Stahlindustrie: Weiterhin chronische Unterinvestitionen
Nach fast einem halben Jahr Verhandlungen, wurde am 20. März 2926 eine neue Vereinbarung »Lux2029« zwischen der Geschäftsführung des Stahlkonzerns ArcelorMittal, der Regierung und den Gewerkschaften OGBL und LCGB unterzeichnet.
Mitgeteilt wurde, zwischen 2026 und 2029 werde ArcelorMittal mindestens 290,5 Millionen Euro hierzulande investieren, darunter 44 Millionen für die Instandsetzung der bestehenden Anlagen. Weiter heißt es, es werde sich bemüht, das Projekt zur Renovierung und Modernisierung der Walzstraße 2 in Belval umzusetzen. Das Projekt befindet sich gegenwärtig in einer »Voruntersuchungsphase«.
Im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung der Produktionsprozesse und der Verwaltungsabläufe ist die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Cybersicherheit geplant. Geprüft wird auch die Einrichtung eines Ausbildungszentrums für Berufe aus dem Bereich der Wartung industrieller Produktionsanlagen.
Abbau von weiteren 300 Arbeitsplätzen
angekündigt
Die zwischen der Geschäftsführung von ArcelorMittal, der Regierung und den Gewerkschaftsvertretern unterzeichnete Vereinbarung umfasst auch den Abbau von weiteren 300 Arbeitsplätzen. Für die betroffenen Lohnabhängigen heißen die Begleitmaßnahmen Vorruhestand, Verrentung, Kurzarbeit, freiwillige Abgänge und interne Versetzungen.
Besonders sticht ins Auge, dass bei dieser neuen Vereinbarung erneut keine strategischen Investitionen in zusätzliche, neue Produktionsanlagen zur Herstellung von Stahl oder stahlverarbeitende Betriebe geplant sind, sondern die Politik der chronischen Unterinvestitionen weitergeht.
»Lux2029« gingen in den vergangenen Jahrzehnten eine ganze Reihe von Vereinbarungen voraus, mit denen die Abbaustrategie des Stahlkonzerns begleitet wurde. Unterm Strich wurden immer mehr Produktionsanlagen geschlossen und Arbeitsplätze abgebaut.
Richtig große Investitionen in neue Produktionsanlagen und eine Diversifizierung der Stahlproduktion wurden unter Mittal keine vorgenommen.
