Luxemburg17. September 2026

Hohe Energiepreise knappheitsbedingt:

Phase physischen Mangels beginnt

Es sollte bekannt sein: Kohle, Erdöl und Erdgas machen 81,2% des weltweiten Energieverbrauchs aus, und es gibt eine direkte Beziehung zwischen hohem Energiekonsum und Wohlstand. Aus 81,2% ist es unmöglich von jetzt auf gleich auszusteigen, wie die politische Beschlußlage in der EU aussieht. Das führt in Deindustrialisierung, Massenarbeitslosigkeit und Massenarmut.

Es sollte noch etwas bekannt sein, aber viele scheinen das nicht zu wissen: Stromnetze brauchen, um stabil zu bleiben, in jedem Augenblick exakt die Einspeisung des Verbrauchs. Das geht nicht mit nicht steuerbarer und vorhersehbarer Wind- und Photovoltik-Erzeugung.

Schuß ins Knie

Die von der EU forcierte Energiewende raus aus Kohle, Erdöl und Ergas, die sie als fossile Energiequellen bezeichnet, hat viel gekostet, aber wenig gebracht. Weil Wind und Sonne weder verläßlich noch rund um die Uhr liefern, braucht es ein zweites Stromerzeugungssystem für die Zeit, wo sie ausfallen. Die wenigen Pumpspeicherkraftwerke wie in Vianden reichen dazu nicht aus und die sind aus Gründen der Geographie nicht multiplizierbar. Also wird Strom mit Gas erzeugt, weil Kohlekraftwerke stillgelegt werden in der EU.

Da haben wir das nächste Problem. Gazprom lieferte über Pipelines verläßlich jede gewünschte Menge um 12 Euro/MWh, aber wegen der antirussischen Sanktionen wurde das abgestellt. Es wurde ersetzt durch US-Fracking-Gas, das herabgekühlt und verflüssigt als LNG mit Schiffen über den Atlantik kommt und in der EU regasifiziert werden muß. Das kostet in den USA wie in der EU Energie, die verlorengeht. Anfangs lagen die LNG-Preise bei 40 Euro/MWh, inzwischen sind es 82 Eçuro/MWh. Die BASF-Direktion freut sich über ihren Beschluß, in der Volksrepublik China eine Mega-Fabrik zu bauen, die dort wieder Zugang zu Gazprom-Gas hat.

Schuß in die Lunge

Mit dem Krieg von USA/Israel gegen den Iran ging die Straße von Hormus zu, womit 20% des Erdöls und 25% des LNG vom Weltmarkt verschwand. Was seit Ende Februar dort noch rauskam, ist minimal und ging fast ausschließlich an mit dem Iran befreundete BRICS-Länder in Asien. Von der EU und ihren Mitgliedsländern kam keinerlei Protest gegen diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und so werden sie vom Iran als Feindstaaten geführt.

Die weltweit größte LNG-Anlage in Ras Laffan ist allerdings nicht nur außer Betrieb, sondern auch teilweise durch Raketenbeschuß zerstört, weshalb für mindestens 20% der Kapazität eine 3-5jährige Reparaturzeit veranschlagt wird nach Ende des Konflikts und auch das Hochfahren des Rests zwei Monate danach in Anspruch nimmt. Ein nicht absehbares Kriegsende bringt daher nicht sofort wieder Gas von dort.

Aber auch das Erdöl aus dem Persischen Golf fehlt am Weltmarkt. Zwar hatte Saudi-Arabien die Aramco-Pipeline aktiviert, mit der 4 Millionen Barrel am Tag vom Golf zum Roten Meer flossen, aber weil sich das Königshaus einen Krieg mit den Huthis im Jemen leistet, schossen die diese Pipeline letzte Woche an mehreren Stellen kaputt als Repressalie für saudische Bombardements im Jemen. Zwar gibt es unterschiedliche Meldungen, wie lange die Reparatur dauern wird, von noch ein paar Tage über Wochen bis hin zu Monaten, fix ist, daß aktuell diese 4 Millionen Barrel tagtäglich ausfallen. Es ist dabei auch nicht gewährleistet, daß eine reparierte Pipeline nicht sofort wieder kaputtgeschossen wird, denn zu einem Friedensabschluß will sich das saudische Königshaus (noch) nicht bequemen.

So wie die Höhe der Gaspreise mit physischem Mangel zu tun haben, der dazu führt, daß derjenige das verfügbare Gas kriegt, der bereit und fähig ist, den höchsten Preis dafür zu bezahlen, geht es jetzt mit dem Erdöl. Wobei bislang der Mangel mit dem Griff in die strategischen Reserven ausgeglichen wurde, die jetzt zu Ende gehen nach einem halben Jahr der stillschweigenden Nutzung.

Das erklärt die aktuellen Preissteigerungen an der Tankstelle erheblich mehr als der russische Ausfuhrstopp für Erdölerzeugnisse im Frühsommer, wozu Benzin und Diesel gehören, aber nicht nur. Jeder Angriff auf eine Raffinerie in Rußland, auch wenn das in Tagen repariert wird, verzögert das Aufheben dieser Exportsperre.

Das verschlimmert allenfalls die Lage in der EU, wo zuletzt immer mehr Raffinerien geschlossen wurden wegen der angestrebten Energiewende, weswegen seither die EU auf den Import von Benzin und Diesel angewiesen ist.

Ganz besonders negativ wirkt sich Dieselmangel auf die Inflation aus, weil alles, was an Gütern konsumiert wird, mit Diesel-LKW in die Geschäfte kommt und jedes Lebensmitteln von Bauern mit dieselgetriebenen Maschinen angebaut und geerntet wird.

Teurer und inflationär ist bereits schlecht, noch schlimmer wird es, wenn gar nicht mehr genug da ist. Während der Mangel beim Sprit über den Preis geregelt wird, da dies den Verbrauch reduziert, so ist das bei Gas schwieriger, umso mehr viel Strom mit Gas erzeugt wird. Kommt kein richtig warmer Winter, wird es kalt und duster in den Stuben der EU-Länder, denn die Gasspeicher sind stark unterdurchschnittlich gefüllt.

Belgin steht bei 59,35% und 4,52 TWh für 152,95 TWh Verbrauch und Null Einspeicherung am 15.9., Deutschland bei 55,93% (19% weniger als im Vorjahr) und 138,41 TWh für 903,97 TWh Verbrauch und 0,11% Einspeicherung am 15.9. (2025 waren das 0,35% täglich)!