Fuelbox IX: Intelligente Kunst trifft auf künstlerische Anarchie
Mit seinen mehr als sechzig Künstlern, wurde die neunte Ausgabe der Kunstausstellung »Fuelbox« am Freitag eröffnet. Dies mit Erfolg, denn es hatten weit über tausend an Kunst interessierte Menschen an diesem kulturellen Happening teilgenommen.
Als Yvette Rischette mit befreundeten Künstlern 2016 in Strassen die erste kollektive Ausstellung unter der Bezeichnung »Fuelbox« organisierte, ahnte niemand im Land, dass es zu einem derartigen Erfolg ausarten würde. Immer mehr Künstler, auch aus der Großregion, haben sich mittlerweile diesem Event zugewandt. Es ist allerdings auch eine Veranstaltung, die man als großes Treffen der »intergenerationellen Subkultur« bezeichnen darf.
Jede Form der bildenden Kunst sieht sich hier vertreten, für Tabus oder gar Zensur hat es keinen Platz. Von »naiv« bis »provokant«, auf Leinwand gemalt oder in Stein gemeißelt, der Ausstellungsrundgang bietet tiefe Einblicke in die künstlerische Sicht auf die moderne Gesellschaft und wie diese die Kunstschaffenden beeinflusst. Der Besucher wird sich bei seiner Tour, mit der Anarchie des ihm Dargebotenen auseinandersetzen müssen.
Prädikat: Wertvoll
Warum aber erfährt diese, nie am selben Ort stattfindende Ausstellung, einen derartigen Zuspruch? Das liegt an vielen Faktoren, allen voran der gewollt »unkonventionelle« Rahmen. Dies sind meist große Hallen, am liebsten in sogenannten Leichtindustriezonen gelegen. Die Zusammenstellung des ephemeren Künstlerkollektivs ist ein weiterer und natürlich wichtiger Baustein dieses kulturellen Puzzles. Hervorzuheben sei noch, dass hier der Besucher und potentielle »Käufer« den direkten Austausch mit dem Künstler hat.
Dieser Austausch, so die Feststellung vor Ort, ist von großem Vorteil und trägt süße Früchte. So haben bereits bei der Vernissage, viele Bilder und Skulpturen einen Abnehmer gefunden. Die Übergabe findet allerdings erst nach Ende der Ausstellung fest… Ob es eine lohnende Investition für den Käufer ist, spielt in diesem Kontext eine eher untergeordnete Rolle. Wer hier sein »Glück« gefunden hat, traf die Entscheidung mit dem Herzen und wohl auch mit etwas Bauchgefühl.
Von hier und anderswo
Im Mittelpunkt stehen natürlich die Kunstschaffenden selbst. Es ist Teil des Konzeptes, die Künstler mit dem Publikum in Einklang zu bringen. Die Schönheit eines Bildes oder einer »Plastik« zu erfassen, beruht ja auch auf dem Verständnis der Idee die hinter dieser Kunst steckt. So wirkt sich das Umfeld eines jeden Künstlers ebenfalls auf das geschaffene Werk aus.
Dass hier Künstler aus der Großregion, beispielsweise der Eifel und dem benachbarten Lotringen, mit am Start sind, unterstreicht die gewollt facettenreiche Vielfalt der Ausstellung. Da sind die »alten Hasen« die sich bereits einen Namen gemacht haben, wie eben auch die »Neulinge«, die sich diesen noch erarbeiten müssen. Und gerade das ist das Besondere am Event »Fuelbox«. Die Sicht auf das Bekannte auffrischen, Neues entdecken und vor allem: die Kunst zugänglich machen.
Nun ist es im Rahmen einer solch großen Veranstaltung unmöglich auf den Einzelnen einzugehen. Natürlich hat man Vorlieben, diese stellen die Objektivität allerdings in Frage. Es gibt kaum Exponate die nicht zum Verweilen einladen, weshalb man gut beraten ist sich für den geplanten Besuch Zeit zu nehmen.
Die Adresse der Ausstellung: 5, rue Robert Stümper in Luxemburg-Gasperich (Cloche d’Or). Der Eintritt ist frei, eine Spendenbox lädt allerdings dazu ein, einen Beitrag zu leisten. Die Öffnungszeiten: Donnerstag 24. und 31. Oktober von 12 bis 19 Uhr, an den Wochenenden 25. bis 27. Oktober und 1. Bis 3. November, von 14 bis 19 Uhr.
(Fotos: KP)

