Urabstimmung über Streik bei Ampacet
Im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen beim US-amerikanischen Kunststoff- und Farbenhersteller Ampacet in der Industriezone »Wolser« bei Düdelingen, hatte der OGBL, nach Rücksprache mit den Beschäftigten und Personalvertretern, eine Lohnerhöhung von 2,5 Prozent und drei zusätzliche Urlaubstage gefordert.
Die Geschäftsführung von Ampacet hatte abgelehnt und hatte selbst während der Schlichtungsprozedur nur 0,3 Prozent Lohnerhöhung angeboten. Das hatten zwei Drittel der Beschäftigten abgelehnt.
Auch der weitere Versuch, eine Einigung zu erzielen, scheiterte, und inzwischen erklärte die Geschäftsführung des Unternehmens einseitig die Schlichtung für gescheitert – noch vor Ablauf der gesetzlichen Frist.
Damit bleibt der Gewerkschaft keine andere Wahl, als eine Streikaktion vorzubereiten und durchzuführen, will sie die Lohnforderungen der Beschäftigten durchzusetzen.
Da das Streikrecht zwar von der Verfassung garantiert ist, von der Regierung und der Chamber aber im Interesse des Kapitals durch Gesetz stark eingeschränkt wurde – Warnstreiks sind zum Beispiel nicht zugelassen –, wird die Gewerkschaft ab Freitag und bis Mitte kommender Woche eine Urabstimmung bei allen Beschäftigten von Ampacet durchführen.
Erst dann kann es zu einer Arbeitsniederlegung kommen, vorausgesetzt die große Mehrheit der Beschäftigten sprechen sich für einen Streik aus.
Erinnern wir daran, dass es bereits 2021 zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem OGBL und dem Unternehmen aus den USA kam, als die Geschäftsführung Produktionsarbeiter, die dazu nicht ausgebildet waren, dazu zwingen wollte, die Qualitätskontrolle vorzunehmen und die Grundwartung von Maschinen vorzunehmen, während Fahrer von Gabelstaplern und Techniker sich als Putzkolonne betätigen sollten.

