Viele Tote bei Waldbrand in Andalusien
Almería – Bei einem Waldbrand im südspanischen Andalusien sind nach letzten Angaben von Freitagmittag mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der Gesundheitsminister der Region, Antonio Sanz, mit. Der Brand war am Donnerstagnachmittag in der rund 300 Kilometer nordöstlich von Málaga gelegenen Gemeinde Los Gallardos in der Provinz Almería ausgebrochen, teilte die Regionalregierung mit. Mehrere Getötete seien von den Flammen in ihren Fahrzeugen eingeschlossen worden und verbrannt, berichtete der Fernsehsender RTVE.
Viele Verletzte mußten in Krankenhäuser gebracht werden, mindestens 23 Menschen wurden gestern noch vermißt. Nach Angaben von Sanz starben vier Personen auf der Flucht in ihrem Auto. Es handle sich vermutlich um Briten, da sich das Lenkrad auf der rechten Seite befand, sagte der Minister. Sieben weitere Personen seien tot aufgefunden worden. Sie hatten vermutlich ihre Autos zurückgelassen und versucht, zu Fuß zu flüchten. Ursache des Brandes war womöglich eine abgerissene Stromleitung, die in ausgetrocknete Vegetation fiel.
Vorsorglich wurden mehr als 1.000 Bewohner in umliegenden Dörfern in Sicherheit gebracht. Auch ein Campingplatz, der von den Flammen verschont blieb, wurde vorsorglich geräumt. Mehr als 460 Einsatzkräfte bekämpften gestern das Feuer, das sich schnell auf über 3.100 Hektar ausgebreitet hatte. Der regionale Gesundheitsminister sprach von einer »beispiellosen Tragödie« – es sei der Waldbrand »mit den bislang schwersten Folgen« in Andalusien.
Spanien leidet wie auch Portugal und Frankreich derzeit unter massiver Hitze. In Teilen des Landes gilt die höchste Hitzealarmstufe. Das trockene Wetter und die hohen Temperaturen begünstigen den Ausbruch von Feuern. Seit Jahresbeginn haben Brande in Spanien bereits mehr als 57.000 Hektar Land zerstört, zeigen Daten des Waldbrandinformationsdienstes der EU-Kommission.
Experten beklagten unterdessen erneut mangelnde Präventionsmaßnahmen. Sie sprechen von einer vermeidbaren Tragödie. Bewohnte Gebiete lassen sich ohne größere Ausgaben besser schützen, behaupteten gleich mehrere Forstexperten und erfahrene Brandbekämpfer in RTVE unisono.
»Es ist wie ein ewiges Déjà-vu. Jedes Jahr fordern wir mehr Vorsorgemaßnahmen«, sagte auch Brandbekämpfer Román García in RTVE. Solche Brände würden durch den Klimawandel und die globale Erwärmung begünstigt. Die zunehmende Trockenheit und der Mangel an Feuchtigkeit machten Wälder und Buschland zu einem »leichtentzündlichen Brennstoff« und würden die rasche Ausbreitung der Feuer begünstigen.

