« lud Lin andere Länder ein, bei den geplanten Mondflügen mit China zusammenzuarbeiten. Ferner versicherte abermals, die Weltraumambitionen der Volksrepublik seien ausschließlich friedlicher Natur und sie strebe keine Vorherrschaft im Weltall an.

Im kommenden Jahr Frühjahr soll mit »Chang'e 6« (Name einer Mondgöttin) eine weitere unbemannte chinesische Sonde auf dem Mond landen. Bis 2028 sind zwei weitere »Chang'e«-Flüge geplant, um den Erdtrabanten zu erkunden. Nach einer jahrzehntelangen Pause ohne bemannte Raumflüge ist der Mond in den vergangenen Jahren wieder in den Fokus der Raumfahrtprogramme mehrerer Länder gerückt, auch weil dort für die Zukunft wichtige Rohstoffe vermutet werden.